Irland, ich und Nummer 5 lassen grüßen ;-)

5 07 2009

Nimm dir Zeit zum Denken,
es ist die Quelle der Kraft.
Nimm dir Zeit für die Arbeit,
denn dies ist der Preis des Erfolges.
Nimm dir Zeit zum Spielen,
dies ist das Geheimnis der Jugend.
Nimm dir Zeit zum Lesen,
dies ist die Grundlage des Wissens.
Nimm dir Zeit für die Andacht,
das wäscht den irdischen Staub von deinen Augen.

Nimm dir Zeit zum Träumen,
dies ist der Weg zu den Sternen.
Nimm dir Zeit zum Lachen,
das hilft, die Bürden des Lebens zu tragen.
Nimm dir Zeit für die Liebe,
sie ist der wahre Reichtum des Lebens.
Nimm dir Zeit, dich umzuschauen, der Tag ist zu kurz,
um selbstsüchtig zu sein.
Nimm dir Zeit, um mit Freunden zusammenzusein
und ihnen zu helfen, dies ist die Quelle des Glücks.

Zeit ist das begrenzteste Mittel, das du zur Verfügung hast.
Deshalb nimm dir Zeit, den Duft der Rosen zu genießen.

Irland, Unbekannt





Nachtzeit

5 07 2009

Eine kleine Geschichte von vielen aus meinem Nachtdienst:





Geben

5 07 2009
SW Rose

SW Rose

Ihr gebt nur wenig, wenn ihr von eurem Besitz gebt.
Erst wenn ihr von euch selber gebt, gebt ihr wahrhaft.

Denn was ist euer Besitz anderes als etwas, das ihr bewahrt und
bewacht aus Angst, daß ihr es morgen brauchen könntet?
Und morgen, was wird das Morgen dem übervorsichtigen Hund bringen,
der Knochen im spurlosen Sand vergräbt,
wenn er den Pilgern zur heiligen Stadt folgt?

Und was ist die Angst vor der Not anderes als Not?
Ist nicht Angst vor Durst, wenn der Brunnen voll ist,
der Durst, der unlöschbar ist?

Es gibt jene, die von dem Vielen, das sie haben, wenig geben
- und sie geben um der Anerkennung willen,
und ihr verborgener Wunsch verdirbt ihre Gaben.

Und es gibt jene, die wenig haben und alles geben.
Das sind die, die an das Leben und die Fülle des Lebens glauben,
und ihr Beutel ist nie leer.

Es gibt jene, die mit Freude geben, und die Freude ist ihr Lohn.

Es gibt jene, die mit Schmerzen geben, und der Schmerz ist ihr Taufe.

Und es gibt jene, die geben und keinen Schmerz beim Geben kennen;
weder suchen sie Freude dabei, noch geben sie um der Tugend willen;
Sie geben, wie im Tal dort drüben die Myrte ihren Duft verströmt.
Durch ihr Hände spricht das Gute, und aus ihren Augen lächelt es auf die Erde.

Es ist gut zu geben, wenn man gebeten wird,
aber besser ist es, wenn man ungebeten gibt, aus Verständnis;

Und für den Freigebigen ist die Suche nach einem,
der empfangen soll, eine größere Freude als das Geben.

Und gibt es etwas, das ihr zurückhalten werdet?

Alles, was ihr habt, wird eines Tages gegeben werden;
daher gebt jetzt, daß die Zeit des Gebens eure ist
und nicht die eurer Erben.

Ihr sagt oft:
“Ich würde geben, aber nur dem, der es verdient:”
Die Bäume in eurem Obstgarten reden nicht so,
und auch nicht die Herden auf euren Weiden.

Sie geben, damit sie leben dürfen,
denn zurückhalten heißt zugrunde gehen.
Sicher ist der, der würdig ist,
seine Tage und Nächte zu erhalten,
auch alles andere von euch würdig.

Und der, der verdient hat, vom Meer des Lebens zu trinken,
verdient auch, seinen Becher aus eurem Bach zu füllen…

K. G.

Ich glaube, dass irgendwo in diesem unscheinbaren Gedicht auch  der Sinn meines Bloggens versteckt war… Nicht nur dort. Auch anderswo ;-)

“Es gibt jene, die mit Freude geben, und die Freude ist ihr Lohn…”

Und je älter ich werde, umso treffender und gewaltiger erscheint mir dieser eine Satz. Aus Vielem, was ich tue. Warum? Darüber wird die nächste Geschichte erzählen. Heute erst passiert… ;-)

Bis bald… :-)





Geben und Nehmen

5 07 2009

Vielleicht eine Stunde her… Eine neue Geschichte… Aber ich mach es kurz. Nur das Wichtigste. Zur Feier des Tages… :-)

Geben und Nehmen

Ein Mensch, der um vergnügt zu leben

Sein Geld verschwenderisch ausgegeben

Hat dabei ausserdem erfahren

Wie freudnlich alle Leute waren.

Nun hofft er, mittels geistiger Waffen

Sich wieder welches zu beschaffen

Wobei den Eindruck er gewinnt,

Dass alle Leute scheusslich sind.

Er muss zur Wahrheit sich bequemen,

Dass Geben seliger macht denn Nehmen

Eugen Roth

5. Juli in Köln

5. Juli in Köln





Hasi, alte Damen und das Zugefallene

28 06 2009

Heute war wieder mal ein Tag der Ausflüge. Das Resultat habe ich vorerst nur als Malerei, die Geschichte dazu kommt später.

Heute dagegen, ist der Tag des Nachtdienstes ;-) So kann ich es mir leisten, ein paar schöne Geschichten doch noch zu erzählen. Ich werde sie später, irgendwann mal – sicher gut gebrauchen können… Jetzt und heute möchte ich sie erst einmal teilen und damit auch in Erinnerung behalten. Weil sie schön sind. Menschlich. Lebendig. Glückliche Geschichten. Meine Geschichten. Aber auch die Geschichten anderer Menschen. Menschen, die mir oder Ihnen völlig unbekannt sind. Und dennoch macht es nichts. Aber es macht – etwas aus. Auch mich und mein Leben. Und damit auch diese kleine Geschichte in einem Blog…

Ich fange am Besten mit den Bildern an. An und für sich gäbe es nicht viel zu erzählen. Blumen halt, mit ein paar Regentropfen von der letzten Nacht als nette Zugabe für den Betrachter und für meine flinke Augen. Ein Eichhörnchen. Das erste Wort einer Frau, das sie in Deutsch gelernt hat. Sinnbild für das Horten. Essen. Flüchten. Springen von Baum zu Baum. Nett anzuschauen, aber immer unsicher, ständig auf der Hut, auf der Flucht… Ach, nicht so wichtig… Dennoch denke ich bei diesen Bildern und Begegnungen auch an so etwas. Ich denke viel nach. Manchmal auch wirklich zu viel ;-) Aber auch aus solchen Geschichten entstehen Bilder. Und wiederum aus solchen Bildern neue Geschichten. Für dieses Eichhörnchen unten (übrigens eines von 7 Stück, das ich an diesem Tag auf dem Melaten gesichtet und abgelichtet habe) habe ich in meinem Lieblingssupermarkt extra ein Tütchen Studentenfutter gekauft. Und nicht nur das. In drei Anläufen auf verschiedenen Stellen des Friedhofes habe ich je drei Serien von Bildern geschossen. Um genau zu sein – 42 Bilder. Auch nicht so wichtig. Auch an Eichhörnchen denke ich, während ich mich für die nächste Tour auf dem Melaten vorbereite. Und habe Spass dabei. Und was für einen! Nicht nur beim Denken. An diesem Tag auf dem Friedhof war ich wieder ein Kind. Riesengrosse Augen, als mir das erste Eichhörnchen vor das Fahrrad lief. Kamera im Anschlag, Tütchen aufgerissen, wollte ja teilen… Denkste… Beim ersten Rascheln des Lockmittels war es weg. Flink, die lieben Kleinen… Auch nicht so wichtig… Dachte ich. Und fuhr weiter im Schritttempo über den Friedhof. Machte meine Bilder, lebte das Kind in mir aus. War glücklich. Und wurde es noch mehr, als mich das nächste Duo begrüßte. Sie wissen schon… Kamera im Anschlag, Tütchen war schon auf, meine Schritte immer leiser. Nur mein Herz pochte immer und immer lauter. Nur so am Rande… Ich als Eiland habe die kleinen Viecher in Natura noch nie gesehen. Das erste Mal hier in Deutschland. Vorsichtig die ersten Nüsse zugeworfen… Nichts passierte. Ausser dass sie flink sind, sind sie auch noch klein und schlau. Schade nur, dass sie ein Neutrum sind :-) Und so spielten wir miteinander ein fast nie endend wollendes Spiel. Die Beiden haben mich verzaubert, wie es sonst nur eine Frau tun kann. Tänzelten hin und her, schauten mich mit genauso großen Augen an, schnappten sich ihr Futter und waren schon bei Eins wieder auf den Bäumen :-) Aber es war lustig. Wirklich. Habe bestimmt etliche Bilder gemacht, auf denen nur der halbe Eichhörnchenkörper zu sehen ist. Die andere Hälfte war schon auf der Flucht. Und nicht dass ich protzen will, aber mein kleines Schwarzes kann im Sportmodus bis zu 10 Bilder pro Sekunde schiessen. Die Schlussfolgerung wäre – entweder bin ich ein langsamer Fotograf oder die sind doch ziemlich schnell… Könnte aber auch Beides zutreffen :-) Zahm waren sie jedenfalls nicht. Und so bin ich wieder weiter gefahren. Aber diese Bilder und das Funkeln in den Augen (sowohl in meinen als auch in den Augen der Tiere) habe ich nicht vergessen. Das Beste kommt noch… Die Unbestechlichen…

