Zeittilgung, Boxenstops und schwarz-weiße Engel

In Köln schneit es. Mal wieder ;-) Zwischendurch war ich arbeiten, ist schon toll… Morgens, wenn der frische Schnee zentimeterhoch herumliegt, ohne Spuren von Menschen oder Autos. Diese Stille, die alles übertönt, diese seltsame grau-weiße Färbung von allem… Und so lebe ich im Moment zwischen zwei Schneefällen. Habe noch frei. Tilge die Zeit hier ab, etwas davon auch draußen… Hasi’s Winter-Wachkoma ;-) Der Film gestern, der war wunderschön. Musste oft an Maja denken. Schöne und kluge Menschen, die ihre Zukunft planen und leben. Aus den Träumen heraus für dieses eine Leben, das sie haben. Manchmal verspottet, beleidigt… Doch solche Menschen machen die Welt besser! Die Welt, die sie lieben, die Welt, für die sie leben. Für das Ehrenhafte des eigenes Lebens, für das sie kämpfen und dafür Opfer bringen, Mühen, Zeit, Herz… Und für das alles – manchmal auch alles aufgeben. Schöne Plätze, gewohnte Umgebung, Freundschaften, ihr halbes Leben. Aus Liebe und für ihre Träume. Für etwas, das ihr Leben eines Tages vielleicht besser machen würde, weil sie daran geglaubt haben. Wie in einem der guten Filme. Zwar hatte der Film gestern ein tragisches Ende und jemand neben mir auf der Couch hat wieder Wasser geheult… Aber ich denke, so fern ab vom Leben ist dieser Film auch nicht gewesen. Daher muss ich wieder schreiben. Hängt vieles davon auch in meinem eigenen Leben ab. Zeit, Arbeit, Liebe, Träume und Ehre. Aus Überzeugung und aus dem Glauben, dass man das Beste versucht und getan hat, heraus. In Kanada lächelt jemand über fast alles, was er vom Schweiger erzählt bekommt. Lebendige Welten unter der Stille des Schnees. Wir sind alle Menschen. Haben Träume. Machen auf dem Weg dorthin manchmal Unmengen von Fehlern… Die sind manchmal auch zum Brüllen komisch. Wie einige SMSen, die ich die letzten 3 Tage bekam. Ich habe Fehler gemacht. Viele sogar! Mache ich heute noch. Aber dafür schäme ich mich nicht. Versuche immer noch, auf mein Herz zu hören und das, was es mir sagt – auch über die Lippen zu bringen. Gerade dann, wenn es auf der Seele liegt, wenn es wurmt, wenn es das Gute nicht mehr so gut macht. Und wenn es nicht so wäre, wenn wir auf Neider hören würden, die es selbst nicht machen, dafür aber selbst bei unseren Fehlern mit dem Finger auf uns zeigen – anstatt auf unsere Herzen zu sehen – würden uns auch die kleinsten Träume verborgen bleiben; Liebe, Lachen, Gespräche, Sonnenuntergänge, Häuser, Früchte der Arbeit, Freude über Kleinigkeiten, über das Erreichte, Leidenschaft, zurückgelegte Wege, Fuß fassen in einem neuen Land… Und Glück. Damit leben zu können, davon zu zehren, was man aus dem  gemeinsamen Rezeptbuch des Lebens, der Liebe und ihren Wegen alleine oder zu zweit gekocht hat. Davon, was man hat. Bekommen, gegeben oder erreicht hat. Für neue Träume und Würze. Wie auch davon, die Versuche, das Schlechte, die Fehler, wenn sie passieren – wenn es irgendwie geht und wenn es uns gelingt - in das Gute umzuwandeln. Das macht sie besser. Uns als Menschen. Unsere Seelen. Unsere kleine Welten, als auch die eine große ganze. Manchmal machen sie die größten Fehler besser, gerade sie! Meine Fehler kenne ich. Rede darüber. Schweige sie nicht weg, täusche nichts vor. Dafür rede ich aber umso