Archiv für April 2009

Wenn Schweinchen einem was husten

Schweinegrippe Virenstamm

Grippe-Virenstamm

Aus aktuellem Anlass werde ich in den nächsten Stunden versuchen, meine Nachrichtensammlung der letzten Tage über das Thema „Schweinegrippe“ zu sortieren, das Wissen darüber  zusammenfassen und daraus einen Artikel bei WordPress basteln. Bin selbst Mediziner, jedoch kein Arzt und daher ist dieser Artikel nur unter Vorbehalt, ohne Gewähr aber vielleicht als unterhaltsam und lehrreich zu geniessen. Selbstverständlich interessiert mich dieses Thema, alleine wegen der beunruhigenden Nachrichten aus Mexiko. Das Heute ist sehr schnelllebig. Technik, Fliegen, Internet… Meist ein Segen, manchmal auch ein Fluch. So können nicht nur Menschen innerhalb weniger Stunden auf das andere Ende des Erdballs fliegen. Viren und Krankheiten können es auch.

Abgesehen davon, macht mir mein Beruf immer noch riesiegen Spass. Ich behaupte, dass ich immer noch mit Interesse und mit Seele dabei bin. Dann erwarte ich von mir selbst, auch als „nur“ Pfleger – mich über solche Sachen zu informieren und mein Grundwissen gepaart mit Neuigkeiten in der Medizin und Nachrichten aus den Medien vielleicht auch noch mit ein paar anderen Menschen zu teilen. Nicht weil mich Klicks auf meiner Seite aufgeilen oder weil ich Aufmerksamkeit brauche. Nein, weil ich mich mit diesem Thema und Medizin schon etliche Jahre auseinandersetzen muss und möchte. Und auch deswegen, weil Medizin und Fortschritt genauso gut miteinander funktionieren,  wie wir selbst und Technik, die uns umgibt. Es geht mir alleine um das Teilen. Anderen helfen, um sich zu informieren, um zu wissen, womit sie es zu tun haben oder ihr Wissen über diese Sachen einfach etwas zu vertiefen und zum Nachdenken bringen. Ich erlebe etliche Male, fast tagtäglich, dass Patienten mit ihren ungewaschenen Händen und Fingernägeln irgendwelche Pickel oder Wunden „bearbeiten“, während wir angehalten werden, uns so oft wie möglich die Hände zu waschen oder zu desinfizieren. Während meiner Ausbildung geschah es ähnlich. Mit dem Unterschied, dass diverse Schläuche, Nadeln, Wunden oder Brüche bei Patienten vorhanden waren, die direkt in- oder aus dem Körper gingen. Diese konnten nicht ihre Hände waschen. Oder lagen teilweise eine ganze Weile mit diesem Zeug in ihren eigenen Körperflüssigkeiten und Exkrementen. Es geht um das Bewusstsein, das ich auch durch mein Schreibwerk vielleicht verändern kann. Mehr erwarte ich nicht. Tatsache ist, dass uns manchmal gar nicht bewusst ist, gerade wenn wir angeknackst sind, krank oder irgendwo im Krankenhaus liegen – wie leicht diesen Organismen Tür und Tor geöffnet wird. Es fängt schon bei dem (Nicht-) Händewaschen nach dem Toilettengang an.  Schon bei diesen Sachen fängt die Auseinandersetzung mit dem Thema Infektionskrankheiten. Gerade bei solch schlimmen Nachrichten der letzten Tage in den Medien werde ich hellhörig. Und wenn ich was tun kann, etwas so Mystisches und (glauben wir) dieses Etwas, das soo weit weg von uns ist für Jedermann etwas verständlicher zu erklären, um etwas Licht in die Dunkelheit der Materie zu bringen, oder einfach nur um Panik zu vermeiden – dann tue ich es. Wahrheitsgemäss und nach meinem besten Wissen und Gewissen. Für den Anfang: Viren und Bakterien gehören zu Menschheit. Sie waren sogar früher da als wir selbst ;-)

Die Unterschiede:

