Archiv für September 2008

4 Stunden Schlaf und kleines Foto-Kino

Ich habe es geschafft! Nach 3 Anläufen und nur 4 Stunden Schlaf aufgrund des Nachtdienstes und meiner Passion für die  Hauptstadt, ist es mir dann heute doch noch gelungen. Heute habe ich die Foto-Messe in Köln auch endlich mit meinem Besuch beehrt. Ich kann mich noch an die guten, alten Zeiten erinnern (nicht, dass ich den nachtrauern würde, so ist es nicht :-), als diese Foto-Messe ein Hit war. Etwas ganz Tolles, fast jeden Tag überfüllt, ich kam damals mit etlichen Papptaschen und unzähligen Werbegeschenken nach Hause, hab mich wie ein Honigkuchenpferd darüber gefreut. Lucida Magica sag` ich nur. Es waren andere Zeiten. Nicht unbedingt besser, aber irgendwie schöner. Man musste gut seine Motive überdenken, es gab nur maximal 36 Schuss und jeder musste sitzen. Heute bin ich auch mit einem einzigen zufrieden. In meinem Alter… ;-) Nein, die Sache ist die: Das Leben heute ist schneller geworden. Wir sammeln zwar Pfand zum Recyclen, ärgern uns, dass alles teurer wird… Mit der Fotografie iste es ähnlich. Gute Fotos sind teuer geworden. Teuer deswegen, weil man heutzutage den Luxus hat, jedes Foto, das uns nicht gefällt… Einfach auf die Mülltonne klicken und weg ist es. Wie bei den Leergut-Automaten. Es macht zwar sogar mehr Spass als früher, aber ob es unbedingt qualitativ besser geworden ist, mit dem Knipsen? Ich weiß es nicht… Einerseits hat man fast unbegrenzte Möglichkeiten, Bilder nachzubearbeiten, zu beschneiden, zu verschönern… Die Software dafür kostet auch Geld. Ich weiß es selber am Besten. Das Glück dabei ist, der Kroate hat ganz legale Beschaffungsmöglichkeiten in Zagreb entdeckt. Ich sage immer… Ein Zuhause ist und bleibt immer ein Zuhause:-)  Sachen, wie z.B. Photoshop oder Paint Shop kosten hier bis zu 3000 bzw. 150 Euro, zu Hause gibt es sie für die Hälfte, da sie sich die Menschen dort sonst gar nicht leisten könnten. Eine passable, gute Kamera kostet meistens mindestens einen Monatslohn. Von Objektiven ganz zu schweigen. Früher hatte ich für dieses Geld meine gute, alte Kanone mit kompletter Ausrüstung bekommen. Zwei Objektive, Kamera und Blitz. Bilder kosten heute fast nichts. Eigentlich prima. Filme gibt es auch nicht mehr. Auch toll. Fast jedes Haushalt in Deutschland besitzt (Handies nicht gezählt) eine Digitalkamera. Alles ist zugänglicher, besser, schneller. Nur die Fotos, die ich heute zum Teil auch gesehen habe, sogar von den richtigen Profis – lassen manchmal echt zu Wünschen übrig. Nun, Kunst ist Geschmacksache. Jedoch zieht sich auch durch die Fotografie so etwas Ähliches wie in der Musikindustrie, wie ein roter Faden hindurch. Kann jeder sagen, was er will – ich behaupte, die Musik heute ist auch schlechter geworden. Weil auch schnelllebiger, leichter zu bekommen, billiger… Vielleicht auch deshalb beklagen sich die Plattenbosse über einbrechende Umsätze, zu teuere Konzerte, nur noch wenige Stars im Geschäft…