mehr über das Schöne, freue mich, das teilen zu dürfen. Weil es über das Schlechte hinweg hilft. Leid aber, mag ich genauso teilen. Bewegt mich ebenso. Und wenn ich dabei jemand anders Leid antue, tue ich mir selbst am meisten weh. Vielleicht ein Fehler, vielleicht auch nicht. Es ist auch – Geben und Nehmen. Oder das Genommene abzugeben. Liebe spüren. Funken sprühen lassen. Leidenschaft. Manchmal auch (durch) Hass. So, wie man auch liebt. Aus vollem Herzen. Wenn dich jemand dabei am Ende als Arschloch betittelt oder als gekränkte Eitelkeit in Person – weißt du, dass du lebst, du dein Leben und diese Liebe gelebt und geliebt hast. Alles gegeben hast. Auch wenn es manchmal für´n Arsch war. Manchmal sogar im dreifachen Sinne. Und wenn… Soll er doch! Das sind auch – nur Äußerlichkeiten. Das, was die Anderen von dir sehen, über dich meinen. Das, was ihnen am Schluss wichtiger war. Ob meine dicke Backen oder jemand seine dicke Falten und Funken – spielt für mich keine Rolle. Hat es noch nie. Das Wahre ist irgendwo anders, tief in dir verborgen. Das Innere. Das, was für mich zählt, schon immer gezählt hat. Für manch Andere zählen Ärsche mehr als eine einigermaßen gute Seele. Die Zeit ist vergänglich. Menschen vergesslich. Zu schnell vergessen sie, was aus den gemeinsamen, langwierigen Träumen und beschwerlichen Wegen dorthin am Anfang entstand. Auch das Entdecken des Verborgenen. Die Seele, und mit ihr verbunden – deine Hoffnungen, der Glaube an das Gute, deine innigsten Träume, Pläne, Ziele. Seelen! Leuchttürme auf den manchmal so dunklen Wegen des Lebens. Seelen, wie neulich jemand so schön sagte, die aus Steinen auf dem Weg einen neuen Weg bauen können. Manchmal auch einen aus Pflastersteinen. Mühelos, eben und solide. Manche vergessen irgendwann all das, was diese Seelen gemeinsam träumten, bewirkten, wohin diese Wege sie bewegten, was sie uns brachten. Gerade bei sich selbst vergessen sie es manchmal ziemlich rasch. Und dann passiert es. Das Verlieren. Sich selbst auf dem Weg. Man verirrt sich, die Ziele verschwinden aus den Augen, aus dem Sinn und letztenendlich auch die eigenen Träume fangen an, zu schwinden. Werden weniger, bis sie irgendwann nicht mehr sind. Und einem nur die nackte Realität und eigene Wahrheit und Vorstellung übrigbleibt. Leider zählen viele Menschen meistens nur das, was ihnen aus diesen Träumen am Ende wirklich geblieben ist. Das Greifbare. Die Traumhülle. Eine zerplatzte, ausgeträumte, waschechte Seifenblase. Aus eigener Ungeduld, aus eigener Schnelllebigkeit und Unruhen, vielleicht auch aus eigenen Enttäuschungen, schlechten Erfahrungen und Geschichten über unerreichte Träume, über Realitäten des Lebens und über die Zeit, die unermüdlich und schnell und immer noch und immer weiter tickt. Verschwenderisch ist sie bei Leibe nicht. Nur wir sind es manchmal, mit unseren Träumen. Ich hoffe dennoch, ich bin es! Verschwenderisch mit meiner Liebe. Ich hoffe für Dich, ich war es gewesen. Und für mich hoffe ich, dass ich so bleibe. Hauptsache, mir bleibt immer noch etwas davon übrig. Um nicht all das zu vergessen, das Ganze nicht zu vergessen. Nicht die Träume, nicht das Gelebte, noch weniger das Geliebte, nicht das Unerreichte, nicht das Schöne und auch nicht das Hässliche. Nichts davon! Nehme aber das