Bakterien

Bakterien sind Einzeller. Kleinste Form eines Lebewesen. Diese besitzen keinen Zellkern und damit auch keine DNS. Trozdem können sie sich munter vermehren und organismenähnliche Formen bilden (sogenannte Prokaryonten). Diese Organismen besitzen den genetischen Code in einer Art von Zellkern (Pro-Nukleus). Diese Art von Zellkern unterscheidet sich von allen anderen dadurch, dass er nicht durch eine Kernmembran getrennt ist. Einige Beispiele dafür sind: alle Bakterien und deren Stämme, Pilzsporen und  Blaualgen. Des Weiteren gibt es viele Klassifikationen über die Form der Bakterien und über ihre biologischen Merkmale. Dies zu erklären würde für diesen Artikel den Rahmen sprengen. Zum besseren Verstehen ist dagegen wichtig zu sagen, dass sie sich sowohl in der Luft als auch ohne Sauerstoff vermehren können und dass sie aus Enzymsystemen bestehen und solche Enzyme auch selbst für ihr Wachstum brauchen. Zudem unterteilen sie sich in autotrophe (selbsternährende) und heterotrophe (können sich nicht selbständig ernähren). Die Letzteren brauchen dafür einen Wirt (eine andere Organismusform), um zu überleben, ähnlich wie Viren. Diese nutzen den Stoffwechsel des jeweiligen Wirt (Tier, Mensch), um zu überleben. Meist für die eigene Energiegewinnung (für Wachstum und Vermehrung) durch Abspaltung von Zucker, Fetten oder (am wichtigsten überhaupt) Eiweissen im jeweiligen Wirtsorganismus. Es gibt, wie bei allem im Leben – gute und schlechte Bakterien. Bakterienflora gehört bei Menschen als etwas ganz Natürliches hinzu. Vorhanden auf der Haut (Selbstschutz vor anderen Eindringlingen und Krankheiten), im Darm (denken Sie mal an die Joghurtkulturen :-) oder eben im Mund oder Nase. Alles nützlich. Entweder zur eigenen Abwehr oder als Spaltungsarmee für die Nahrung. Zu den Krankheiten, die diese „bösen“ Bakterien verursachen, wäre das Wichtigste zu sagen – dagegen helfen nur Antibiotika. Und wenn man Glück hat – die eigene Körperabwehr. Leider ist heute so, dass immer weniger Antibiotika auf Bakterien ansprechen, da wir durch unser zivilisiertes, sauberes Leben immer mehr auf Hygiene achten und dadurch auch harmlosen Tierchen kaum noch eine normale Chance zum Überleben bieten. Dann werden diese ganz böse und fangen an, sich umzuwandeln, ihre Eiweissstrukturen zu verändern, werden immer aggressiver und pfeifen auf immer mehr Antibiotika. Sie werden resistent. Nach dem Motto: Wie du mir, so ich dir. Andererseits entwickelt sich die Medizin mit riesigen Schritten und erforscht ständig neue Antibiotika, die an diese neue Lebensformen angepasst sind. Leider gibt es auch Ausnahmen. MRSA ist ein Erreger davon. Methicillin-resistenter Staphylococcus Aureus. Fälschlicherweise oft als „Multiresistenter“ genannt, was nur zum Teil stimmt, da es mittlerweile Antibiotika auf dem Markt gibt, die diese Bakterien im Zusammenhang mit anderen Therapien erfolgreich bekämpft werden können. In der Regel gibt es mindestens ein Antibiotikum, das diese Resistenz (Proteine eines Bakteriums) knacken kann. MRSA kommt am häufigsten dort vor, wo mit Antibiotika gearbeitet wird: Krankenhäuser und Pflegeheime. Daher wird er auch Krankenhauskeim genannt. Im Vergleich zu dem jetzigen Stand der Dinge in Mexiko – eigentlich harmlos. Studien in den USA zufolge sterben dort pro Jahr ca. 20.000 Menschen an Infektionen mit MRSA. In Deutschland 1/10 davon, obwohl sich hier ca. 50.000 im Jahr, meist im Krankenhaus, durch diese Erreger infiziert. Noch ein Indiz dafür, dass Medikamente und gute Versorgung in den Krankenhäusern ihre Wirkung zeigen. Zwar gilt der Anteil der MRSA-Infektionen in deutschlen Krankenhäusern (20-50%) auf die Gesamtzahl aller sonstigen Infektionen bezogen als sicher und vergleichsweise gering (als zum Beispiel der Anteil einer Lungenentzündung oder einer sonstigen Infektion), es stellt sich aber auch die Frage, warum der Anteil der MRSA-Infektionen in skandinavischen Ländern und jetzt auch in den Niederlanden zunehmend sinkt und bisweilen die Infektionsrate mit diesem Erreger nur noch bei 1-5% liegt? Weil dort jeder Patient vor dem Krankenhausaufenthalt auf MRSA getestet wird. Hier in Deutschland nicht. Was mehr kostet, kann ich aus eigener Erfahrung beantworten. Ich habe Patienten erlebt, die schlappe 2 Jahre im Krankenhaus mit diesem Erreger lagen. Getestet wurde erst munter hinterher. Aber… Es gibt immer ein Aber :-) Die im Krankenhaus erworbene (nosokomiale) Krankheiten/Infektionen durch MRSA finden auch zunehmend draussen statt, ausserhalb des Krankenhauses. Die nächste Frage: Warum wurden die MRSA-Stämme mittlerweile in den Niederlanden oder auch in Frankreich und in Kanada bereits in Schweinen nachgewiesen? Antibiotika werden auch zunehmend in der Tierzucht verwendet. Daher wundern mich auch diese Fälle von MRSA in Schweinen nicht. Wo es beginnt, wohin das weitergeht und wo es aufhört – darüber werde ich mir erstmal keine Gedanken machen. Sonst werde ich noch richtig krank :-)

Viren

Viren sind biologische Erreger, die eine DNS oder RNS und im Gegensatz zu Bakterien keine Enzyme besitzen, die für ihr Wachstum und Teilung zuständig wären. Da Viren „denken“ können (durch genetische Mutationen über die Jahrhunderte), benötigen sie für ihre Vermehrung und Überleben Zellen eines anderen Organismus. Sogenannte Wirtszellen. Das Virus (im Übrigen, das ist die richtige Schreibweise, liebe Bildzeitung ;-) besteht aus eine Nukleinsäure-Einfach- (oder) Doppelhelix, ähnlich der unserer Gene. Umgeben ist es mit einem Mantel aus Protein. Etwas komplexere Viren enthalten zudem auch eine Hülle aus Lipiden (Fett). Diese Hülle ist letztendlich dafür zuständig, dass das Virus entweder an die Wirtszelle andocken oder sogar mit ihr verschmelzen kann. Meist besitzt die Virushülle eine Zellmembran, von der aus die bekannten „Stacheln“ (Protein-Gebilde) in die Fremdzelle eindrigen können und mit ihr zunächst zusammenleben, bis sie sich irgendwann dem Stoffwechsel der Wirtszelle so angepasst hat, dass sie mit ihr fast Eins werden. Durch verschiedene genetische Prozesse (entweder auf DNS -oder RNS Ebene) kopieren sie sich innerhalb des Zellkerns der Wirtszelle oder (bei RNS-Viren) stellen sie selbst eine Kopie des Genoms her und passen so die Zellen ihren „Bedürfnissen“ an. Nachfolgend kommt es zum Zelltod (die Viren blockieren die Zellteilung der Wirtszelle) oder aber bringen die Wirtszelle dazu, sich unkontrolliert zu vermehren, bis diese krankmachend wirkt und die eigenen Abwehrzellen im Körper völlig überfordert, sodass an einer anderen Stelle neue Erkrankungen des Zellsystems entstehen, wofür normalerweise die Abwehrzellen des Körpers zuständig gewesen wären, die aber nun mit Virenbekämpfung beschäftigt sind und somit nicht mehr zur Verfügung für das Immunsystem stehen. In seltenen Fällen passiert es auch, dass der Gencode des Virus einfach mit der Wirtszelle unbemerkt verschmelzt und erst in der späteren eigenen genetischen Teilung krankmachend wird. HIV (als Beispiel) gehört zu der Gruppe der zelltötenden Viren. Grippe hingegen ist hoch ansteckend und vermehrt sich über einige Wege und Stellen am menschlichen Körper,  da seine Eintrittspforten lebenswichtige Organe für Menschen sind und diese (Atemwege) gut durchblutet und empfindlich sind. Grippeviren sind echte „Verwandlungskünstler“, besitzen die Fähigkeit zur Mutation und sobald sie auf bereits vorhandene „frühere“ Grippeviren im Körper eines Menschen treffen, bilden sie neue Virenstämme- und Subtypen, da sie ihr eigenen Gencode mit dem Code des Vorgänger-Virus vermischen und so neue Erreger-Typen entstehen lassen. Manche derart aggressiv, dass sie im Verlauf tödlich sein können. Grippeviren werden in 3 Typen unterteilt: A, B und C. Der Unterschied liegt in der Anzahl der Viren-Bauteile sowie in ihrer Gefährlichkeit. Typen B und C sind eher ungefährlich, die „Schweinegrippe“ gehört zum Typ A. Der gefährlichste für Menschen überhaupt, löst in regelmässigen Abständen Pandemien aus. Die Wissenschaft unterteilt die Influenza-Viren vom Typ A in verschiedene Subtypen, da die Erreger unterschiedliche „Stacheln“ auf ihrer Membran haben. Diese Stacheln an der Oberfläche bestehen aus Eiweissen/Proteinen. Die wichtigsten Eiweisse sind das Hämagglutinin und die Neuraminidase. Mit dem Hämagglutinin dockt sich das Virus an Wirtszellen an, um sie anschliessend zu infizieren. Die Neuraminidase benötigen die Viren-Klone, um die Zelle wieder zu durchbrechen, zu verlassen und sich so weiter im Körper vermehren zu können. Daher auch die Bezeichnung des Influenza-Typ als A/H1N1. Bei dem Subtyp H5N1 handelte es sich zum Beispiel um die Vogelgrippe. Interessant ist, dass ein Abkömmling des Subtyp des Influenza-Virus (A/H1N1) der Auslöser für die Spanische Influenza im Jahr 1918 war, die zwischen 25 und 50 Mio. Opfer forderte. Grippe kann endemisch (örtlich begrenzt, zeitlich unbegrenzt), epidemisch (gehäuftes, örtlich und zeitlich begrenztes Auftreten) und pandemisch (zeitlich ausgedehntes und örtlich unbegrenztes Auftreten einer Infektionskrankheit) sein. Den letzten Meldungen der WHO zufolge hat die „Schweinegrippe“ die Befürchtung ausgelöst, dass sie pandemisch werden könne, weil sie das Potenzial habe, sich in kürzester Zeit weltweit zu verbreiten. Meinem guten, alten, grünen Medizinmann-Buch zu entnehmen war, dass per Definition eine Pandemie im Durchschnitt alle 12-24 Jahre auftritt. Wir sind schon längst fällig. Jedoch gab es damals, in Zeiten der Spanischen Influenza oder bei der Hongkong-Grippe bei Weitem nicht so viele und so tolle Medikamente und Impfungen wie heute. Daran sollte man auch denken, bevor man in Angst verfällt.

Die Meldungen zu diesem Thema überschlagen sich fast. Das Virusgenom A/H1N1  enthält Geninformation von Strängen der Influenzaviren des Typ A vom Schwein, vom Menschen und von Vögeln. Leider sind die armen Schweine ein riesiges Becken für alle Arten von Viren, die sich so mit dem passenden Wirt, der uns genetisch und vom Körperbau her sehr ähnelt (und das ist kein Witz!) klasse an ihre Umgebung und potenzielle Träger anpassen können. Im Grunde ist dieser Typ Virus ein ordentlicher Mix aus Grippeviren zweier Tierarten und Grippeviren des Menschen. Der Haken an der ganzen Sache ist (und das war bei der Vogelgrippe nicht ganz eindeutig gewesen), dass diese so mutierte Viren jetzt problemlos und direkt von Mensch zu Mensch übertragen werden können und brauchen den „Zwischenwirt“ nicht mehr. Der Begriff „Schweinegrippe“ ist also nicht unbedingt der Richtige. Üblicherweise wurden die Influenza-Typen immer nach Ländern oder Gebieten genannt, wo sie zum ersten Mal aufgetreten sind.

Update: Bereits 159 Tote in Mexiko, bei 26 Personen wurde dort das neue Virus nachgewiesen, ca. 2500 seien noch infiziert. In den USA seien 66 Personen erkrankt, in Australien mittlerweile über 70. Ausserdem gibt es die ersten 7 Verdachtsfälle in Deutschland – jeweils in Bayern, Hamburg, Sauerland und Nordrhein-Westfalen, bei den Menschen, die als Touristen gerade aus Mexiko zurückgekehrt sind. Am Mittwoch wurde bestätigt, dass 3 von ihnen erkrankt seien. Die letzte Meldung lautet: Es werde überlegt, ob man Handels- und Reisebeschränkungen gegen Mexiko verhängt. Mittlerweile werden auch Verdachtsfälle aus Dänemark, Frankreich, Israel, Spanien und Neuseeland gemeldet. Ich lese gerade, dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf eine Information herausgegeben hat, Zitat: „Die Warnstufe 5 auf einer Skala von 1 bis 6 für die pandemische Situation tritt in Kraft. Diese Phase bedeutet, dass das Virus in mindestens zwei Ländern auf dem gleichen Kontinent von Mensch zu Mensch übertragen wird. Die WHO hat zur verstärkten Produktion von Grippemitteln und weiteren Vorsorgemaßnahmen etwa im Gesundheitswesen aufgerufen, um die Pandemiewahrscheinlichkeit zu minimieren. Damit steht die weltweite Ausbreitung des mutierten Schweinegrippevirus A1/H1N1 unmittelbar bevor.“ Wiederum sprechen die neuesten Nachrichten aus Mexiko dagegen. Durch schlechte Bedingungen im dortigen Gesundheitssystem ist die definitive Bestätigung, dass die Infizierten/Toten an genau diesem Virenstamm erkrankt waren – kaum möglich, die Proben werden daher nach Kanada geschickt. Selbst die mexikanische Regierung zweifelt mittlerweile an der Richtigkeit der Zahlen und tatsächlichen Ursachen dieser Grippe.

Deshalb denke ich, dass es keinen Grund zur Panik gibt. Die Welt ist heute bestens informiert, auch solche Meldungen gehen in Sekundenschnelle um den Globus. Abgesehen davon, werden die Infizierten isoliert und beobachtet, Medikamente werde heutzutage immer wirkungsvoller und die Menschen haben aus der Geschichte gelernt. Ich als Mediziner habe gut reden, wir bekommen Tamiflu (Virostatikum) wahrscheinlich als einer der Ersten, Mundschutz haben wir auch in Massen :-) Nicht desto trotz, wissen die Zuständigen, was sie tun. Daher auch diese Einstufungen und Definitionen der Epidemien. Es ist alles immer noch relativ überschauber und unter Kontrolle. Und wenn ich nicht im Krankenhaus arbeiten würde – würde ich auch so nicht sofort in die nächste Apotheke rennen. Alleine die Vorstellung, wie lange es gedauert hat, bis HIV bekannt wurde (ich kannte es IN JUGOSLAWIEN schon 1984 und wurde im nächsten Jahr darauf getestet, während hier erst Ende der 80er Werbekampagnen über AIDS auf dem Bildschirm flimmerten), beruhigt mich. Weil heute auch die Informationen schnelllebig sind. Abgesehen davon, der Sommer steht vor der Tür. Viren mögen keine Hitze. Und nur nebenbei – Antibiotika helfen nicht :-) Als Surftipp empfehle ich die Homepage des Robert Koch Institut. Da werden Sie geholfen :-) War alles irgendwie auch bei der Vogelgrippe ähnlich. Durchschnittlich sterben in Deutschland bis zu 20.000 Menschen an der jahresüblichen Winter-Grippe. Bei der Vogelgrippe dagegen, ist schon selbst der Krankheitsverlauf viel schwerer, die Sterblichkeit der Erkrankten lag in Asien bei fast 50%. An der Schweinegrippe starben bisher nur einige Menschen. Abwarten und Tee trinken. Japaner und Chinesen sind uns in einem weit voraus. Wenn sie erkältet sind, tragen sie aus Höflichkeit Mundschutz. Wohl ahnend, dass die kleinen Tierchen bald auch auf Virostatika genauso pfeifen werden, wie Bazillen auf Antibiotika. Resistenz heißt auch hier das Zauberwort. Die nächste Grippewelle wird nicht lange auf sich warten lassen. Und dann werden auch die Schweinchen husten. Vor Lachen. Ich befürchte, dass der Medien-Hype um die „Schweinegrippe“ nur zum besseren Verkauf derselben dient und irgendwo auch Panikmache ist. Und mit Panik lässt sich bekannterweise gut Geld verdienen. Vor allem die Pharmakonzerne tun das. Irgendwie muss ich immer lachen, wenn der Winter nach Deutschland kommt. Fast punktgenau zum ersten Kälteeinbruch laufen die ersten Werbeblocks über Hustenmittelchen, Nasentropfen usw. Im Frühling dagegen, lässt sich auch schön beobachten, wie Antiallergika geworben werden. Nicht, dass sie nicht helfen würden. Aber egal wo man am Tag beim Fernsehen reinschaut, egal zu welcher Zeit und auf welchem Programm – die Werbeblocks laufen und laufen… Und ich wette mit Ihnen, in diesen Tagen wird mit Virostatika richtig Reibach gemacht. Aber wenn diese Grippe so gefährlich wäre wie behauptet, würden innerhalb weniger Tage Abertausende erkranken und mindestens einige Hunderte sterben. Erst dann würde ich mir auch selbst Gedanken um Medikamente machen. Mir würde heute bereits reichen, wenn ich wüsste, dass mein Gegenüber häufig am Tag seine Hände wäscht ;-)

Bio-Schwein

Bio-Schwein

Somit wäre dieses Thema für mich abgehakt. Ich widme mich lieber wieder meinem Leben. Bis bald… :-)

Wie gut, dass es noch Funklöcher gibt…

Ich

Ich

Manche Sachen im Leben passieren eben nur mir. Daher auch meine Leidenschaft für Schrift. Und auch für dieses Plätzchen hier. Was mir vor einer Woche so alles passiert ist – davon wird der nächste Artikel hier handeln. Heute beschränke ich mich nur auf den einen Tag, den heutigen. Es ist Nachtdienstzeit. Kaum Zeit zum Verschnaufen. Dafür umso mehr zum Ausschlafen und für die Kleinigkeiten zu Hause. Kramen nach den schon alten digitalen Bildern für Romi, Vorbereitungen und Gedanken über das neue Shooting, Planung der nächsten Wochen der Freizeit… Zwischendurch Nina zu Besuch, kostbare Zeiten in den Übergaben und gemeinsames Lachen, Entdeckung des Volksgarten, Verinnerlichung der Absturzkatastrophe im Fringsveedel mit meinen eigenen Augen, der anschliessende Besuch der Severinskirche… Wieder viele neue Fotos, einige menschliche Geschichten und Begegnungen auf diesem, meinem Pilgerweg durch Köln. Ostern und sinvolle Gespräche. Besinnungslosses Essen mit Angelika, neue Geschichten… Etliche Telefonate, viel Nähe, nackter Haut, Sex…

Fest der Fruchtbarkeiten. April und Sonne in Köln. Sonnenschein in Berlin. Sandkasten meiner Hormone in diesem so tollen Jahr 2009. Zwischendurch die Gedanken an meine Mutter, Suche nach neuem Zahnarzt, Seiltänze für die nächsten Monate… All das prägt mich auch. Nebenbei. Manchmal aber, trifft es mich – mittendrin. Und dann kommen auch solche Tage. Wie der heutige. Sonn-tag mit Sturzregen. Funklöcher im Netz des Feindes. Zwangsläfuig denke ich dann auch an Netzlöcher eines Kleides. Friedliche Übernahmen. Da tun sich schon richtige Abgründe auf, wenn ich überlege, was mich, als Mann, noch alles um den Verstand bringen kann. Und davon besitze ich auch – immer weniger :-) Aber ich freue mich. Immer noch wie ein Keks, dass es immer noch funkt. Obwohl ich selbst noch handytechnisch bei dem roten Wassertropf bin. Stürme im Wasserglas. Aber das Thema hatten wir schon…

So sind sie, die Kleinigkeiten in meinem Leben. Glückskekse über Fotos, über ein paar sonnige Stunden in der Stadt. Und lachen. Ganz wichtig! Über mich selbst, wenn ich ab und an mit meiner blauen Dove-Augenmaske (Zugabe eines Zweierpack-Duschgel :-) aus dem Frühjahrsschlaf nach dem Nachtdienst erwache. Kahlköpfiger Zoro ohne Hut und mit Augenbinde ohne Löcher. Macht aber Spass. So schlaftrunken durch die Wohnung zu torkeln und nicht mal zu merken, warum es mitten am Nachmittag noch so dunkel ist. Lachen mit Lena über Andere um 6:30 Uhr, während draussen die riesige, knallrote Kugel hinter den Wolken erstrahlt. Freude über das, was ich habe. Freude über und mit Häschen. Freude darüber, wenn die Patienten einen Stück Käsekuchen extra für mich übriglassen. Freude über ich Lächeln, über ein „Guten Abend, Pfleger Andrej. Wie geht es Ihnen heute?“ Freude über das Leben an sich. Wie oft ich so am Tag lache, können Sie sich denken. Ich sage ja, ich verliere meinen Verstand immer und immer mehr ;-) Fortsetzung folgt…

Seppi, der Kaiser von Shanghai

Seppi

Seppi

Nach 56 Runden und einigen Safety-Car Einsätzen im Regen von Shanghai gewinnt Sebastian Vettel sein erstes Rennen im Jahr 2009 und damit das zweite seiner Karriere in der Königsklasse des Motorsport. So macht dieser Sport Spass! Als bekennender Bolide-Fan habe ich langsam auch die Lust am Fiebern vor dem Fernseher verloren. Es gewannen fast immer die Grossen, die Gleichen. Teams mit mehr Geld und teueren Fahrern. Durch Regeländerungen, solche Rennen und Charaktere, gerade wenn sie so jung, sympathisch, offen und herzlich sind – kann ich mich wieder auf  motorisierte Wochenenden auf dem Sofa und auf seine weitere Karriere und Siege in diesem spannenden und schnellen Sport freuen. Die Kleinen verdienen es auch :-) Grande, Seppi!

Nicht desto trotz – fahre ich mit meinem Silberpfeil auf zwei Rädern fleissig weiter durch die Weltgeschichte… Verleiht Waaaden ;-)

Bis bald… :-)

Eishai, Ückückück, Füünününü und andere Kleinigkeiten

Tippstu…? Knipstu ;-)

Halb so schlimm… Ich schreibe das Zeug hier eh nicht nur für mich. Stellen Sie sich mal vor, wieviele Menschen sich noch, schon heute, über diesen Titel den Kopf zerbrochen haben. Es waren über 60. Und ich weiß, wo ihre Häuser wohnen :=) Das gute WordPress speichert (und das soll jedem Besucher hier eine Lehre sein :-) in seiner Statistik, die nur ich einsehen kann – die IP-Adresse des Besuchers und den Weg, wie dieser Blog gefunden wurde. Ob über Google oder WKW, über meine Fotos oder eben nur über meinen Namen in den Suchmaschinen. Aber das nur so am Rande. Zwischendurch gucke ich mir solche Sachen auch an, weil ich selbst so neugierig bin. Nicht desto trotz – freue ich mich zu wissen, wieviele Besucher die jeweilige Seite oder jeweiligen Artikel angeklickt haben und wie sie auf diese gekommen sind. So schnell vergesse ich das aber auch wieder. Ich hoffe, es ist Ihnen schon deutlich geworden, was für mich im Leben zählt. Es sind nicht die Zahlen, nicht die Klicks. Ich bin es. Das, was von mir auch hier zu finden ist. Meine Person, meine Gedanken, mein Leben. Und noch viel mehr die Menschen, die dahinter stehen. Menschen, die mein Leben ausmachen, für die mein Leben zählt. Alles darin: meine Liebe, meine Gedanken, meine Bilder… Weil sie es verdient haben. Weil sie ihr Leben, sei es auch „nur“ durch Lesen oder zum Teil durch ihre eigenen Geschichten – mit meinem teilen, es bereichern, es auch an schlechten, kalten und verregneten Tagen hell machen. Weil mein Leben im Grunde ein schlichtes, normales, alltägliches, nichts Besonderes ist. Aber sie machen es – grossartig. Sie machen auch mich und dieses meine Leben – zu etwas ganz Besonderem. Zahlen und Wörter helfen mir nur dabei. Kleinigkeiten, die mich an diese Menschen und an besondere Momente meines Lebens leichter erinnern lassen.

Mojoj majci

→Vergiss nie, wo du herkommst…

Ich geh in ihr Zimmer, ganz still
Ganz leise, auf Zehenspitzen
Ich habe Angst, dass die Tür zuschlägt
Die letzte kroatische Rose ist eingeschlafen

Und ab jetzt ist nichts mehr
Wer wird mich morgens wecken?
Und ab jetzt gibt es dich nicht mehr, ich weiß es gut,
Du warst die letzte Rose Kroatiens

Rose, mein Röschen
Alle Tränen habe ich geweint, nachts wegen dir
Rose, mein Röschen
Alle Tränen habe ich geweint

Und so wie jetzt bin ich allein
Gegen Traurigkeit und Stürme
Wir waren wie zwei Finger
Zwei Finger einer Hand

Frohe Ostern

Ein ganz besonderer Feiertag für mich ;-) Leider muss ich auch heute arbeiten, Krankheiten sind nicht wählerisch und haben durchgehend geöffnet. Tut aber weder meiner guten Laune noch der festlichen Stimmung keinen Abbruch. Es ist warm in Köln, die Sonne spaziert über den milchig-blauen Himmel und ich mache gleich meine Ehrenrunde auf dem Silberpfeil auf dem Weg in die Klinik. Hasis Geburtstage… Apriltage und meine Anfänge auf dieser Station. Ganz besondere Tage…

Schönes Osterfest, viel Liebe, Wärme und Licht aus Köln! Hasis „Urbi et Orbi“ ;-)

Das besondere Küken
Das besondere Küken


Unschlagbar

cry

Sei ruhig, mein Herz, es dämmert bald;

Denn wer geduldig auf den Morgen wartet,

Wird ihn auch finden, und wer das Licht liebt

wird vom Lichte auch geliebt…


Zeit der Ausflüge

Ist Berlin nicht schön?

Zeit der Ausflüge… Fast auf den Tag genau vor einem Jahr war ich in dieser Stadt. Und fand dort meine Ruhe. Eine lange, lange Geschichte… Besser gesagt, eine Anreihung von Geschichten. Bären-Perlen. Hätte ich diese Geschichten nicht erlebt, wäre ich heute nicht dort, wo ich bin. Jetzt würde das Lied von BAP hier wunderbar passen. Ich hab ja Zeit… Und Ruhe…

So, jetzt ist der Player auch an. Letzte Nacht hinter mir. Ähnlich müde wie damals, im April 2008. Verdammp lang her. Und ähnliche Gefühle. Auch durch dieses Bild. Ähnliche Zeiten. Ähnliche Reisen. Nur der Drang, die Sehnsucht, das Packen, das Päckchen, das ich trage – alles ist viel stärker, runder, intensiver, schneller geworden. Nicht so wichtig… Nur ein paar meiner Gedanken. Wichtig sind die Menschen, die dahinter stehen, standen. Das, was mich mit dieser schönen Stadt verbindet.

Während ich so über diese Stadt nachdenke (Musik hilft, unheimlich), kann ich all diese Berliner Bilder nicht ausblenden. Verlorene Perlen auf meinem Pilgerweg. Verschiedene Reisen eines Menschen. Und dennoch – ein gleiches Ziel. Jemandem so nah sein zu wollen. Jemandem, der mein Leben im Wesentlichen ausmacht, ausgemacht hat. Jede Reise ist schön. Jede Vorfreude. Jedes Reisefieber. Jedes Betrunkensein vor Müdigkeit. Jede Flughafenhalle, jedes Ortsschild, jede Autobahnausfahrt. Wenn jemand auf dich wartet. Damit du wieder nach Hause kommst. Dich geborgen fühlst. Angekommen. Glücklich. Tschö, Winter. Eigentlich wollte ich über Reisen schreiben, über Bilder. Über Glück kann ich nicht so gut schreiben, nicht so gut reden. Ich kann es – fühlen. Die, die mich wirklich kennen – sie brauchen nicht viel Text. Sie wissen, was ich meine. Sie fühlen es auch. Jemand wird es nur ahnen. Erst in schlechten Zeiten weiß man, was man hat(te). Für die guten. Ich habe es. Zum Glück. Danke :-) Dann kommen andere Reisen ganz und gar von alleine. Hallo Oberhausen und Sea Life. Hallo Soest und liebe Verena. Hallo Tempelhof und Warschauer Strasse. Guten Morgen Berlin. Schönen Tag, Lankwitz. Möge deine Ruhe ähnlich dieser sein, die ich in Köln empfinde…

Bis bald… :-) Und das meine ich auch so ;-)


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  • 15,139 hits

HIER WIRD GETWITTERT ;-)

  • Zurück aus Berlin. Liebe(s)-Urlaub mit 5Sternen. Nicht viel von der Stadt gesehen,dafür nur Augen für einen Menschen gehabt.Du bist klasse! 3 weeks ago
  • denkt (heute umso mehr) beim 1.Kaffee darüber nach, was er hat und grinst sich einen. Laute Geschenke. Menschen,die man nie vergisst... 2 months ago
  • Ein heißer Aldi-Kaffee, Aufwachen mit liebevollen Gedanken, die später ihren Zettel fanden-ergeben 1neuen,sonnigen Tag in K. Trotz Regen. 2 months ago
  • Findet kurzes Nickerchen nach 3Frühdiensten voll in Ordnung. Friseurbesuche von Frauen nach Feierabend auch.Danach sehen beide toll aus:-)) 2 months ago
  • @DanielPalm Gute Besserung! Nicht nur von Berufs wegen ;-) So lange Du nicht beim Husten quiekst :-X Steife Brise war´s. Bestimmt :-) 2 months ago
  • Schon toll.. Wenn man auch in eigener Stadt Engel hat. Früher Hasi fängt die Flügel... (Kroatische Wortwendung :-) 2 months ago
  • genießt das Grau in Köln.Mal wieder;)Dafür mit Abwechslung.Heute mit Kerzen und Senseo.Frühstück followe ich auch gleich.Schnupper-es.de :-P 2 months ago
  • weiß, was er hat... Noch bekommen wird... Und bemüht sich, das alles zu erhalten... Auch hier sei gesagt:Wie gut,dass es Zettel gibt ;-) 2 months ago

 

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