Und hätte ich die Kölner Messe heute selbst nicht erlebt… Papptaschen gibt es immer noch. Werden aber von den hübschen Hostessen meist unpersönlich irgendwo abgelegt. To go. Früher hat man dafür sogar noch ein Lächeln geschenkt bekommen. Ich kann mich sicherlich nicht beklagen. Firmen, deren Produkte ich selbst zum Teil auch professionell (be)nutze sehen schon sehr gerne, wenn man ihre Kamera um den Hals trägt, man braucht nicht mehr nach einem Kulli oder sonstigen Kleinigkeiten zu fragen. Gibt auch so. So habe ich heute 3 Schlüsselanhänger bekommen, eine schöne Baseball-Mütze für die kommenden kalten Tage, ein paar Fachzeitschriften und einen Kulli. Aber das war`s dann auch schon. Wenn man eine Frage hat, flüchten die Stand-Mitarbeiter der Grossmarken meistens sofort in die andere Ecke. Die kleinen Firmen dagegen flüchten in die entferntere Hallen und leiden offenbar unter Gähnen. Der Leere. Auch nicht das Wahre. Es war Samstag. Und trotzdem waren nicht so viele Menschen unterwegs, wie ich es erwartet hätte. Ich behaupte, dass das Interesse an Fotografie weiterhin ungebrochen ist, aber das Schöne daran… Hm, irgendwie geht das alles schleichend verloren. Man sieht die Bilder direkt auf dem Display, braucht nur die guten (wenn überhaupt) zu entwickeln. Vorbei die guten Zeiten, wo man im Supermarkt voller Erwartungen endlich seine Wundertüte wieder in den Händen hielt und sich über rote Augen, Überbelichtung und Wackelbilder ärgerte. Aber es war schön. Man freute sich umso mehr über Fotos, die toll geworden sind. Wie bei Forrest Gump. Wie eine Schachtel Prallinen. Man wusste nie, was drin ist. Heute weiß man es, aber die Prallinen sind eher Waldgeister als Trüffel.

Ich weiß es nicht… Irgendwie bin ich auch bei diesem Thema innerlich zerrissen :-) Einerseits knipse ich selbst so viele Fotos wie noch nie. Statistiken von der Messe sagen: Jede Sekunde entstehen deutschlandweit 500 neue Fotos. Es ist schön, es macht Spass, es ist alles leichter. Leichter zu bedienen, leichter zu beschaffen (bis auf das wirklich Gute), die Folgekosten sind so gut wie Null… Aber irgendwas wurmt mich troztdem. Vielleicht gerade dieses Charakterlose. Jeder hat eine Kamera. Viele Kameras schauen auch auf uns selbst, begleiten uns beim Telefonieren, am Geldautomaten, beim Shoppen, beim Reisen… Unsere eigenen sind auch jederzeit griffbereit. Das Schöne, die Entspannung dabei, die Geduld, um ein schönes Foto im richtigen Moment zu erwischen und perfekt ins Bild zu setzen… Das geht eindeutig flöten. Und das ist schade. Wenn wir uns mehr auf die Details, auf das, was mit unserer Natur passiert, mit unseren Leben, mit Freude oder Besonderheiten, mit Veränderungen um uns herum, mit uns als Menschen, mit  unseren Glücksmomenten - besser achten würden, hüten, erst darüber nachdenken würden, bevor wir auf Alles und Jeden den Auslöser drücken würden… Ich glaube, dann würden wir darin auch wieder die Magie des Lichtes finden. Kein einziger Sonnenuntergang ist gleich. Und wann freuen wir uns schon darüber? Über diese wunderschöne Farben, Wärme… Wenn wir es öfter täten, nicht nur im Urlaub, uns für einen Moment fürs Langsame entscheiden würden, bewusst in den Abendstunden gen Himmel zu schauen, dann… Dann wären auch die Messen wieder voller. Und die Papptaschen auch :-) Diese Magie ist noch nicht ganz weg, aber ein grosses Stück davon ist schon von vielen Speicherkarten gelöscht worden. Trotzdem… Es war schön, mal wieder meine Lieblingsmesse in Köln zu besuchen. Gute, alte Sachen sterben nicht so schnell aus.

Bis bald ;-)

© Andrej Montan Photography 2008

Eingang

Eingang

Time & Love

Time & Love

Schätzchen

Schätzchen

Tenkerin

Tenkerin

Glamour

Glamour

Weiß

Weiß

Ich rede auch Bilder

Ich... Bilder... Reden...