Schöne mit. Von Anfang an. Erfahrungen, Eindrücke, Fehler, das Gute. In dem Ganzen und in dem Menschen selbst. Und vor allem in- und auf den Wegen dorthin. All das, was ich je in meinem Leben für diese Wege und meine Träume getan habe, um an deren Ziel zu kommen, um sie zu erreichen. Auch für einen anderen Menschen. Aus Liebe zu ihm. Gerade dann, wenn ich ein Stück dieses Weges mit ihm teilte. Für das Rasten danach. Um es, am Ende jener Wege – umso mehr und in vollen Zügen zu genießen, ganz gleich, wer mich auf diesen Wegen begleitet hat. Und wenn es passiert, wenn Steine auf dem Weg auftauchen – am Schluss aus dem Schlechten zu lernen. Wenn ich so kränkbar wäre, wie behauptet, wäre ich heute nicht so glücklich. Wäre auf unserem Weg nie glücklich gewesen. Könnte nicht glücklich fortgehen. Ich würde eher leiden, diesen Zeiten und Wegen nachtrauern, würde mich lieber lange ärgern, anstatt kurz inne zu halten und zu versuchen, sie zu begreifen. Selbst bewusst sein. Das Schöne gegeben zu haben. Das Richtige getan zu haben. Auch mit Fehlern und schlechten Zusammenhängen mit manchmal fehlender Chemie und bitteren Verlusten. Trotzdem zu schaffen, all das zu genießen. Alles! Und wenn es nicht klappt, den Schmerz zu ertragen. Versuchen, nicht zu leiden. Und auch aus dem, was am Ende übriggeblieben ist – glücklich zu bleiben. Darauf aufbauen. Weiter versuchen. Etwas ändern. Und wenn auch das nicht mehr geht… Loslassen. Trennen. Das Gute vom Schlechten. Wenn es nicht so wäre, würde ich wieder die alten Dummheiten machen, die aus meiner Jugend, aus meiner Vergangenheit. Meine schlechten Angewohnheiten von damals. Gar nicht so eitel und kränkbar… Eher liebend und nur noch leidend. Lange und tief. Und jung und dumm. Aber LIEBEND. Auch danach. Plötzlich vor ihrer Türe stehen. Im Regen unter ihrem Fenster den Nachmittag verbringen, nur um für ein paar Sekunden das Gesicht der verlorenen Liebe zu sehen. Oder mir aus Kummer eine brennende Zigarette auf dem Unterarm ausmachen. Mich besinnungslos betrinken. Sie hundertmal anrufen und wieder auflegen. Sie mit SMSen bombardieren. Um sie weinen. Sie anflehen, zurückzukommen. Wenn sie es wert war. Tief und lange… Vielleicht hätte ich es wegen der Berlinerin noch einmal gemacht. Wenn… Gewesen wäre… Ich bin anders. Ich brenne für eine Liebe. Für eine Frau. Eine Leidenschaft. Eine Liebe. Einen Arsch. Eine Seele. Aber wenn das Feuer erloschen ist, wenn nicht mal ein Funke davon da war – dann trinke ich auch nicht an Ostertagen ein Gläschen Wein mit ihr. Oder schicke ihr doofe SMSen an den Dezemberfeiertagen. Ganz oder gar nicht. Charakter. Wenn man so will – Arsch in der Hose. Und noch ein großes Loch darin. Und hätte ich nicht auch noch die großen Ostereier (eigene Eitelkeit vergisst man dabei auch sehr leicht, oder verwechselt sie auch gerne mit Selbstbewusstsein anderer)… So wie ich aussehe, was ich nach außen bin  - würde ich kaum etwas Schönes von mir bei den anderen hinterlassen können. Alles andere als eitel. Entlein statt Schwan. Das weiß ich, auch das ist (mir) selbst-bewusst. Aber das Schöne von mir – das bekommt auch nicht jeder zu sehen. VON mir, nicht an mir ;-) Trotzdem, ich weiß, was ich tue, was ich habe, was tief in mir drin schlummert und wer es zu sehen bekommt. Wenn er lange mit