Friedhof. Für mich zunehmend ein Ort der Stille und Erholung. Vor allem der Melaten. Unfassbar schön. Faszinierend. Manchmal fühle ich mich wie im Urwald, den keiner zu Ende erforscht hat. Ich entdecke jedes Mal etwas Neues. Neue Details, die Botanik verändert sich, passt sich den Jahreszeiten an, die Skulpturen sehen je nach Tageszeit anders aus, nach dem Regen ist alles noch grünlicher, noch lebendiger, noch schöner… Und ich, Irrer, wollte (als ich endlich Nahaufnahmen mit meiner neuen Kamera machen konnte) damals noch in die Baumärkte fahren oder in die Flora, um Blumenbilder zu schiessen. Seit ich Melatenfriedhof kenne und meine Augen noch öfter und besser offenhalte… Es gibt keinen Blumenladen, keinen Baumarkt, keinen noch so schönen Naturgarten auf der Welt (geschweige denn in Köln), wo man bessere Bilder von Blumen machen könnte, als auf einem Friedhof. Gerade dort. Ein Ort des Todes, des Leides und der Trauer. Gerade dort ging mir irgendwann auch dieses Licht auf. Reiht sich alles auf. Und an. Auch dieses Lied von Frau Williams über Schnee im Juni. In dem sie, unter anderem, auch darüber singt, dass manche Sachen, nach denen wir suchen, nicht mehr suchen müssten, wenn wir sie nur sehen/erkennen könnten/würden. Inmitten eines so traurigen, trostlosen Ortes sehe ich mittlerweile auch, wie grün und schön das Leben ist. Die Natur. Auch im Winter. Und wie wunderschön eigentlich Blumen sind. Gerade an so einem Ort. Und wenn noch etwas Regen dazu kommt… Glücklicher Hasi :-) Ein bunter Friedhof voller Leben und zwei Kameras voller Bilder. Ein Tag und 1100 Mal Glück. Und eine kleine Geschichte als nette Zugabe…

Dieser Tag war voller Zugaben. Die Eichhörnchen waren nur ein Teil davon. Im letzten Drittel meines Ausfluges hatte ich dann wieder eine Eichhörnchen Begegnung. Das Beste zum Schluss…

Ich ruhte mich kurz auf einer der unzähligen Friedhofsbänken aus, nippte gerade an meinem Kaffee und aß die kleine Salatschale vom Vorabend… Da hörte ich plötzlich ganz laute Geräusche, die ich mit Worten gar nicht beschreiben vermag. Irgend ein Ding zwischen Quieken, Fiepen, Stöhnen und Kichern. Die Eichhörnchen waren wieder im Anmarsch. Eine ganze Kolonie! Wahrscheinlich hat die gesammte Famile Eichhörchen am gleichen Tag wie ich Ausflug gemacht :-) Jedenfalls waren (sind) sie – genauso verfressen wie ich. Auf den Punkt genau, als ich meine Plastikgabel in die ersten Salatblätter stechen wollte, kam die ganze Famile zu Besuch. Taten zumindest so als ob. Bemüht haben sie sich ja… Erst nettes Fiepen zur Begrüßung, dann schön aus der Distanz gegenseitig beäugen,  um dann den geordneten Rückzug anzutreten. Wahrscheinlich um so eine Art Eichhörnchen-Familienrat einzuberufen, um weiteres Vorgehen zu besprechen. Die Canon war abermals schon wieder im Anschlag. Sie ist schon Kummer gewöhnt… :-) Nennen Sie mich ruhig bescheuert (ich stehe auch dazu, keine Sorge :-), aber langsam glaube ich, dass die Eichhörnchen diese Legenden der alten Indianer auch gehört haben müssen, dass ein Fotoapparat einem die Seele rauben kann, wenn man ihn fotografiert. Jedenfalls war der Besuch der Eichhörnchen-Horde ziemlich zeitgleich mit dem ersten Klick der Canon schon wieder vorbei. Dann dachte ich wieder an mein Tütchen aus dem Supermarkt. Ich bin ja schon ziemlich vergesslich. Das Gute daran ist, ich kann ja folgend auch nicht nachtragend sein. Aber manche Sachen vergesse ich nie :-) Schon seit dem letzten Besuch des Melatenfriedhofs dachte ich an diese kleine Tierchen und wünschte mir so sehr, wenigstens eines davon im Großformat vor die Linse zu bekommen. Umso größer war in diesem Moment die Enttäuschung. Aber im nächsten Moment dachte ich wieder an diesn Satz… Verliere deine Träume nie aus den Augen. Die kleinen Dinge des Lebens, die dich glücklich machen. Manchmal kann das auch ein Tütchen Studentenfutter sein. Sie flink – ich pfiffig :-) Und so raschelte ich wieder. Fütterte seelenruhig die ausgesuchten Rosinen (nicht nur das Sprichwort, auch die Kombination mit dem Salat hatte es in sich :-) bis das größte Eichhörnchen wieder vom Baum runterflog. Rennen kann ich es nicht mehr nennen. Ihre Geschwindigkeit ist schlicht und einfach unbeschreiblich. Ich hatte kaum die erste Ladung Rosinen im Mund, schon stand das Eichhörnchen neben der Bank und schaute mich mit seinen großen schwarzen Augen an. Als ob sie es mir sagen wollte: “Hey, Alter, schieb mal was ab! Hier gibt´s kein Kindergeld und Supermarkt. Hier tobt das wahre Leben!” Tote Hose wohl nicht. Zumindest nicht immer :-) Noch ein Grund mehr, bald wieder zum Melaten zu fahren… So kamen die Unbestechlichen immer näher, ich wurde immer mutiger… Zuerst die Haselnüsse. Die waren aber noch schneller weg, als die Eichhörnchen selbst. Und immer wieder das Gleiche… Nüsse zuwerfen, Kamera an, Nüsse geschnappt, Besuch beendet, kein Foto, Lagebesprechung, Anmarsch, Essen To Go und Dr. Eichhorn wieder auf der Flucht… Ich hab mich kaputtgelacht! Und ich hätte weiter lachen können, wenn sich ein Besucherpärchen nicht zufällig in meine Schusslinie verirrt hätte. Zwei junge Leute, umarmt – schauten gespannt und selbst lächelnd unserem tierischen Treiben zu und blieben stehen. Und wie von Gotteshand geführt, kam dann ein Eichhörnchen-Nachbar hinzu. Was dann los war… Höllische Nachbarn wäre wahrscheinlich die passendste Bezeichnung für die nächsten Minuten. Da wird einem im gleichen Atemzug die Bedeutung des Begriffes “Mundraub” bewusst. Der nicht so fotogene Nachbar wollte unbedingt mit zu Besuch, meine kleinen (fast) Freunde waren dann dermaßen mit der Vertreibung des Eindringlings beschäftigt und erschöpft, dass sie mir immer näher kamen, die Nüsse immer schneller weg waren und der Hunger durch ihre körperliche Betätigung so groß geworden, dass sie mir mittlerweile auf einen Schritt Entfernung kamen. Kölner Eichhörnchen sind definitiv nicht zahm :-) Während das Pärchen immer lauter lachte und Eichhörnchen immer lauter fiepten und miteinander stritten – bin ich in die Knie gegangen. Kamera an und klick, klick, klick…  Gleichgestellt mit Glück, Glück, Glück… Wenn zwei sich streiten… :-) Eichhörnchen beim Füttern (jetzt habe ich den Dreh raus, die Pekanüsse sind die Besten. Zu groß und zu mächtig zum Wegschleppen, zu lecker, um sie nicht zu essen… Gleichbedeutend – auch ein lahmer Hasi hat mit ihnen genügend Zeit um ein Ganzkörper-Eichhörnchenfoto zu erwischen :-) Man, war ich glücklich!), Fotos auf den Grabsteinen, auf dem Baumstamm, während sie wegflitzten, auf dem Ast, beim Essen fast in meiner Reichweite, quasi in die Linse atmend… Herrlich! Und erst dann, als ich alle meine Bilder im Kasten hatte, ging auch dieses Pärchen an uns vorbei und lachte. Ganz laut. Alle Beide. Auf dem Friedhof!

Einige Zeit später war ich so… Hmm… Wie soll ich es erklären? Gleichzeitig aufgeregt, zufrieden und ruhig, dass ich mir für jedes einzelne Foto, das ich (meistens) von den Engelstatuen richtig Zeit genommen hatte. Ich war so von diesen Momenten mit den Puschelschwänzchen bewegt, dass ich diese Ruhe einfach genießen musste. Nicht so wie sonst immer – draufhalten und weiter geht´s. Nein, die Zeit, die man sich für ein Foto nimmt… Erst sie macht aus einem Bild ein halbes Kunstwerk. Auch das lerne ich noch :-) Und so bin ich mal Nicht-Üblicher-Weise auch hinter die Statuen gegangen, hing halb in den Büschen herum, ging in die Hocke, legte mich auch manchmal auf die Erde… Ruhe spüren und genießen. Betende Hände. Klinik. Wieder neue Geschichten… Ein andernmal, vielleicht… :-)