© Andrej Montan Photography 2008

5 Minuten Ruhm gegen 1 Sekunde

Und die Frage: Was ist Glück? Ich glaube, das ist genau diese 1 Sekunde. Oder noch weniger davon :-) Ein unvergesslicher Augenblick. Im wahrsten Sinne „Augenblick“. Weiß ich diese zu schätzen? Ich glaube ja. Diese Frage stelle ich mir nicht. Ich weiß, was Gück ist. Welches Mindesthaltbarkeitsdatum es hat. Und seit geraumer Zeit weiß ich auch, dass ich mir diese Frage nicht alleine stelle ;-) Die Preise bei Express sind verliehen. Ich war nicht dabei. Bin ich deswegen traurig? Ego flöten gegangen? Nein, sicher nicht. Ich bin froh, den Hauptpreis, eine Canon 40D selbst schon zu besitzen. Und die meisten anderen Preise auch. Grafiktablett, Software… Der Unterschied darin ist, all diese Sachen habe ich mir selbst hart erarbeitet. Wege zum Glück sind manchmal eng, beschwerlich und lang. Nicht desto trotz, bin ich glücklich darüber, so schöne Fotos anderer Menschen betrachten zu dürfen. Andere Wege des Glücks. Von anderen Menschen und aus anderen Perspektiven. Bin glücklich darüber, dass das Photokina-Ticket ich doch noch meines nennen darf. Und ich bin froh, andere Menschen gefunden zu haben, mit den ich diese Glücksmomente teilen darf. Aus Bonn, Berlin, Celle, Köln…  Abgesehen davon, muss ich auch nicht noch 1 Woche darauf warten, etwas von diesem Glück loszuwerden :-) Ich tue es heute schon. Und schreibe das Glück des Wochenendes schon mal vor :-) Illustriert wird es bald. Vielleicht heute, vielleicht morgen… Juckt mich nicht. Bilder, die im Bruchteil einer Sekunde entstehen, bleiben auf der Specherkarte der Erinnerung. Klick für den Augenblick :-) Heute geht es (mal wieder:-) auf den Melaten. Mit den Engeln Verstecken spielen. Oder mit dem Tod. Ruhe finden nach einer harten Woche Arbeit. Stille genießen mit dem MP3-Player auf Hochtouren. 15km Beine vertreten. Das Herz aus dem Leibe fahren. Wie ein berühmter junger Engländer auf seinem Silberpfeil. Während woanders Glatzköpfe durch die Stadt marschieren und nur einen Blickwinkel haben. Die Welt ist, zum Glück, viel vielfälltiger als sie und ihre Gedanken. Viel bunter, als dass es nur ein Braun gäbe. Ein Friedhof kann auch glücklich machen, wenn er auch im Grunde nur traurig ist. Aber auf und aus ihm kann man auch lernen. Sachen aus mehreren Perspektiven zu betrachten. Etwas Buntes in dem ganzen Grau zu suchen und zu finden, auch wenn es nur Blumen sind. Fragen stellen und Antworten finden. Wie vergänglich alles ist. Wie kurzlebig das Glück manchmal sein kann. Wohin führen unsere Wege. Warum kreuzen sie sich mit den Wegen anderer Menschen. Warum begegnen sie uns. Aus welchen Gründen werden uns diese Menschen und ihre Wege wichtig. Und wie schön es ist, wenn man viel Platz hat, um all das zu speichern :-) Ganz gleich, ob auf einer Flash-Card oder tief in unserem Herzen. Und selbst noch lebendig zu sein, das bisschen Glück besitzen, einen schönen Blog-Eintrag darüber schreiben zu können. Für den man sich nichts kaufen kann. Dafür aber daraufhin einige schöne Briefe geschenkt bekommt. Andere Gedanken und andere Perspektiven. Also… Bis bald :-)

5 Minuten Ruhm

YIPPIIEEE :-)

Über 2000 Besucher hier und seit heute habe ich bei Express.de unter der Rubrik „Köln ist Spitze!“ mein Foto in der Galerie  drin. Es wurde aufgenommen! Auf die Titelseite :-) Wenn das kein Geschenk des Himmels ist :-)

Und hier ist es. Mit einem Vorgeschmack auf die kommenden Tage :-) Aber nicht dass Sie denken…  Ruhm ist sehr vergänglich, ich hebe jetzt nicht ab. Der Titel lautet ja bewusst „5 Minuten“ :-) Ich habe gestern und heute deswegen auch insgesamt 2h auf dieser Seite der Kölner Zeitung verbracht und muss sagen, dass es in Köln viele wirklich gute Hobbyfotografen gibt und noch viele, bessere Motive als meines. Wunderschöne Fotos! Und eine tolle Aktion. Ich freue mich jetzt schon riesig auf die Photokina-Messe! Hintergrund der ganzen Geschichte ist das grösste Fotoalbum der Welt, in dem einige dieser Bilder aus der Galerie ihren Platz finden werden.

Meine Spitzen

Meine Spitzen

© Andrej Montan Photography

Bis bald… :-)

Für Euch (und für mich :-)

Schutzengel

Schutzengel

© Andrej Montan Photography

Mein Leben ist voller Fehler

ich wiederhole sie, Tag für Tag.

Aber schon seit der frühen Jugend

fühle ich, dass jemand bei mir ist,

der neben mir atmet

und für mein Schicksal sorgt.

Wieviele Dummheiten

habe ich in meinem Leben gemacht,

beinahe habe ich es übertrieben

ich sollte mich dafür schämen.

Ich habe dabei Kopf und Kragen riskiert

bin aber lebend und gesund davongekommen

nur ich weiß, was es war.

Auf meinen Schultern sitzen zwei Engel,

die mich vor Unheil und Armut schützen.

Zwei Engel arbeiten Tag und Nacht

und passen auf, dass mir keiner mein Glück stiehlt.

Ich habe mein Leben zur Hälfte schon verbraucht

wie Fliederseife.

Wieviele verregnete Tage habe ich im Park-Café

liegen gelassen…

Der Wind klebt Blätter auf die Schaufenster,

es fühlt sich so an, als würde mir jemand die Hand drücken

Nur ich weiß wer.

Ich habe von dir geträumt,

Tag ein Tag aus auf dich gewartet

du kamst in mein Leben hereinspaziert

unter einem gelben Regenschirm.

„Sie ist alles, was du brauchst“

flüsterte mir jemand zu, wie vom Himmel herunter

Nur ich weiß wer.

Auf meinen Schultern sitzen zwei Engel,

die mich vor Unheil und Armut schützen.

Zwei Engel arbeiten Tag und Nacht

und passen auf, dass mir keiner mein Glück stiehlt.

Deutsche Übersetzung (1:1) des Song „Andjeli“ (Die Engel) von Crvena Jabuka, einer der damals populärsten jugoslawischen Rockbands.

Für meine Mama, meinen grossen Bruder und für meinen 41. :-)

Ich liebe Euch!

Anne is back

Jakobsmuschel

Jakobsmuschel

Auch wenn ich durch den Urlaub toootal entspannt war und bin, versuche ich, meinen Blog nicht zu vernachlässigen :-) Viel Persönliches werde ich hier nicht preisgeben, könnte irgendwann alles gegen mich verwendet werden :-) Es gibt jedoch ein paar Highlights, über die ich hier berichten werde. Eines davon heißt Anne. Ein Name wie viele andere auch. Wirklich? Nein, natürlich nicht. Ich pflege immer zu sagen, dass jeder Mensch etwas Besonderes ist. Namen sind es auch. Anne. Seit fast 110 Jahren einer der belibtesten Namen hier in Deutschland. Und in England wird er als Kosename für Nancy verwendet. Diejenige, die irgendwann diesen Text lesen wird, wird wissen, was ich sagen will ;-)

Anne kommt aus Berlin. Sieht hübsch aus, geboren ist sie in Bonn und macht gerne Wochenendurlaub in Köln. Und schreibt mir manchmal seltsame Briefe um 5 Uhr morgens. Kein Alkohol ist auch keine Lösung :-) Irgendwann riss der Kontakt ab. Seit gestern ist er wieder da. Und das war`s schon über Anne…

Dieses Ereignis löste aber in mir etwas aus. Eine Kettenreaktion, die mich mehr als sonst zum Nachdenken gebracht hat. Menschen kommen und gehen. Ein ewiges, lebenlanges Pilgern auf vielen Wegen unseres Lebens. Jemand, der vor langer Zeit aus meinem Leben aus Wut, Verzweiflung, Ohnmacht, Nicht-Anders-Können oder vielleicht aus Liebe verschwunden ist, sagte einmal zu mir „Man weiß, was man hat, erst wenn man es verliert.“ Lange Zeit – ich wäre nicht ich, wenn ich trotz allem nicht positiv denken würde – dachte ich, dass man etwas, was man nie wirklich besessen hat  – auch nicht verlieren kann. Menschen kann man nicht besitzen. Heute denke ich anders. Der, der etwas verliert, weiß irgendwann, wie schön Gewinnen ist. Im Leben kommt es in vielen Sachen darauf an. Viel mehr in Ansichten als in Besitztümern. Ein lieber Mensch aus Groß-Umstadt dreht sich bestimmt jetzt unruhig im Schlaf :-) Ansichten darüber, wie ein BMW Z3 bei Aquaplaning auf der Autoban verschrottet wird und gar nichts mehr wert ist. Die gleichen Ansichten, wie wenn man statt Auto ein Fahrrad besitzt und genauso glücklich sein kann und ist. Hauptsache Polster unter dem A… Und ein Dach über dem Kopf. Überlebt. Lebt. Und Freunde, mit den wir Leid oder Glück teilen können. Auch Anne habe ich verloren. Aber sie kam wieder. Und mit ihr wieder ein Gefühl, das ich in den letzten Jahren immer mehr kenne und besitze. Ein alter Bekannter. Fast so schönchen, wie ein Gummibärchen :-). Wie Anne. Wie Anmut oder Liebreiz. Bekannter mit dem Namen „Glück“. Es kommt nicht darauf an, wer Anne ist, wie sie ist, was sie macht, wie gut sie mich kennt… Es kommt darauf an, was sie in einem anderen Menschen auslöst. Bei ihren Eltern, bei ihrer Freundin, die sie auch schon seit Jahren nicht mehr regelmäßig sieht, bei mir. Und so könnte ich es unendlich drehen und wenden und weder ich noch Sie, lieber Leser, würden daraus schlauer werden. Obwohl… :-) Doch, gerade durch diese Geschichten wird es einem klar, wie toll es sich anfühlt, wenn jemand fast mitten in der Nacht an dich denkt, wie glücklich man sein kann, wenn dir jemand so viel vertraut, dass er seine Seele vor dir entblößt und über sein Leben und Überleben erzählt. Auch dann, wenn er schweigt. Es kommt darauf an, was dieser Mensch uns gibt. Auch dann, wenn er oder es oder sie es uns genommen hat. Aus welchen Gründen auch immer. Geben und Nehmen. Zwei Wörter, die in den letzten Jahren meines Lebens so unheimlich viel an ihrer Bedeutung gewonnen haben. Sehen Sie… Gewonnen. Und einige Momente später geht dieses Gefühl wieder verloren. Alltag, andere Gedanken, Zeit… Aber es ist immer noch da. Irgendwo. Präsent. Und es löst dann irgendwann wieder etwas in uns aus. Weil diese Gefühle tief in unserem Herzen wohnen. Glück ist wie Fahrradfahren. Kann man nicht verlernen. Wenn man es gelernt hat, es auch in kleinsten Dingen auf dieser Welt zu suchen und zu finden. So war es auch mit Anne. Gesucht, verloren und wieder gefunden :-) Wie, wie tief und wie lange – darüber denke ich nicht nach. Es geht mir um das Gefühl.

