Archiv für 18. Juli 2008

Leuchtturm

Eine dunkelblaue Nacht im Mondschein verhüllt mit einem
Nebel aus tiefhängenden, vorbeirasenden Wolken. Auf
hoher See, auf unendlichen Wegen einer Reise entlang
der Küste übersät mit Klippen, Stürmen und hohen,
peitschenden Wellen. Mit salziger Gischt im Gesicht,
hellen Blitzen, die auf dem Himmel tanzen und diesem
bizarren Spiel der Wolken mit dem Mond, des Menschen
mit der Natur – noch mehr Angst einflössen, noch
spannender machen. So spannend, wie die Augenblicke,
wenn sich irgendwo in der Ferne das stille, verhaltene,
fast zaghafte Brummen schon im nächsten Augenblick in
ein ohrenbetäubendes Gröllen verwandelt das immer näher
kommt, noch näher, noch schneller, noch lauter… So
gewaltig, dass es in die Jahre gekommene, klapprige
Schiff mit seiner hölzernen Stimme aufheulen und das
Herz des Steuermannes im Takt zwischen zweier Blitze
schnellen lässt…

Und ein unheimlich gutes, glückliches und vertrautes
Gefühl, wenn man irgendwo am Horizont ein Licht
erkennt, das hin und her schweift, fast wie ein helles Licht der Blitze,
des Mondes. Nur schwächer, entfernter und so scheint es -
fast greifbar und dennoch-unerreichbar. Ein Licht wie tausend
andere Lichter auch. Und trotzdem etwas Besonderes. Ein
Lichtspiel. Wie ein Spiel des Lebens. Draussen das
tiefe, dunkle, aufbrausende Meer, hoch über uns die
starken, blendenden Lichter der Natur und weit vorn von
uns entfernt – ein verschwindend kleiner Punkt, der uns
führt und uns den Weg zeigt. Einen Weg in den ruhigen
Hafen, fern von allen Stürmen und Grausamkeiten des
Unwetters, vorbei an scharfen Felsen. Ein Licht der
Ruhe, Stille, Hoffnung und Sicherheit. Ein helles
Etwas, das uns in den warmen Schoss des Zuhauses
bringt. So richtungsweisend wie die Hand Gottes, so
unfehlbar und unermüdlich wie unsere Herzschläge, stumm
und dennoch lauter als jedes Donnern. Die einzige
Musik, die man auch im heftigsten Unwetter noch hört.
Pulsierende Lichter, die uns mehr als sonst – auf unser
Herz hören lassen. Und wenn man die Umrisse des
Leuchtturms erkannt hat, wenn das Herz ruhiger und
unsere Augen klarer, unsere Sinnen schärfer werden -
genau in diesem Augenblick, in der Sekunde zwischen
Licht und Dunkelheit uns schon wieder die Kraft gibt.
Die letzte Kraft, das alte Schiff noch in den Hafen zu
steuern. Dieselbe Kraft, die unserem von Wind und
Wetter gezeichneten Gesicht ein Lächeln schenken lässt,
wenn das Boot endlich am Anker liegt. Die Kraft, die
unsere Gedanken über das Zuhause, das warme Essen und
Jemanden, der auf uns wartet, wenn auch kaputt, am Ende
unserer Kräfte, fertig vom Leben, mit ausgeschaltetem
Kopf und dem Instinkt auf Volle Kraft Vorraus -
trotzdem noch tanzen lässt. Diese Gedanken und uns
selbst. Zur Musik, die nur wir kennen, nur wir hören.
Und uns schon im nächsten Moment des flackernden
Lichtes des kleinen, felsigen Riesen – wieder eine neue
Kraft gibt. Die Kraft für neue Herausforderungen, neue
Reisen und andere Wege. Unterwegs zu neuen Lichtern.

Auch wenn wir manchmal meinen, alles zu wissen, alles
schon gesehen und gelesen zu haben, wenn wir Wörter und
unsere Zeit für nicht so wichtig nehmen, anderen
Menschen zu wenig Achtung schenken , viel zu viel
nehmen als wir selbst zu geben bereit sind – dann kann
ich Dir sagen, lieber Leser – dann hast Du nie einen
Leuchtturm in einer stürmischen Nacht gesehen…


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  • Zurück aus Berlin. Liebe(s)-Urlaub mit 5Sternen. Nicht viel von der Stadt gesehen,dafür nur Augen für einen Menschen gehabt.Du bist klasse! 1 month ago
  • denkt (heute umso mehr) beim 1.Kaffee darüber nach, was er hat und grinst sich einen. Laute Geschenke. Menschen,die man nie vergisst... 3 months ago
  • Ein heißer Aldi-Kaffee, Aufwachen mit liebevollen Gedanken, die später ihren Zettel fanden-ergeben 1neuen,sonnigen Tag in K. Trotz Regen. 3 months ago
  • Findet kurzes Nickerchen nach 3Frühdiensten voll in Ordnung. Friseurbesuche von Frauen nach Feierabend auch.Danach sehen beide toll aus:-)) 3 months ago
  • @DanielPalm Gute Besserung! Nicht nur von Berufs wegen ;-) So lange Du nicht beim Husten quiekst :-X Steife Brise war´s. Bestimmt :-) 3 months ago
  • Schon toll.. Wenn man auch in eigener Stadt Engel hat. Früher Hasi fängt die Flügel... (Kroatische Wortwendung :-) 3 months ago
  • genießt das Grau in Köln.Mal wieder;)Dafür mit Abwechslung.Heute mit Kerzen und Senseo.Frühstück followe ich auch gleich.Schnupper-es.de :-P 3 months ago
  • weiß, was er hat... Noch bekommen wird... Und bemüht sich, das alles zu erhalten... Auch hier sei gesagt:Wie gut,dass es Zettel gibt ;-) 3 months ago

 

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