Und so lag ich bei dieser riesengroßen Statue unten im Grass… Voll konzentriert, Ruhe, ruhige Hände, Motiv anvisiert, erst nur das linke Auge zu, dann auch das rechte, einatmen, nicht wackeln, ganz ruhig, gleich macht es “Klick”… Auf einmal macht es “Tipp”. Mir auf der Schulter. Wenn ich nicht so ein Ruhiger wäre und nicht so ein schönes Hobby hätte – wäre ich wie von der Tarantel gestochen aufgestanden und hätte der Person in diesem Moment eine reingehauen :-) Aufgestanden bin ich trotzdem. Eher erschrocken und überrascht. Charly würde sagen: Zugefallen. Eher angetippt. Da stand es vor mir. Ein Kind von einer älteren Dame. Spiegel meiner Seele. Ein Mensch, den ich vermutlich zum ersten und zum letzten Mal in meinem Leben gesehen habe. Aber diese glänzende Augen waren die gleichen, die ich an diesem Tag hatte, die gleichen, aller 7 Eichhörnchen… Neugierde, Freude, Offenheit, Vertrauen… Herz eines alten Menschen, dem sein Leben und Gebrechlichkeit im Gesicht geschrieben standen. Aber die Augen, das waren die Augen eines Kindes. Und das, was sie sagte – erinnerte mich wieder an die letzten Wochen. An ein Gespräch mit Määh-Lena über die Zeit nach der Klinik, an ein Gespräch mit einer Borderlinerin, die momentan auch unter einer Schreibwut leidet… Leben, Glücklichsein, Schreiben, das machen, wofür man bestimmt ist, was einem Spaß macht, Träume, Augen, nicht aus den Augen verlieren, Kind bleiben… Das alles schoss mir durch den Kopf, als ich diese alte Frau vor mir sah. Und noch mehr davon, als sie wieder fortging. Sie stellte mir anfangs nur eine einzige Frage. Das danach war nur Smaltalk. Etwas Menschlichkeit und Wärme. Ein paar “Floskeln” über das schöne Wetter für das Fotografieren. Meine Antworten darauf, es sei wenigstens nicht so heiß, ich mache die Fotos für mich, privat… Aber ein Satz… Einer der Sätze, die für immer hängen bleiben. Vielleicht auch einer von denen, die dein Leben für immer verändern. Oder zumindest noch mehr in die richtige Richtung lenken ;-) “Schreiben Sie ein Buch?” Hallo?!? Kamera… Fotos… Liegstu… Knippstu… Woher sollte sie es wissen? Warum gerade diese Frage? Warum gerade ich? Hätte ich nicht vorher auf der Erde gelegen, wäre ich… Auch so hat mich dieser Satz umgehauen. Es wird langsam an der Zeit… Eines bin ich mir sicher: Charly kenne ich auch nicht. Der Glaube an Gott und Zugefallenes hält sich bei mir noch im gesunden Rahmen. Aber diese Begegnung wird nicht nur ein Lesezeichen und ein Artikel in meinem Blog bleiben. Mehr Zeichen brauche ich nicht…

Die letzte Zugabe dieses 10-Stunden-Tages war noch eine Begegnung mit zwei weiteren älteren Damen. Sie suchten den Sensenmann. Und fragten ausgerechnet mich, wahrscheinlich weit und breit den einzigen kroatischen Einwanderer nach der Wegbeschreibung zu ihm. Aber ich hatte einen Plan. Meinen Plan vom Glück :-) Einen schon ziemlich mitgenommenen DIN A4 Lageplan des Friedhofs aus dem Internet. Zugefallen oder nicht, diese Statue war mein letztes Ziel für diesen Tag. Die beiden Damen suchten genau das Gleiche wie ich. Zum Glück habe ich mich vorher im Internet über die Lage der Statue kundig gemacht und so dürfte ich die Beiden mit meinem Fahrrad herumlotsen. Und wieder diese so kostbare Menschlichkeit… Dankbarkeit, Funkeln der Augen, Reden… Irgendwann trafen wir uns wieder an der Statue. Macht nachdenklich… Gerade dann, wenn man die Sanduhr entdeckt. So unscheinbar sie auch sein mag in der Gesamtheit so eines schönen Werkes. Sie ist unermüdlich. Meine Finger noch lange nicht. Ich weiß, wo meine Rosinen sind. Eine davon hat gerade diese Zeilen durchgelesen. Stelle dir solche Fragen nicht. Wege und Entfernungen sind nicht wichtig. Die Zeit ist es. Die Zeit, die man sich für etwas nimmt. Die Zeit, die uns übrigbleibt. Auch dafür, um Gedanken auszutauschen, um Antworten zu bekommen. Die meisten meiner Antworten kenne ich schon. Du auch. Das sind die Vorzüge eines erfüllten, wenn auch langsam gebrechlichen Lebens. Gerade bei den Fragen, auf die es keine Antwort gibt, geben kann. Verschwende deine Zeit nicht. Lebe sie. Und sei glücklich. Weil… Ich… Rrrrr… :-)

Bis bald… ;-)

Hab dich!

Die Unbestechlichen

6

6

Das geplante Regenmacro

Das geplante Regenmacro

Engel sanft

Engel sanft

Der Sensemann

Der Sensenmann vom Melatenfriedhof





Im Gedenken an Anne Frank

12 06 2009

Am heutigen Tag hätte Anne Frank ihren 80. Geburtstag gefeiert. Ihre Geschichte habe ich mit 9 zum 1. Mal gelesen. Ein Buchgeschenk meiner Mutter. Und eine Geschichte, die ins Mark geht. Die Zeiten des 2. Weltkrieges, Verfolgung der Juden und Leben in Angst vor den Nazis. Die Geschichte eines Mädchens, das durch ihr Tagebuch auf tragischer Weise weltberühmt wurde. Das Schicksal eines kleinen Menschen während eines schrecklichen Krieges und das Leben in einem Amsterdamer Versteck mit 7 anderen Personen in einer 50qm grossen Wohnung über einen Zeitraum von 2 Jahren.

Was mich ausser der Geschichte selbst fasziniert hat, war Annes Reife, ihre Gedanken und die wundervolle Schreibkunst, mit der sie sie zum Ausdruck brachte. Etwas so Schönes, das mich über 30 Jahre begleitete, selbst prägte und sehr, sehr lange mein Lieblingsbuch war. Dieser Artikel ist mein kleines Lesezeichen für Anne Frank. Auch ihr Leben und ihr Tod waren nicht umsonst…

Dank je wel, Anne!

Wikipedia über Anne Frank





Der Super-Gau

12 06 2009

Die Datei an sich ist auch eine Sau :-) Es ist schon über ein Jahr her, dass mir mein Blade-Server schön abgestürzt ist. Tausende von Bildern, Entwürfe für Websites, meine fast ganze Musiksammlung, Briefe und Dokumente… Alles verschwunden. So lernt man auch das Wort “Backup” kennen. Leider erst hinterher ;-) Wichtig, weil mit unter Bilder von mir dabei waren, die ganzen Kroatien-Bilder, ohne die diese Seite für mich nur halb so viel wert gewesen wäre, Bilder meiner Familie, Briefe meiner Freunde… Und all das nur deswegen, weil ich der damals noch gesunden Kollegin etwas Gutes tun und ich etwas eher zum Nachtdienst fahren wollte, obwohl ich gerade dabei war, das liebe, alte XP auf dem PC zu installieren. Leider habe ich dabei vergessen, dass der Server noch am Netz war… Somit hat er in dieser Nacht ungewollt auch das neue Betriebssystem verpasst bekommen und am nächsten Morgen waren alle Dateien, damals ca. 4 TB – einfach weg. Keine Wiederherstellung möglich, weil neues System draufgespielt, mit dem Papierkorb war auch nichts zu machen… Bis heute :-)

Dank Computerzeitschriften, die ich mir ab und an beim Einkauf im Supermarkt anschaue, kam die Rettung. Ganz zufällig (und wieder mal für kleines Geld :-) sah ich damals eine im Regal, die nichts verprach. Unscheinbar, nur ein kleiner Titel, ganz unten im Regal versteckt, glanzlos und ohne viel Beschreibung. Dafür aber mit CD drin. Vollversion, die im Laden noch vor einem Jahr 300 Ocken gekostet hätte. Recovery so und so :-) Simpel in Bedienung, ohne viel Schnickschnack… Erwähne es deswegen, weil ich noch vor ein paar Tagen bei den öffentlich-rechtlichen eine Sendung aufgeschnappt habe, die über die Abzocke mit der Datenrettung berichtete. Zu teuer, meistens erfolglos… Ähnlich wie bei mir. Irgendwann mal eine extra CD dafür gekauft, etliche Rettungsprogramme aus dem Internet heruntergeladen… Haben auch nur ganz wenig geholfen. Zwar waren einige Daten wieder da, jedoch ohne Namen, im anderen Format, nicht vollständig, defekt… So konnte ich aber wenigstens meine Fontsammlung (PC-Schriftarten) retten und mühsam etwa 80.000 Schriften rekonstruieren. Danach dürfte ich auch jede Schrift einzeln umbenennen, damit sie überhaupt wieder funktioniert. Der Rest war, nach wie vor – weg. Und so kam der besagte Supermarkteinkauf. Kann mich noch erinnern… Hatte Heißhunger auf Pepsi und Pizza vom Chefarzt Oetker… :-) Und da sah ich diese Zeitschrift und nahm sie mit. Sie gammelte schon recht lange neben dem PC vor sich her, weil ich mal wieder Angst vor Enttäuschung hatte, befürchtet habe, dass die ganze Wiederherstellung sicher nicht nur eine Stunde dauern würde, wie bei den meisten anderen Programmen, vielleicht genauso “erfolgreich” sein wird wie die, die ich schon ausprobiert habe… Aber vergessen habe ich sie nie. Nie aus den Augen verlieren, die Träume :-) Hört sich blöd an, ich weiß. Wer nennt so einen Super-Gau einen “Traum”? Tja… Wenn es so ist wie heute, wenn irgendwo bei jedem von uns ein Teil seines Lebens auf den Festplatten schlummert… Dann kann ich es auch Traum nennen :-) Nachdem ich alle Programme nacheinander durch hatte und die Resultate für die Katz`waren, war diese unscheinbare Zeitschrift meine letzte Hoffnung. Und so kam irgendwann auch die richtige Gelegenheit für die Sauarbeit. In der Pause zwischen zwei Arbeitstagen habe ich meine ganze tolle, zuverlässige und glücklichmachende Technik wieder angeschmissen, miteinander verbunden, meinen treuen, tollen Vaio mit der CD gefüttert… Was für ein Traum! Ganze 35 Stunden Dauerbetrieb, Server und 2 externe Festplatten… Ich dachte: Lieber Gott, die Dateien sind eh weg, lass wenigstens nicht zu, dass meine ganze, teure PC-Landschaft aus Überhitzung auch noch kaputtgeht! Es hat geholfen :-) In dieser Nacht wurden über 30 Mio. Dateien, bis auf die letzte – alle wiederbelebt. Alle. Auch die gespeicherten Internetseiten mit den Unterordnern, sogar mein Surfverlauf und Favoriten von diesem Gau-Tag. Und die Moral von der Geschicht`? Einmal mehr: Die besten Sachen im Leben sind (fast) umsonst :-) Mein Häschen würde ich auch, um nichts auf der Welt – weider hergeben wollen. Manchmal weiß auch ich eben, was ich habe. Viel Arbeit :-) Lieben und ehren. In guten und in Gau-Zeiten. `Cause I’m a dreamer and I’m dreaming of you tonight…