mir aushalten kann und etwas Geduld mitbringt :-) Und vor allem, wenn er das alles – selbst besitzt und geben kann. Aber wenn DAS einer mit Füßen tritt, trete ich zurück. Im doppelten Sinne. Versuche in die Seele eines Menschen einzutauchen, um zu sehen, was für ihn zählt. Und wenn es nicht übereinstimmt, verabschiede ich mich. Längst bevor er es überhaupt gemerkt hat. Geben und Nehmen. Wie Wege gehen und Gehen. Und wenn du danach auf deinem Weg wieder auf eine Mauer aus Ungeduld und Äußerlichkeiten zugehst, machst du es beim nächsten Mal besser. Weil du etwas auf diesem Weg mitgenommen und gelernt hast. Dann erkennst du solche Mauern schon aus der Ferne, noch rechtzeitig. Noch bevor du Migräne davon kriegst. Dann triffst du auch ähnliche Seelen. Diejenige, für die solche Mauern erst gar nicht auf dem Weg auftauchen. Die aus ihren Träumen und Mauern Brücken zueinander bauen.  Dann triffst du auch hübsche Frauen, die auch innerlich wunderschön sind. Menschen, für die das Gute mehr zählt als das Schlechte. Dann  siehst du auch noch andere Teile der Welt, machst Urlaub mit denen, die auch mit dir Urlaub machen wollen, weil sie gerne ihre kostbare Zeit mit dir verbringen. Gerne Rührung vor Schönheit und schönen Plätzen zeigen. Hast besseren Sex, bessere, buntere, abwechslungsreiche und tiefergehende Liebe und Leben. Und einen Weg aus Gemeinsamkeiten und Brücken, statt Mauern und Zicken.

Eitel, wenn überhaupt, bin ich nur auf mein Inneres. Ähnich wie Maja. Als Weisen wurde ich uns trotzdem nicht bezeichnen. Dumm sind wir aber sicherlich nicht. Erfahrung ist ein sehr großes Gedankengut. Kommt vom guten Seelenleben. Macht schlau. Nicht nur hinterher. Achten auf Zeichen, auf Entwicklungen, Hürden auf den Wegen, auf die Wege selbst, auf unser Herz darauf… Augen auf beim Wege-Lauf ;-) Vielleicht aber alles nur Einbildung. Wenigstens aber, haben wir aus diesen Seelen, unserer Arbeit und unseren Leben und dessen Wegen etwas gemacht. Dafür, nicht für unser Aussehen, werden wir geschätzt und respektiert. Dafür, was wir sind. Indem, WAS wir tief in uns drinnen wahrlich sind und aus dem heraus – für das, was wir TUN. Für uns selbst, für Andere, für unsere Träume und unser glückliches Leben mit ihnen. Seele zeigen. Mutig sein. Ausdauer beweisen. Etwas Klugheit reinstecken. Sein. Ziele und Steine und Lernen und Bewegen. Erreichen. Selbstbewusst und gradlinig, auch dann, wenn der Weg schiefgeht. Unser Weg. Manchmal auch gebogen und schief, aber als Ganzes – ein gerader, guter und glücklicher Weg. Weil er unser ist. Der einzige Weg, den wir eingeschlagen haben. Der einzige, der uns übrigbleibt und zuteil wurde. Wir und unser Weg. Und wenn wir das wissen, wenn wir uns hart genug für ihn anstrengen, dafür gerne schwitzen und bluten und an seinem Ende sich ruhend über diesen zurückgelegten Weg freuen können – fliegen wir auch aus seinen weiteren Kurven nicht raus. Erst dadurch entsteht etwas, das uns das restliche Leben und weitere Wegestücke leichter macht. Und Träumen auch. Ziel-Geraden. Auch auf schiefen Wegen, auf denen wir uns ab und an vorfinden. Die, die uns beschimpfen, sollen es uns erst einmal nachmachen. Und mit dem glücklich sein, was sie selbst sind und wenn sie das erreicht haben, was sie wolten. Das, wovon sie träumten. Auch auf