Ein ähnliches Gefühl wie neulich beim Fernsehen. Mal wieder eine alte Aufnahme auf der Festplatte. Eine Sendung auf Arte über den Jakobsweg. Eine Sendung, die nicht mal gut gemacht war und gar nicht so viel über das Wesentliche berichtet hat. Jakobsweg… Da denkt man an Pilgern, sich finden, an die eigenen Grenzen gehen, neues Land, neue Menschen, neue Wege… Ein Weg und ein Ziel. Etwas hat mich aber hellhörig gemacht. Einige Sachen, bei den ich mich wieder so ähnlich fühlte, wie an dem Juliabend bei Kölner Lichtern. Eben diese Sachen über das Gewinnen. Oder verlieren. Im Grunde das Wesentliche im Leben, gut versteckt in einer Geschichte. Geschichte über einer Reise, die genauso gut ablenken kann wie unser Alltag. Wenn man über sie nicht nachdenken und nach versteckten, mühsamen Wegen und Botschaften suchen würde. Weit weg von schönen Landschaften, schönem Wetter oder Sachen, die wir besitzen und für schön empfinden. Und ich musste gar nicht so viel aufpassen :-) Immer wieder machte es in mir „Klick“. Das kennst du. Du lebst irgendwie auch danach, denkst so… Geben und Nehmen. Kam so häufig darin vor. Kloster, die Pilgern Jahrhunderte lang kostenlos auf dem Jakobsweg die Unterkunft gaben. Menschen, die man auf diesem Weg trifft und die einem Kraft, ihr Wort und Zuspruch geben. Dieselben Kräfte, die auf diesem langen, beschwerlichen Weg schwinden, verlorengehen, genommen werden. Sachen, die in unseren Leben normalerweise unverzichtbar sind und uns so viel bedeuten und trotzdem auf diesem Weg völlig bedeutungslos werden, wo der Rucksack mit jedem Gramm und jedem Kilometer nur noch schwerer wird, wenn wir den Unterschied zwischen Wichtig und Unwichtig nicht erkennen. Jung und Alt, Menschen, die schon einige Male den Jakobsweg gegangen sind, welche, die völlig unerfahren sind und trotzdem. Sie gehen ihren EIGENEN Weg. Anstrengend aber am Ende… Auch ein Glücklichmacher. Menschen, die ihr „altes“ Leben hinter sich gelassen haben. Menschen, die sich in der Pampa über Erdnusskekse freuen, die ihnen völlig fremde Menschen in die Hand geben. Spanier, die ihnen „Guten Weg“ wünschen und Autos, die vorbeifahren und deren Fahrer ständig eine Runde Unterstützung hupen, sobald sie einen Pilger mit Rucksack sehen. Menschen, die sich in der Pampa über ein warmes Bad freuen. Oder ein warmes Bett. Auch dann, wenn neben einem 30 Schnarcher liegen. Menschen, denen zum Überleben und Gehen ein paar Sachen schon ausreichen. 1-2 T-Shirts zum Wechseln, ein paar feste Schuhen, Lebensfreude, Neugier und Mut. Menschen, die auch dort kommen und gehen und uns trotzdem ein Stück weit begleiten und am Ende des Weges vielleicht auch so heulen wie wir. Vor Glück. Menschen, deren Leben und Wege völlig unterschiedlich sind, getrennt voneinander und dennoch irgendwie gleich, ähnlich, miteinander verbunden. Das hat mich so glücklich gemacht. Vielleicht liegt es an meiner Arbeit. Soziales und Gesundheitswesen. Und wieder ist es ein Geben und Nehmen. Sei es auch nur ein Lächeln. Kommt irgendwann wieder zurück, wenn man es jemandem schenkt. So auch in dieser Sendung. Drei junge Menschen aus verschiedenen Ländern Europas mit dem selben Ziel. Ich bewundere solche Menschen. Auch dann, wenn ich weiß, dass mein seelischer und gedanklicher Weg manchmal genauso beschwerlich und einsam sein kann. Weil ich eben manchmal viel zu viel nachdenke. Aber dafür schreibe und rede ich auch Vieles raus :-) Aber so schließt sich der Kreis. Nur so. Ganz gleich, ob ich über Nina nachdenke und ihr neues Leben. Oder über meine Kollegin, die diesen Weg selbst gegangen ist. Oder über Katrin, Brigitte oder Anne. Das Gefühl des Glück. Wenn man sich für einen Weg entschieden hat und ihn gehen will. Und wenn man Menschen dabei findet, die uns auf diesem Weg etwas geben und ihn ein Stück gemeinsam mit uns gehen wollen – umso besser. Man kann dabei nur gewinnen. Viele Wege und ein Ziel ;-)

Mein Kreis schließt sich an diesem Morgen auch. Auch mit Anne, ohne dass sie es weiß ;-) Ein Mensch, der einem etwas gegeben hat und dann plötzlich wieder verschwindet. Aber wenn man sich an dieses Geschenk wieder erinnert, die Muschel wieder aus dem Rucksack holt… Ja, dann holen einen andere Gedanken wieder ein. Glück, Träume, neue Wege, Anmut… Und wer weiß, wer diese Geschichten schreibt… Ich wollte gerade den Text hier noch auf Fehler überfliegen, es ist 02:23 Uhr. Und von wem habe ich die Nachricht im Postfach? :-)

Was ich eigentlich sagen wollte… :-) Liebe Leser, ich will pilgern gehen :-) Außer dieser Geschichten, die man im Fernsehen sieht, weiß ich darüber überhaupt nichts. Aber ich bin willig :-) Wie schon erwähnt… Meine Kollegin hat es geschafft. Auf Arbeit haben wir einen Geistlichen, der auch ein Pilger-Junkie ist und ich kann mich an ihren Geschichten nicht satt hören. Ich weiß ungefähr, was man für diese Reise braucht, aber sonst… Und das Buch von Kerkerling habe ich nicht gelesen. Und werde es auch nicht tun :-) Selbsterfahrung. Wie mit Anne. Hauptsache etwas gewonnen, auch wenn man dabei verliert… Ich gehe langsam aber ich gehe. Würde Abraham Lincoln sagen. Im Gegensatz zu ihm, schaue ich manchmal auch zurück auf meinem Weg. Auch auf die Menschen, die mir auf diesem Weg begegneten.

Also, wenn jemand gute Tips hat, wie man am Besten aus Köln mit dem Fahrrad, entlang der spanischen Küste bis Santiago wegkommt – bitte melden :-O

Bis bald… :-)


Blog Stats

  • 15,139 hits

HIER WIRD GETWITTERT ;-)

  • Zurück aus Berlin. Liebe(s)-Urlaub mit 5Sternen. Nicht viel von der Stadt gesehen,dafür nur Augen für einen Menschen gehabt.Du bist klasse! 3 weeks ago
  • denkt (heute umso mehr) beim 1.Kaffee darüber nach, was er hat und grinst sich einen. Laute Geschenke. Menschen,die man nie vergisst... 2 months ago
  • Ein heißer Aldi-Kaffee, Aufwachen mit liebevollen Gedanken, die später ihren Zettel fanden-ergeben 1neuen,sonnigen Tag in K. Trotz Regen. 2 months ago
  • Findet kurzes Nickerchen nach 3Frühdiensten voll in Ordnung. Friseurbesuche von Frauen nach Feierabend auch.Danach sehen beide toll aus:-)) 2 months ago
  • @DanielPalm Gute Besserung! Nicht nur von Berufs wegen ;-) So lange Du nicht beim Husten quiekst :-X Steife Brise war´s. Bestimmt :-) 2 months ago
  • Schon toll.. Wenn man auch in eigener Stadt Engel hat. Früher Hasi fängt die Flügel... (Kroatische Wortwendung :-) 2 months ago
  • genießt das Grau in Köln.Mal wieder;)Dafür mit Abwechslung.Heute mit Kerzen und Senseo.Frühstück followe ich auch gleich.Schnupper-es.de :-P 2 months ago
  • weiß, was er hat... Noch bekommen wird... Und bemüht sich, das alles zu erhalten... Auch hier sei gesagt:Wie gut,dass es Zettel gibt ;-) 2 months ago

 

September 2008
M D M D F S S
« Aug   Okt »
1234567
891011121314
15161718192021
22232425262728
2930  

Archive