Bis bald… :-)





Snow in June

1 06 2009

Sometimes the snow comes down in June
Sometimes the sun goes ’round the moon
I see the passion in your eyes
Sometimes it’s all a big surprise

So ähnlich geht es mir heute. Als ob ich es geahnt hätte. Ganz spezielle Nacht. War sie auch. Gestern noch bei Tage, sprach ich mit Häschen darüber, wie faszinierend ich (unter anderem) betende Hände auf Friedhöfen finde. Es gibt sie auf fast jedem 10. Grabstein. Egal auf welchem Friedhof man sich in Köln befindet. So viele Arten von Händen… Aus Bronze, aus Silber, im Stein gemeiselt, als Skulptur, als Zeichnung… In vielen Formen und Grössen, in vielen Farben, mit verschiedenen Details…

Und so machte ich mich, nichts ahnend – auf den Weg zu meinem Nachtdienst. Etwa zwei Stunden später… Ich erzähle es einfach, ganz kurz :-)

Das Thema Friedhof, seine Ruhe, schöne Fotomotive und Stille inmitten einer Grossstadt  mag ich einfach. Zwischen Leben und Tod. Für mich – doch etwas mehr Leben :-) Gerade seit einem Monat  so sehr – nachdem ich zum wiederholten Mal den wunderschönen Melaten besuchte. So gewaltig, so gross, mit so vielen Skulpturen, dass ich mich gedanklich auch im Nachtdienst damit beschäftigt habe, um mich irgendwie weiter wach, fit und glücklich fühlen zu können, trotz der langen, wachen Stunden auf meiner Arbeit. So erfuhr ich, Dank Internet auch, dass es in dieser Stadt fast 40 verschiedene Friedhöfe gibt, von der Fläche her teilweise noch grösser als der Melatenfriedhof selbst. Neugierig wie ich bin, fasste ich den Entschluss, irgendwann auch diese zu besuchen. Ich dachte eben, den grössten und schönsten habe ich schon gesehen. So kann man sich irren ;-) Nicht nur die Ruhe finde ich dort so toll. Auch so viele Geschichten, so viel Leben, Grün. Und so viele Gedanken über das Leben an sich, die einem durch den Kopf gehen, während man über diese Friedhöfe geht. Wohin man geht, wieviel Zeit bleibt uns noch hier übrig… Die Faszination über diese betenden Hände kam von ganz alleine. Plötzlich und genauso still. Sie war einfach da. Ein immer wiederkehrendes Detail. Hoffnung, Glaube… Gleich und dennoch unterschiedlich, jedes Paar ist anders. Ein Paar, etwas, was nur wir Menschen besitzen – Kreativität, Arbeit, Berührung, Fühlen, Festhalten, Stärke, Wärme, Zeichen des Alters, ihre Lebendigkeit… Und weiß Gott, was noch alles. Es gibt vieles, was man über Hände sagen könnte und was wir noch alles mit unseren Händen im Leben so anstellen… :-) Beten können sie auch. Stehen ruhig einander gegenüber, strahlen Frieden und Ruhe aus, harren für einen Moment aus und denken mit uns zusammen nach. Sprechen ein Gebet. Ganz still. Unbeweglich. Zwei so lebendige Dinger erstarren einfach in ihrer Demut. Alleine dieser Gedanke hat mir schon gereicht, um mich für die nächste Tour zu entscheiden :-) Betend, dass ich mit dem Wetter nächste Woche Glück habe :-)

Mit all diesen Gedanken, nachdem ich sie auch Häschen erzählte – fuhr ich zum Nachtdienst. Einige Zeit später hatte ich Gänsehaut. Da kommt ein Patient herein und bittet mich darum, sein Rücken einzureiben. Rückenschmerzen. Ähnliches Leid wie ich. OK, sagte ich… Er zog sein T-Shirt hoch und in dem Moment sah ich – betende Hände! Ein recht grosses Tatoo eben dieser Hände auf seinem Rücken. Dieselben Hände, die mich zwei Tage lang nicht mehr in Ruhe lassen. Nach anfänglicher Sprachlosigkeit und kurzen Gedanken über Vorsehung, Zufälle und sonstigem Kram, die mir im ganzen Zusammenhang in dem Moment durch den Kopf schossen (der beste Gedanke dabei war wieder mein altbekanntes und unvermeidliches “Nichts geschieht ohne Grund.”), schaute ich mir diese Hände an, diesen Rücken… Wie der “Zufall” so will, kamen wir auch ins Gespräch, von wegen Friedhöfe, Fotos, Glaube, Hoffnung und so… Als ich ihm dann erzählt habe, warum ich diese Hände so toll finde – kam der Hammer. Seine Antwort war: “Bestimmt deswegen, weil Sie dort so viel Ruhe finden.” Ja, ja… Die Zufälle ;-) Ein Mensch, den ich kaum kenne, seinen Rücken sowieso nicht, obwohl er schon seit fast vier Wochen bei uns ist… Und ich kriege von ihm genau DIE Antwort, die es in einem einzigen Moment auf den Punkt bringt. Das Ganze auf den Punkt bringt. In der Stille der Nacht. Das, wofür ich eigentlich all diese Friedhofstouren mache und noch weiter machen will. Mit meinen schönen, hoffnungsvollen und oft zu unruhigen Händen…

Manchmal schneit es im Juni. Und manch eine Leidenschaft kann eine riesige Überraschung mit sich bringen. Bis bald… :-)

Betende Hände

Betende Hände





Resümei

31 05 2009

War ein definitiv schöner Monat! Etliche Touren mit dem Silberpfeil und (mittlerweile) mit den zwei kleinen Schwarzen… ;-) Der Frühling hat es wirklich in sich! Wie schon erwähnt – sobald draußen die blaue Farbe am Himmel überwiegt – hält es mich eher weniger in der Wohnung. Es gibt immer was zu tun :-) Vor allem zu sehen. Eben diese 4 Augen sehen manchmal mehr als nur meine eigenen 2. Und nicht nur das. Mir wird immer bewusster, gerade durch Fotos, durch die Liebe die ich empfinde, durch die Bestätigung und Freude, die ich mit meinem H-Mädchen dabei teile – wie schön diese Stadt ist. Wie schön dieses eine Leben ist, das wir geschenkt bekommen haben. Wie kostbar diese Momente sind, wenn man wie mit Kinderaugen wieder etwas Neues entdeckt hat, wieviel Freude es machen kann. Die neue Nikon ist nur ein Hilfsmittel dafür. Es gibt noch so einige… Blonde, dunkle und lange, blauweiße, grüne, lebendige, herzhafte, tränenreiche, gedankenvolle… Und keiner kann es verstehen. Keiner so wie ich ;-) Manchmal komme ich mir vor… Je mehr Narben auf meinem Körper mir das Leben überlassen hat, (hinterlassen noch lange nicht :-) umso lebendiger werde ich.

Kann mich ähnlich wie das Kind mit seiner Mutter das neben mir stand, am Teich des Volksgarten – an einem schönen Schwan erfreuen. Am Füttern der chaotischen, plappernden Enten mit einem halben Toastbrot, das sonst wie üblich wenn nicht aufgegessen – auf dem Müll landen würde… Kann mich an flitzenden Eichhörnchen auf dem Melaten zu Tode ärgern, weil ich sie nicht vor die Linse bekomme… Kann mich aber daraufhin auch pfiffig anstellen und beim letzten Einkauf im Supermarkt an sie denken und an das, wie ich sie am besten überlisten könnte ;-) Klar, ein extra Tütchen mit Studentenfutter für das nächste Mal auf dem Melaten kaufen. Wir alle sind irgendwo auch bestechlich. Ich krieg dich noch! Und auf demselben Melaten – immer wieder diese so schöne temporäre Ruhe finden, die ich manchmal so sehr brauche. Ruhe des Grüns und sie Stille der schreienden Vögel. Menschen, denen ich zufällig begegne und die genauso schweigsam und still ihre Stunden auf dem Friedhof verbringen. Die mir trotzdem, vermutlich gerade durch diese Seelenruhe, fast ausnahmslos ein Lächeln schenken, wenn sie mich mit meinen Kameras herumstreifen sehen. Stille Bestätigungen für das, was ich mache. Für das, wovon ich vor lauter Freude und Glück auch wie ein Vogel nur noch laut schreien könnte. Stattdessen lache ich. Lächle zurück. Liebe das, wofür mir der liebe Gott und meine Eltern dieses meine Leben geschenkt haben. Um was daraus machen zu können. Um mit fast 42 immer noch wie ein Kind lachen zu können. Neugierig zu bleiben. Das, was ich tue zu lieben. Menschen, die mir begegnen zu schätzen. Liebe zu entgegnen. Woanders wieder zu begegnen. Auch in den Kirchen. Mit einer Ordensschwester inmitten der, durch Leid und zwei Tode berühmt gewordenen Severinskirche. Am Rheinufer, wo mich ein neuigieriges Mädchen fragte, was ich so alles und so lange filme.  Auf Arbeit, zu Hause… Immer weiter. Ein ewiger Kreis kleiner, vergänglicher Momente, die irgendwo in meinem Gedächtnis und in meinem Herzen fest eingebrannt bleiben, ähnlich wie auf dem Chip meiner Kameras, mit denen ich diese Momente wieder abrufen kann.