Irrwegen. Das, wofür sie lebten und das, was sie liebten. Das, wofür sie ihre Zeit investiert hatten. Ihr Leib und Seele. Ihre eigene Leidenschaft und Chemie gegeben und dafür Anerkennung, Respekt und Liebe Anderer zurückbekommen. Auch für das Geträumte mit dir zusammen. Trotz allen Macken, Hürden, Unterschieden. Um nie zu vergessen, was mit Liebe alles zu schaffen ist. War oder wäre. Um nie zu vergessen, dass man für das alles – geliebt hat. Und dass man deswegen auch selbst geliebt wurde. Wenn die Seele stimmt - und das tut sie – dann bin ich auch gerne ein Arschloch. Arschloch, das man einst liebte. Zum Schluss ein riesiges sogar. Wenigstens scheint aus dem selbigen immer die Sonne ;-) Ich weiß, was ich tue und ich weiß, was ich bin… Meine Augenbinden und Ketten lasse ich überwiegend auf dem Weg liegen. Brauche ich nicht. So lange ich mit dem Herzen sehe, macht die Erd- und andere Anziehung den Rest von alleine. Stabile Kurvenlage. Auch dann, wenn du auf die Fresse fällst. Macht frei, glücklich und schön. Die paar Kratzer und blaue Flecken, die machen dich nur schöner. Und gerade sie schenken dir irgendwann eine neue Liebe, etwas Glück und etwas Schönes aus einer anderen Seele. Seelenheil. Liebevoll. Unabhängig davon, wen du auf deinem weiteren Weg triffst. Eine Tür geht zu und woanders zwei Fenster auf… Ich habe längst begriffen, dass Liebe das Wichtigste auf der Welt ist. Übertrifft auch Anziehung. Überlebt auch Alter und Falten und eigene Gebrechlichkeiten und Fehler. Macht stark. Macht gemiensam unschlagbar. Macht einzigartige Geschichten. Macht besonders und einmalig. Wenn sie selbst und Menschen, die sie ausmachen – stark genug sind. Sie lässt dich und sie, alle gemeinsam -  bis zum letzten Atemzug träumen. Dafür kämpfen, stark sein und stark bleiben. Sie lässt dich leben und genießen. Das Beste daraus machen, weil sie einfach das Beste ist. Gemeinsam und gerade aus den Fehlern und Unstimmigkeiten. Aus dem Schlechten heraus. Sie lässt dich auch manchmal weinen. Wenn sie es wert ist. Das weiß sie, die Listige! Das ist sie! Die Liebe ist es wert, immer! Daher die Wasserfall-Tage in Hamburg. Und ja, Forrest, ich bin auch… Kein kluger Mann.

Wenn ich am Wochenende mit der Wunderschönen keine Filme schaue, esse ich ihre Köstlichkeiten. Hab in den letzten 3 Wochen schon 4 Kilo zugenommen ;-) Das kommt davon, wenn ich mich draußen zu wenig bewege. Betonung auf “draußen” :-) Immerhin lohnt sich das alles. Das gute Essen, Zufriedenheit, Träume, Glücklichsein. Geben und Nehmen. Lieben und geliebt werden.  Liebe machen. Aus Liebe etwas machen. Und dabei gut leben… Die Fotos von der Wunderschönen habe ich an einen Model-Verlag nach Australien geschickt, sie wollten es für die Werbung haben und lassen sich ein paar (gut, es sind genau 57 ;-) Fotos von ihr was kosten. Der Rest landet auf der Festplatte und im Hasengedächtnis. Die Fotos werde ich sicher nicht veröffentlichen ;-) Abgesehen davon, dass ich es nicht darf.

Maja meldet sich mittlerweile jeden Tag. Sie redet und schreibt nur noch über das Wesentliche. Die träge Zeit des Winters. Keine unnötigen Aufregungen. Wofür auch? Freude über ihre eigenen Bilder, die von mir. Das schneeweiße Strickkleid und Frau M. in schwarzen Blickdichten am Fuße des Fernsehturms in Berlin. