Ich bin nicht eisern :-) Manchmal kann ich nicht anders. Je länger ich diese Seite habe, umso klarer wird mir, dass Schreiben mein Leben ist. Dass das Schöne mein Leben ist. Seele. Augen. Augenblicke. Eine Frau. Geschichten. Erinnerungen für die Zukunft. Wege. Rote Fäden. Und das alles ergibt immer und immer mehr einen Sinn… So auch die gestrige Nacht. Als Farbtupfer eines tollen Tages.
Tickende Uhren. Schöne Songs. Plötzlich hereinbrechende Gewitter. Erinnerungen an meine Jugend. An die Liebe. An das Schöne an ihr. An das, wovon ich heute immer mehr habe, immer mehr bekomme. Gerade bei bestimmten Sachen :-) Ein Hin und Her der Gefühle, der Zeit. Urgewalten der Natur. Gewitter meiner Seele. Und schlussendlich die Ruhe der Liebe. Ein schönes Leben…
Es gibt ein schönes Lied mit diesem Titel, dem Titel meines heutigen Artikel. „Zufällig“ gestern auf meinem Player wiederentdeckt. Schon mal gehört, aber es war nur eines von vielen darauf, fiel nicht so sehr auf. Nicht ohne Gewitter. Unmengen von Musik, die auf 40 GB mobiles Vergnügen passen. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass man unter einigen Tausenden von Liedern in diesem Moment genau das Richtige erwischt? Nachdem ich seit ca. 20 Uhr Musik hörte, bis um Punkt Mitternacht die Kölner Gewitterlichter ihr Spiel begannen? Sehr gering, behaupte ich.
Ähnlich unwahrscheinlich, wie das, was ich jetzt aufschreiben werde. Wie das, was mir in dem ganzen Zusammenspiel mit dem gestrigen Unwetter passieren musste. Keine Zufälle. Ich glaube lieber an Bestimmung. Meine Engel wurden mir auch zugeteilt. Der gestrige Abend war für mich bestimmt, fiel mir zu. Passt nicht bei Twitter rein. Passt nicht in meinen Körper. Nicht mal in meine Seele. Es musste erlebt und geschrieben werden. Es musste rein. Und wieder raus. Gewitter müssen sich entladen. Bevor ich einer Frau damit auf den Wecker gehen muss… :-) Lebe das Schöne und erzähle es später. Auch hier. Weil wertvoll. Weil ungeheuer. Weil selten. Weil ich. Weil schön. Weil Maktub. Und irgendwie auch – sexy.
Dieses Lied fängt mit dem Geräusch einer tickenden Uhr an. Meine tickt schon seit knapp 42 Jahren. Wer weiß, wie lange noch. Was ich nicht weiß… Solche Gewitter wie das gestrige sind selten. Gerade in Köln. Solch ein Naturschauspiel, mit so einer ungeheueren Kraft erwartet man eher am Mittelmeer. Was ich nicht weiß… Warum gerade Köln, gestern, überhaupt in dieser Paarung? Punkt, wirklich – Punkt Mitternacht fing es an. Habe extra auf die tickende Uhr geschaut! Mit den ersten Takten des Liedes kam die bläuliche Lichtuntermalung dazu. Bei der Passage – „Was du nicht weißt ist, dass ich wachliege, mir wünsche, dass du hier wärest heute Nacht“ – kam noch Donnern dazu. Innerhalb von Sekunden! Ausgerechnet diese Passage des Liedes ist ein Hammer. Der gleiche, wie der Vorschlaghammer des Donnergottes in dieser Sommernacht. Die Stimme (Mandy heißt sie, glaube ich) ähnelt der eines blonden Engels. Bevor sie selbst an der Reihe ist zu singen, erklingt (das auch noch!:) eine Gitarre, vermischt mit dem Sound einer Sternschnuppe (wenn sie nicht lautlos wären, würde ich mir wünschen, dass dabei genau solche Geräusche als Begleitung entstehen:). Sternschnuppenzeit in meiner Heimat fängt Ende Juli an. Um diese Zeit, ab Mitternacht, am besten zu sehen. Über Engel schreibe ich zur Zeit. Mein Weg in den nächsten Tagen führt mich zu ihnen. Eine weibliche Stimme hat mich zu ihnen geführt. Sie wusste es nicht. Niemand wusste es. Auf Gewitter und Sternschnuppen oder Stern-Stunden wartet man nicht. Sie kommen einfach. Passieren. Geschehen. Brechen herein. Wie so viele Entscheidungen, die wir im Laufe unseres Lebens treffen. Oder die, die uns treffen. Mittendrin. Was du nicht weißt… Entscheidungen, die, wenn wir Glückskekse von Menschen sind – uns selbst am Ende auch glücklich machen. Wie Lieder, die mit unserem Leben zusammen ein schönes Bild ergeben. Ähnlich unerwartet und schön, wie meine Engelbilder. Weil meine Vorstellung über einen Engel schön ist. Schöne Gefühle auslöst. Musik der Bilder. Voller Farben, Träume, Erinnerungen, Gefühle, Momente des Glücks… So schön, wie manch meiner anderen Engel, die ich im Gewand eines Menschen im Laufe meines Lebens traf.
Gewitter machen mich genauso rattig wie meine Bilder in ihrer Entstehung. Von einem Motiv über Mühe, die man sich dafür macht bis hin – zur Perfektion. Der perfekte K(l)ick. Gestern hatte ich nur noch Gänsehaut. Die Entstehung war wieder da. Der anderen Art. Für die du nichts kannst. Nur der liebe Eine da oben. Lichter, ohrenbetäubende Musik des Donners dazu und als krönender Abschluss – Regen, der das Puzzlebild zusammenfügte. Vereinte. Perfekte Bilder der Mutter aller Fotografen. Mutter Natur.
Nachdem ich dieses Lied einige Male in der Endlosschleife gehört hatte, beim Vers – „Was du nicht weißt ist, ich habe dich geliebt schon lange bevor wir gelebt haben. Wie konntest du, wie solltest du es wissen? Darum werde ich dir alles erzählen“ – flogen diese Bilder vor meinen Augen. So schnell, wie Blitze durch die Wolken draußen, wie Gedanken durch meinen Kopf. Der Himmel ging auseinander, ich… Und meine Gedanken durcheinander. Kopfkino im Donner-Surround. Gleichzeitig fielen die ersten Regentropfen vom Kölner Himmel hinab. Der warme, hell erleuchtete Himmel Kölns weinte. Meine Augen machten es ihm nach. Noch lange nachdem der Regen aufgehört hatte, zu tropfen. Mein nasses Glück. Es musste raus… Das Herz erzählte ungefragt über seine Liebe zu Schönheit. Ich hörte ihm zu. Es schlug lieb zu mir. Im Takt des „Was du nicht weißt…“ Seine Sprache war leise. Leise und dennoch laut genug, um die Einschläge zu übertönen. Erst wie ein Rollen. Dann immer lauter, immer schneller. Ich hatte das Gefühl, es wollte, es musste auch… Raus.
Jetzt weißt du es…
Andrej Montan © 2009 “Der Mann mit dem Mädchennamen”