Kleinbildkameras für kleines Geld. Weil ich so erstaunt war, was die kleinen Dinger heutzutage so alles können… Mehr Pixel, besserer Zoom, edel aussehend, schnell… Zum Teil sogar besser als meine heißgeliebte, teuere Canon. Und eine kleine Frau zu Hause, die mein kleines Herz erobert hat. Und dieses mit so viel Freude füllt, immer noch, dass ich an Abenden wie dem heutigen – stundenlang noch schreiben könnte, mit ihr darüber reden könnte, sie einfach nur noch, so wie sie es sich wünscht – lieben könnte. Mich dabei wieder und neu entdecke, erfreue, nachdenke… Gespräche und Themen, die Kraft spenden, neue Gedanken hervorrufen. Minuten des Resümees eines jeden Tages, die überhaupt das Beste an dem Ganzen sind. Weil man sie miteinander erlebt und wieder teilt, neue Kreise im Sande aufmalt und am Ende – was davon hat.  Auch der Mai hat es mit mir gemacht. Mein Rücken. Meine Familie. Mein Leben. Mein Mai. Und es ist gar nicht so Meins, Meins… Ähnlich wie mein alter Opa – teile ich mittlerweile viel lieber, als es meins zu nennen. Teile meine Zeit ein, die mir noch übrigbleibt. Um meine Spuren zu hinterlassen. Die letzte Nacht war auch eine von Diesen. Ganz spezielle Nacht. In einem ganz besonderen Monat. Aber, die Arbeit ruft schon wieder… Wer weiß, was diese Nacht noch so alles bringt. Gibt. Mit mir teilt. Mir mitteilt. Und ich selbst hier wieder… Bis bald… :-)





Das perfekte Herz (Mai-Hai-Lights :-)

30 05 2009

Es wäre schön, wenn man so ein Ding hätte, das einem hilft, sobald man eine Idee zum Schreiben bekommt – diese sofort in den Blog reinzubiemen :-) Leider ist es so in meinem Leben nicht. Vielen Sachen eile ich nur (langsam :-) hinterher und die Zusammenfassungen schöner Lichtblicke lassen oft auf sich warten. Sei es drum. Die wichtigen finden eben in meinem Herzen statt. Oder in den Herzen, die ich mit meinem teile. Durch Gespräche, durch Zuhören, durch Liebe… Meist in einem schönen Wort, einem schönen Gedanken…

Solche Geschichten gibt es auch… Ein kleiner Blick in mein (Klinik-) Alltag. Diese habe ich am vergangenen Donnerstag vorgelesen. In der Infogruppe für die Patienten, die ich mittlerweile mit Vorliebe leite, wenn ich schon Spätdienst habe. Eine Geschichte von vielen. Geschichte zum Thema “Borderline”. Aufgrund der ordentlichen Zunahme der Patienten mit diesem Krankheitsbild auf unserer Station. Als Andenken an Stern-TV ;-) Gute Vorbereitung ist allles. Vor der Gruppe habe ich sie im Internet gefunden. Und heute, 2 Tage später, kam eine der Patienten auf mich zu… “Mir hat diese, Ihre Geschichte, so gut gefallen. Habe mich aber nicht getraut, Sie vor den vielen Mitpatienten danach zu fragen. Könnten Sie sie für mich nochmal kopieren?” Tja… ;-)

Das perfekte Herz

Eines Tages stand ein junger Mann mitten in der Stadt und erklärte, dass er das schönste Herz im ganzen Tal habe. Eine große Menschenmenge versammelte sich und sie alle bewunderten sein Herz, denn es war perfekt. Es gab keinen Fleck oder Fehler in ihm. Ja, sie gaben ihm Recht, es war wirklich das schönste Herz, das sie je gesehen hatten. Der junge Mann war sehr stolz und prahlte noch lauter über sein schönes Herz.

Plötzlich tauchte ein alter Mann vor der Menge auf und sagte:
„Nun, Dein Herz ist nicht mal annähernd so schön wie meines!“
Die Menschenmenge und der junge Mann schauten das Herz des alten Mannes an. Es schlug kräftig, aber es war voller Narben, es hatte Stellen, wo Stücke entfernt und durch andere ersetzt worden waren. Aber sie passten nicht richtig und es gab einige ausgefranste Ecken…genau gesagt… an einigen Stellen waren tiefe Furchen, wo ganze Teile fehlten. Die Leute starrten den alten Mann an: Wie kann er behaupten das sein Herz schöner sei?

Der junge Mann schaute auf des alten Mannes Herz, sah dessen Zustand und lachte:
„Du musst scherzen“, sagt er, „ Dein Herz mit meinem zu vergleichen. Meines ist perfekt und Deines ist ein Durcheinander aus Narben und Tränen.“
„Ja“, sagte der alte Mann, „ Deines sieht perfekt aus, aber ich würde niemals mit Dir tauschen. Jede Narbe steht für einen Menschen, dem ich meine Liebe gegeben habe. Ich reiße ein Stück meines Herzens heraus und reiche es ihnen und oft geben sie mir ein Stück ihres Herzens, das in die leere Stelle meines Herzens passt. Aber weil die Stücke nicht genau sind, habe ich einige raue Kanten, die ich sehr schätze. Denn sie erinnern mich an die Liebe, die wir teilten.

Manchmal habe ich auch ein Stück meines Herzens gegeben, ohne dass mir der Andere ein Stück seines Herzens zurückgegeben hat.
Das sind die leeren Furchen. Liebe geben heißt manchmal ein Risiko einzugehen. Auch wenn diese Furchen schmerzhaft sind, bleiben sie offen und auch sie erinnern mich an die Liebe, die ich für diesen Menschen empfinde.
Ich hoffe, dass sie eines Tages zurückkehren und den Platz ausfüllen werden.
Erkennst Du jetzt, was wahre Schönheit ist?“

Der junge Mann stand still da und Tränen rannen über seine Wangen. Er ging auf den alten Mann zu, griff nach seinem perfekten Herz und riss ein Stück heraus. Er bot es dem alten Mann mit zitternden Händen an. Dieser nahm das Angebot an und setzte es in sein Herz.
Er nahm dann ein Stück seines alten Herzens und füllte damit die Wunde in des jungen Mannes Herz. Es passte nicht perfekt, da es einige ausgefranste Ränder hatte.
Der junge Mann sah sein herz an, nicht mehr perfekt, aber schöner als je zuvor, denn er spürte die Liebe des alten Mannes in seinem Herzen fließen. Sie umarmten sich und gingen weg.
Seite an Seite.

Narben auf dem Körper bedeuten, dass man gelebt hat….

Narben auf der Seele bedeuten, dass man geliebt hat…

P.S. Als Andenken an Jemanden (oder Etwas), der/das mir einige Narben hinterlassen hat. Trotzdem: Stolz darauf, dass ich so bin, wie ich bin. Oder so geworden bin. Oder das werde, wovon ich immer geträumt habe. Hast ihn nie verraten… Deinen Plan vom Glück…

Mir fällt gerade ein: Es ist immer noch Mai. Also habe ich den Sonntag immer noch Zeit, um eine kurze Mai-Lights-Dies-Und-Jenes-Geschichte aufzuschreiben…

Bis bald… ;-)





Zwischen Leben und Tod

24 05 2009

Hört sich viel dramatischer an, als es eigentlich ist ;-) Es ist aber auf jeden Fall eine laaange Geschichte, die auf ihre Erzählung noch 1-2 Tage warten muss. Die neue (Arbeits-) Woche fängt an… Eines kann ich aber jetzt schon verraten: Der Monat Mai im Jahre 2009 war schlicht und einfach SUPER. Bis bald… :-)





Sternstunden

23 05 2009

Tage wie diese… Es vermischt sich manchmal alles im Leben so schön… Einige hunderte Fotos neu entstanden, meine Klinik und das Krankheitsbild “Borderline” wurde bei RTL im Stern-TV vorgestellt… Vor kurzem schrieb ich etwas über Haie und Eishockey. Zufälle gibt`s… Der beste Goalie seit Jahren bei uns, Robert Müller,  ist tot. Wie schrecklich! Genau wie mein Bruder. Hirntumor. Mit 28. Mögen Dich 80 Sterne auf Deinem anderen Weg begleiten! Tschö, Jung! Und danke für all die schönen Sternstunden in der Arena!





Die unteren 10.000

20 05 2009

He, he… Geschafft! 10 Monate Bloggens und dabei kommt heraus… Eine stolze Summe Besucher, 45 Artikel unter diesem, eine Menge Spass, Fleiß, Fotos, kaputtgetippter Finger und noch so einiges mehr ;-) Schon damals, als der erste Tausender auf der rechten Seite stand, habe ich mir vorgenommen, nicht abzuheben. Es ist nur ein Blog unter vielen. Aber eine Chance mehr, um meine Schreiblust sporadisch auch hier auszuleben. Ich wünsche mir noch viele Artikel, Bilder und Inspiration. Und danke auch an dieser Stelle, denjenigen wenigen Menschen, die mein wahres Leben ausmachen. Die wahren Menschen hinter mir und hinter diesen Zeilen. Ohne Euch wäre ich viel ärmer. Und meine eigene Geschichte und dieser Blog auch.

Bis bald… ;-)





Eishai, Ückückück, Füünününü und andere Kleinigkeiten zum Zweiten

1 05 2009
Eisbär Oskar

Eisbär Oskar

Der Wonnemonat ist da!!! Und in Köln… SCHEINT DIE SONNE! Ab durch die Mitte :-) Und dir Häschen: VIEL GLÜCK HEUTE! Ich teile meines, deines und unseres etwas später. Das kleinere kleine Schwarze wartet. Und freut sich gleich mit mir und auch für dich. Tausendvierhundertdreiundzwanzigfach. Ich bin soooo glücklich! Nur noch einen Senseo und eine Dusche davon entfernt. Aber dann… Dann sind wir losgefahren und bis zum späten Abend in der Stadt geblieben. Viele Fotos, viele Impressionen und auch ganz schön viel Müdigkeit jetzt. Aber es war ein geiler Tag! Das schon mal vorab. Bettchen ist mir im Moment etwas wichtiger als Schreiben. Also: Bis bald… :-)

Sonnenuntergang 1. Mai 2009

Sonnenuntergang 1. Mai 2009

Blumen-Macro

Blumen-Macro

Das alles hier ist nur ein kleiner Vorgeschmack auf… Und mit… :-)

Hasis Nikon Coolpix S630

Hasis Nikon Coolpix S630

Es ist zwar die Konkurrenz, die ist aber mittlerweile sooo gut, dass ich mich aus mehreren Gründen habe breitschlagen lassen ;-) Und es macht so was von Heidenspass!

Engel Mülheimer Friedhof

Engel Mülheimer Friedhof

Rose

Rose

Peti :-)

You can become blind by seeing each day as a similar one. Each day is a different one, each day brings a miracle of its own. It’s just a matter of paying attention to this miracle.

Zwei

Zwei

Knospenmeer

Knospenmeer

Ente

Ente

Schwan

Schwan

Das waren einige Eindrücke von meiner Tour über die freien Tage um den 1. Mai. Die restlichen Bilder werde ich Stück für Stück auf meinen Bilder-Server bzw. auf meine Homepage demnächst hochladen. So lange ich genügend Licht und Sonne abbekomme, werde ich immer lebendiger und weiß vor lauter Lust am Fotografieren gar nicht so recht, wo ich zuerst hinfahren soll :-) Aber erst einmal werde ich die Bilder weiter sammeln, bis ich mich wieder an die Arbeit schmeiße. Schon jetzt könnte ich bei einigen Bildern fast eingehen. Bei so vielen Motiven und bei meinem Glück, sie erwischt haben zu dürfen – könnte ich dabei einfach nur noch heulen. Vor Schönheit. Daher diese so unheimlich große Liebe für dieses Hobby, manch eine neue Investition… Fast vom Mund angespart, aber lohnenswert. Manche Sachen im Leben, so klein sie auch sein mögen, sind einfach – unbezahlbar. Und damit wäre ich wieder beim Titel dieses Artikel. Das Problem ist, mir fallen gerade meine zwei blauen Verschlüsse vor Müdigkeit zu ;-) 42 Kilometer auf dem Fahrrad an einem Nachmittag – das zieht. Nicht nur in den Beinen. Auch mich selbst. Nach draussen :-) Noch öfter malen. Neue Bilder. Neue Geschichten. Diese hier ist noch gar nicht zu Ende. Ich habe gerade  erst angefangen :-)

Was hat dieser Artikel an sich? Ganz einfache Sachen… Als Haie-Fan mag ich auch Berliner. Zumindest einige davon ;-) Eisbären mögen zwar nicht unbedingt die Kölner Haie, hassen tun sie sie aber auch nicht. Man könnte sagen – friedliche Koexistenz ;-) Daher dieses “Eishai”. Eine Mischung zweier Begriffe. Verbinde ich mit vielen schönen Erinnerungen. Aber auch mit der Gegenwart. Und vor allem mit der Zukunft. Der arme Oskar, eine waschechte Berliner Schnauze, ist zu einem Weltenbummler geworden. Gar nicht so alt, aber schon ganz viele Länder, Plätze und Urlaube auf dem Buckel ;.-) Halb Köln kennt der Bärliner schon. War auch mal in Österreich, Slowenien, Kroatien… Und ich hoffe, dass er noch viele Plätze besucht. War sogar auch schon heimlich in der Kölnarena bei einem Spiel zwischen… Na, Sie wissen schon. Und ich schätze, der Sack hat sich tierisch gefreut. Mit 5:3 haben die Hauptstadtbrüder die Haie weggeputzt. Im Welli war er auch schon. Mutter besuchen. Und wieder eine Klatsche bekommen, die Kölner. Berliner später in Köln aber auch. Eines ist sicher: Sobald das Team wieder da ist, wo es hingehört und die Haie mal wieder ein paar Spiele gewinnen – bleibt der Oski schön zu Hause ;-)

Ückückück ist eine Abkürzung dafür, das mir in den letzten Monaten zunehmend oft wiederfährt. Genau aus dem Grund, weshalb ich wohl seit über einem Jahr kein Hockeyspiel der Haie gesehen habe. Sie haben es nicht. Zwar haben sie viel Geld aber kein – Glück. Glück, Glück, Glück. So komme ich mir manchmal vor. Da nichts im Leben perfekt ist, hab ich auch die ersten zwei Buchstaben weggelassen. Mein Geld liegt zwar auch irgendwo herum, wichtiger aber ist mir mein Ück. Viel mehr als die Kohle. Ück verbindet ein Mann natürlich auch mit dem Begriff “Frau”. Wäre Mario Barth nicht einer von uns ;-) Ich habe ja nicht mehr so eine, die Saucen oder Kräuter in den Bechern von Fruchtzwergen einfriert. Aber einiges war viel schlimmer. Salamischeiben im Essig tunken und so essen, bis die Lippen weiß wurden. Oder Schokolade unter dem Arsch weichwerden lassen und dann essen. Kein Wunder, dass die damals lieber über ihre Hüften und dick gewordenen Beine ückte. Erdanziehung. Zerlaufenes Schoki läuft nun mal nach unten ;-) Da könnte ich wie Mario alleine über das Thema “Essen-Frau, Frau-Essen” einen neuen Bestseller herausbringen ;-) Es ist nicht so, dass Weiber einen unglücklich machen (temporär immer, gar keine Frage ;-), aber was Essen betrifft, da können wir Euch immer packen. Was meine Ehefrau so über das Thema “Essen” oder “Gewürze” meint, behalte ich lieber für mich. Sonst gibt es was auf die drei Fruchtzwerge ;-)

Ück ist so was von toll :-)





Wenn Schweinchen einem was husten

28 04 2009
Schweinegrippe Virenstamm

Grippe-Virenstamm

Aus aktuellem Anlass werde ich in den nächsten Stunden versuchen, meine Nachrichtensammlung der letzten Tage über das Thema “Schweinegrippe” zu sortieren, das Wissen darüber  zusammenfassen und daraus einen Artikel bei WordPress basteln. Bin selbst Mediziner, jedoch kein Arzt und daher ist dieser Artikel nur unter Vorbehalt, ohne Gewähr aber vielleicht als unterhaltsam und lehrreich zu geniessen. Selbstverständlich interessiert mich dieses Thema, alleine wegen der beunruhigenden Nachrichten aus Mexiko. Das Heute ist sehr schnelllebig. Technik, Fliegen, Internet… Meist ein Segen, manchmal auch ein Fluch. So können nicht nur Menschen innerhalb weniger Stunden auf das andere Ende des Erdballs fliegen. Viren und Krankheiten können es auch.

Abgesehen davon, macht mir mein Beruf immer noch riesiegen Spass. Ich behaupte, dass ich immer noch mit Interesse und mit Seele dabei bin. Dann erwarte ich von mir selbst, auch als “nur” Pfleger – mich über solche Sachen zu informieren und mein Grundwissen gepaart mit Neuigkeiten in der Medizin und Nachrichten aus den Medien vielleicht auch noch mit ein paar anderen Menschen zu teilen. Nicht weil mich Klicks auf meiner Seite aufgeilen oder weil ich Aufmerksamkeit brauche. Nein, weil ich mich mit diesem Thema und Medizin schon etliche Jahre auseinandersetzen muss und möchte. Und auch deswegen, weil Medizin und Fortschritt genauso gut miteinander funktionieren,  wie wir selbst und Technik, die uns umgibt. Es geht mir alleine um das Teilen. Anderen helfen, um sich zu informieren, um zu wissen, womit sie es zu tun haben oder ihr Wissen über diese Sachen einfach etwas zu vertiefen und zum Nachdenken bringen. Ich erlebe etliche Male, fast tagtäglich, dass Patienten mit ihren ungewaschenen Händen und Fingernägeln irgendwelche Pickel oder Wunden “bearbeiten”, während wir angehalten werden, uns so oft wie möglich die Hände zu waschen oder zu desinfizieren. Während meiner Ausbildung geschah es ähnlich. Mit dem Unterschied, dass diverse Schläuche, Nadeln, Wunden oder Brüche bei Patienten vorhanden waren, die direkt in- oder aus dem Körper gingen. Diese konnten nicht ihre Hände waschen. Oder lagen teilweise eine ganze Weile mit diesem Zeug in ihren eigenen Körperflüssigkeiten und Exkrementen. Es geht um das Bewusstsein, das ich auch durch mein Schreibwerk vielleicht verändern kann. Mehr erwarte ich nicht. Tatsache ist, dass uns manchmal gar nicht bewusst ist, gerade wenn wir angeknackst sind, krank oder irgendwo im Krankenhaus liegen – wie leicht diesen Organismen Tür und Tor geöffnet wird. Es fängt schon bei dem (Nicht-) Händewaschen nach dem Toilettengang an.  Schon bei diesen Sachen fängt die Auseinandersetzung mit dem Thema Infektionskrankheiten. Gerade bei solch schlimmen Nachrichten der letzten Tage in den Medien werde ich hellhörig. Und wenn ich was tun kann, etwas so Mystisches und (glauben wir) dieses Etwas, das soo weit weg von uns ist für Jedermann etwas verständlicher zu erklären, um etwas Licht in die Dunkelheit der Materie zu bringen, oder einfach nur um Panik zu vermeiden – dann tue ich es. Wahrheitsgemäss und nach meinem besten Wissen und Gewissen. Für den Anfang: Viren und Bakterien gehören zu Menschheit. Sie waren sogar früher da als wir selbst ;-)

Die Unterschiede:

Bakterien

Bakterien sind Einzeller. Kleinste Form eines Lebewesen. Diese besitzen keinen Zellkern und damit auch keine DNS. Trozdem können sie sich munter vermehren und organismenähnliche Formen bilden (sogenannte Prokaryonten). Diese Organismen besitzen den genetischen Code in einer Art von Zellkern (Pro-Nukleus). Diese Art von Zellkern unterscheidet sich von allen anderen dadurch, dass er nicht durch eine Kernmembran getrennt ist. Einige Beispiele dafür sind: alle Bakterien und deren Stämme, Pilzsporen und  Blaualgen. Des Weiteren gibt es viele Klassifikationen über die Form der Bakterien und über ihre biologischen Merkmale. Dies zu erklären würde für diesen Artikel den Rahmen sprengen. Zum besseren Verstehen ist dagegen wichtig zu sagen, dass sie sich sowohl in der Luft als auch ohne Sauerstoff vermehren können und dass sie aus Enzymsystemen bestehen und solche Enzyme auch selbst für ihr Wachstum brauchen. Zudem unterteilen sie sich in autotrophe (selbsternährende) und heterotrophe (können sich nicht selbständig ernähren). Die Letzteren brauchen dafür einen Wirt (eine andere Organismusform), um zu überleben, ähnlich wie Viren. Diese nutzen den Stoffwechsel des jeweiligen Wirt (Tier, Mensch), um zu überleben. Meist für die eigene Energiegewinnung (für Wachstum und Vermehrung) durch Abspaltung von Zucker, Fetten oder (am wichtigsten überhaupt) Eiweissen im jeweiligen Wirtsorganismus. Es gibt, wie bei allem im Leben – gute und schlechte Bakterien. Bakterienflora gehört bei Menschen als etwas ganz Natürliches hinzu. Vorhanden auf der Haut (Selbstschutz vor anderen Eindringlingen und Krankheiten), im Darm (denken Sie mal an die Joghurtkulturen :-) oder eben im Mund oder Nase. Alles nützlich. Entweder zur eigenen Abwehr oder als Spaltungsarmee für die Nahrung. Zu den Krankheiten, die diese “bösen” Bakterien verursachen, wäre das Wichtigste zu sagen – dagegen helfen nur Antibiotika. Und wenn man Glück hat – die eigene Körperabwehr. Leider ist heute so, dass immer weniger Antibiotika auf Bakterien ansprechen, da wir durch unser zivilisiertes, sauberes Leben immer mehr auf Hygiene achten und dadurch auch harmlosen Tierchen kaum noch eine normale Chance zum Überleben bieten. Dann werden diese ganz böse und fangen an, sich umzuwandeln, ihre Eiweissstrukturen zu verändern, werden immer aggressiver und pfeifen auf immer mehr Antibiotika. Sie werden resistent. Nach dem Motto: Wie du mir, so ich dir. Andererseits entwickelt sich die Medizin mit riesigen Schritten und erforscht ständig neue Antibiotika, die an diese neue Lebensformen angepasst sind. Leider gibt es auch Ausnahmen. MRSA ist ein Erreger davon. Methicillin-resistenter Staphylococcus Aureus. Fälschlicherweise oft als “Multiresistenter” genannt, was nur zum Teil stimmt, da es mittlerweile Antibiotika auf dem Markt gibt, die diese Bakterien im Zusammenhang mit anderen Therapien erfolgreich bekämpft werden können. In der Regel gibt es mindestens ein Antibiotikum, das diese Resistenz (Proteine eines Bakteriums) knacken kann. MRSA kommt am häufigsten dort vor, wo mit Antibiotika gearbeitet wird: Krankenhäuser und Pflegeheime. Daher wird er auch Krankenhauskeim genannt. Im Vergleich zu dem jetzigen Stand der Dinge in Mexiko – eigentlich harmlos. Studien in den USA zufolge sterben dort pro Jahr ca. 20.000 Menschen an Infektionen mit MRSA. In Deutschland 1/10 davon, obwohl sich hier ca. 50.000 im Jahr, meist im Krankenhaus, durch diese Erreger infiziert. Noch ein Indiz dafür, dass Medikamente und gute Versorgung in den Krankenhäusern ihre Wirkung zeigen. Zwar gilt der Anteil der MRSA-Infektionen in deutschlen Krankenhäusern (20-50%) auf die Gesamtzahl aller sonstigen Infektionen bezogen als sicher und vergleichsweise gering (als zum Beispiel der Anteil einer Lungenentzündung oder einer sonstigen Infektion), es stellt sich aber auch die Frage, warum der Anteil der MRSA-Infektionen in skandinavischen Ländern und jetzt auch in den Niederlanden zunehmend sinkt und bisweilen die Infektionsrate mit diesem Erreger nur noch bei 1-5% liegt? Weil dort jeder Patient vor dem Krankenhausaufenthalt auf MRSA getestet wird. Hier in Deutschland nicht. Was mehr kostet, kann ich aus eigener Erfahrung beantworten. Ich habe Patienten erlebt, die schlappe 2 Jahre im Krankenhaus mit diesem Erreger lagen. Getestet wurde erst munter hinterher. Aber… Es gibt immer ein Aber :-) Die im Krankenhaus erworbene (nosokomiale) Krankheiten/Infektionen durch MRSA finden auch zunehmend draussen statt, ausserhalb des Krankenhauses. Die nächste Frage: Warum wurden die MRSA-Stämme mittlerweile in den Niederlanden oder auch in Frankreich und in Kanada bereits in Schweinen nachgewiesen? Antibiotika werden auch zunehmend in der Tierzucht verwendet. Daher wundern mich auch diese Fälle von MRSA in Schweinen nicht. Wo es beginnt, wohin das weitergeht und wo es aufhört – darüber werde ich mir erstmal keine Gedanken machen. Sonst werde ich noch richtig krank :-)

Viren

Viren sind biologische Erreger, die eine DNS oder RNS und im Gegensatz zu Bakterien keine Enzyme besitzen, die für ihr Wachstum und Teilung zuständig wären. Da Viren “denken” können (durch genetische Mutationen über die Jahrhunderte), benötigen sie für ihre Vermehrung und Überleben Zellen eines anderen Organismus. Sogenannte Wirtszellen. Das Virus (im Übrigen, das ist die richtige Schreibweise, liebe Bildzeitung ;-) besteht aus eine Nukleinsäure-Einfach- (oder) Doppelhelix, ähnlich der unserer Gene. Umgeben ist es mit einem Mantel aus Protein. Etwas komplexere Viren enthalten zudem auch eine Hülle aus Lipiden (Fett). Diese Hülle ist letztendlich dafür zuständig, dass das Virus entweder an die Wirtszelle andocken oder sogar mit ihr verschmelzen kann. Meist besitzt die Virushülle eine Zellmembran, von der aus die bekannten “Stacheln” (Protein-Gebilde) in die Fremdzelle eindrigen können und mit ihr zunächst zusammenleben, bis sie sich irgendwann dem Stoffwechsel der Wirtszelle so angepasst hat, dass sie mit ihr fast Eins werden. Durch verschiedene genetische Prozesse (entweder auf DNS -oder RNS Ebene) kopieren sie sich innerhalb des Zellkerns der Wirtszelle oder (bei RNS-Viren) stellen sie selbst eine Kopie des Genoms her und passen so die Zellen ihren “Bedürfnissen” an. Nachfolgend kommt es zum Zelltod (die Viren blockieren die Zellteilung der Wirtszelle) oder aber bringen die Wirtszelle dazu, sich unkontrolliert zu vermehren, bis diese krankmachend wirkt und die eigenen Abwehrzellen im Körper völlig überfordert, sodass an einer anderen Stelle neue Erkrankungen des Zellsystems entstehen, wofür normalerweise die Abwehrzellen des Körpers zuständig gewesen wären, die aber nun mit Virenbekämpfung beschäftigt sind und somit nicht mehr zur Verfügung für das Immunsystem stehen. In seltenen Fällen passiert es auch, dass der Gencode des Virus einfach mit der Wirtszelle unbemerkt verschmelzt und erst in der späteren eigenen genetischen Teilung krankmachend wird. HIV (als Beispiel) gehört zu der Gruppe der zelltötenden Viren. Grippe hingegen ist hoch ansteckend und vermehrt sich über einige Wege und Stellen am menschlichen Körper,  da seine Eintrittspforten lebenswichtige Organe für Menschen sind und diese (Atemwege) gut durchblutet und empfindlich sind. Grippeviren sind echte “Verwandlungskünstler”, besitzen die Fähigkeit zur Mutation und sobald sie auf bereits vorhandene “frühere” Grippeviren im Körper eines Menschen treffen, bilden sie neue Virenstämme- und Subtypen, da sie ihr eigenen Gencode mit dem Code des Vorgänger-Virus vermischen und so neue Erreger-Typen entstehen lassen. Manche derart aggressiv, dass sie im Verlauf tödlich sein können. Grippeviren werden in 3 Typen unterteilt: A, B und C. Der Unterschied liegt in der Anzahl der Viren-Bauteile sowie in ihrer Gefährlichkeit. Typen B und C sind eher ungefährlich, die “Schweinegrippe” gehört zum Typ A. Der gefährlichste für Menschen überhaupt, löst in regelmässigen Abständen Pandemien aus. Die Wissenschaft unterteilt die Influenza-Viren vom Typ A in verschiedene Subtypen, da die Erreger unterschiedliche “Stacheln” auf ihrer Membran haben. Diese Stacheln an der Oberfläche bestehen aus Eiweissen/Proteinen. Die wichtigsten Eiweisse sind das Hämagglutinin und die Neuraminidase. Mit dem Hämagglutinin dockt sich das Virus an Wirtszellen an, um sie anschliessend zu infizieren. Die Neuraminidase benötigen die Viren-Klone, um die Zelle wieder zu durchbrechen, zu verlassen und sich so weiter im Körper vermehren zu können. Daher auch die Bezeichnung des Influenza-Typ als A/H1N1. Bei dem Subtyp H5N1 handelte es sich zum Beispiel um die Vogelgrippe. Interessant ist, dass ein Abkömmling des Subtyp des Influenza-Virus (A/H1N1) der Auslöser für die Spanische Influenza im Jahr 1918 war, die zwischen 25 und 50 Mio. Opfer forderte. Grippe kann endemisch (örtlich begrenzt, zeitlich unbegrenzt), epidemisch (gehäuftes, örtlich und zeitlich begrenztes Auftreten) und pandemisch (zeitlich ausgedehntes und örtlich unbegrenztes Auftreten einer Infektionskrankheit) sein. Den letzten Meldungen der WHO zufolge hat die “Schweinegrippe” die Befürchtung ausgelöst, dass sie pandemisch werden könne, weil sie das Potenzial habe, sich in kürzester Zeit weltweit zu verbreiten. Meinem guten, alten, grünen Medizinmann-Buch zu entnehmen war, dass per Definition eine Pandemie im Durchschnitt alle 12-24 Jahre auftritt. Wir sind schon längst fällig. Jedoch gab es damals, in Zeiten der Spanischen Influenza oder bei der Hongkong-Grippe bei Weitem nicht so viele und so tolle Medikamente und Impfungen wie heute. Daran sollte man auch denken, bevor man in Angst verfällt.

Die Meldungen zu diesem Thema überschlagen sich fast. Das Virusgenom A/H1N1  enthält Geninformation von Strängen der Influenzaviren des Typ A vom Schwein, vom Menschen und von Vögeln. Leider sind die armen Schweine ein riesiges Becken für alle Arten von Viren, die sich so mit dem passenden Wirt, der uns genetisch und vom Körperbau her sehr ähnelt (und das ist kein Witz!) klasse an ihre Umgebung und potenzielle Träger anpassen können. Im Grunde ist dieser Typ Virus ein ordentlicher Mix aus Grippeviren zweier Tierarten und Grippeviren des Menschen. Der Haken an der ganzen Sache ist (und das war bei der Vogelgrippe nicht ganz eindeutig gewesen), dass diese so mutierte Viren jetzt problemlos und direkt von Mensch zu Mensch übertragen werden können und brauchen den “Zwischenwirt” nicht mehr. Der Begriff „Schweinegrippe“ ist also nicht unbedingt der Richtige. Üblicherweise wurden die Influenza-Typen immer nach Ländern oder Gebieten genannt, wo sie zum ersten Mal aufgetreten sind.

Update: Bereits 159 Tote in Mexiko, bei 26 Personen wurde dort das neue Virus nachgewiesen, ca. 2500 seien noch infiziert. In den USA seien 66 Personen erkrankt, in Australien mittlerweile über 70. Ausserdem gibt es die ersten 7 Verdachtsfälle in Deutschland – jeweils in Bayern, Hamburg, Sauerland und Nordrhein-Westfalen, bei den Menschen, die als Touristen gerade aus Mexiko zurückgekehrt sind. Am Mittwoch wurde bestätigt, dass 3 von ihnen erkrankt seien. Die letzte Meldung lautet: Es werde überlegt, ob man Handels- und Reisebeschränkungen gegen Mexiko verhängt. Mittlerweile werden auch Verdachtsfälle aus Dänemark, Frankreich, Israel, Spanien und Neuseeland gemeldet. Ich lese gerade, dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf eine Information herausgegeben hat, Zitat: “Die Warnstufe 5 auf einer Skala von 1 bis 6 für die pandemische Situation tritt in Kraft. Diese Phase bedeutet, dass das Virus in mindestens zwei Ländern auf dem gleichen Kontinent von Mensch zu Mensch übertragen wird. Die WHO hat zur verstärkten Produktion von Grippemitteln und weiteren Vorsorgemaßnahmen etwa im Gesundheitswesen aufgerufen, um die Pandemiewahrscheinlichkeit zu minimieren. Damit steht die weltweite Ausbreitung des mutierten Schweinegrippevirus A1/H1N1 unmittelbar bevor.” Wiederum sprechen die neuesten Nachrichten aus Mexiko dagegen. Durch schlechte Bedingungen im dortigen Gesundheitssystem ist die definitive Bestätigung, dass die Infizierten/Toten an genau diesem Virenstamm erkrankt waren – kaum möglich, die Proben werden daher nach Kanada geschickt. Selbst die mexikanische Regierung zweifelt mittlerweile an der Richtigkeit der Zahlen und tatsächlichen Ursachen dieser Grippe.

Deshalb denke ich, dass es keinen Grund zur Panik gibt. Die Welt ist heute bestens informiert, auch solche Meldungen gehen in Sekundenschnelle um den Globus. Abgesehen davon, werden die Infizierten isoliert und beobachtet, Medikamente werde heutzutage immer wirkungsvoller und die Menschen haben aus der Geschichte gelernt. Ich als Mediziner habe gut reden, wir bekommen Tamiflu (Virostatikum) wahrscheinlich als einer der Ersten, Mundschutz haben wir auch in Massen :-) Nicht desto trotz, wissen die Zuständigen, was sie tun. Daher auch diese Einstufungen und Definitionen der Epidemien. Es ist alles immer noch relativ überschauber und unter Kontrolle. Und wenn ich nicht im Krankenhaus arbeiten würde – würde ich auch so nicht sofort in die nächste Apotheke rennen. Alleine die Vorstellung, wie lange es gedauert hat, bis HIV bekannt wurde (ich kannte es IN JUGOSLAWIEN schon 1984 und wurde im nächsten Jahr darauf getestet, während hier erst Ende der 80er Werbekampagnen über AIDS auf dem Bildschirm flimmerten), beruhigt mich. Weil heute auch die Informationen schnelllebig sind. Abgesehen davon, der Sommer steht vor der Tür. Viren mögen keine Hitze. Und nur nebenbei – Antibiotika helfen nicht :-) Als Surftipp empfehle ich die Homepage des Robert Koch Institut. Da werden Sie geholfen :-) War alles irgendwie auch bei der Vogelgrippe ähnlich. Durchschnittlich sterben in Deutschland bis zu 20.000 Menschen an der jahresüblichen Winter-Grippe. Bei der Vogelgrippe dagegen, ist schon selbst der Krankheitsverlauf viel schwerer, die Sterblichkeit der Erkrankten lag in Asien bei fast 50%. An der Schweinegrippe starben bisher nur einige Menschen. Abwarten und Tee trinken. Japaner und Chinesen sind uns in einem weit voraus. Wenn sie erkältet sind, tragen sie aus Höflichkeit Mundschutz. Wohl ahnend, dass die kleinen Tierchen bald auch auf Virostatika genauso pfeifen werden, wie Bazillen auf Antibiotika. Resistenz heißt auch hier das Zauberwort. Die nächste Grippewelle wird nicht lange auf sich warten lassen. Und dann werden auch die Schweinchen husten. Vor Lachen. Ich befürchte, dass der Medien-Hype um die “Schweinegrippe” nur zum besseren Verkauf derselben dient und irgendwo auch Panikmache ist. Und mit Panik lässt sich bekannterweise gut Geld verdienen. Vor allem die Pharmakonzerne tun das. Irgendwie muss ich immer lachen, wenn der Winter nach Deutschland kommt. Fast punktgenau zum ersten Kälteeinbruch laufen die ersten Werbeblocks über Hustenmittelchen, Nasentropfen usw. Im Frühling dagegen, lässt sich auch schön beobachten, wie Antiallergika geworben werden. Nicht, dass sie nicht helfen würden. Aber egal wo man am Tag beim Fernsehen reinschaut, egal zu welcher Zeit und auf welchem Programm – die Werbeblocks laufen und laufen… Und ich wette mit Ihnen, in diesen Tagen wird mit Virostatika richtig Reibach gemacht. Aber wenn diese Grippe so gefährlich wäre wie behauptet, würden innerhalb weniger Tage Abertausende erkranken und mindestens einige Hunderte sterben. Erst dann würde ich mir auch selbst Gedanken um Medikamente machen. Mir würde heute bereits reichen, wenn ich wüsste, dass mein Gegenüber häufig am Tag seine Hände wäscht ;-)

Bio-Schwein

Bio-Schwein

Somit wäre dieses Thema für mich abgehakt. Ich widme mich lieber wieder meinem Leben. Bis bald… :-)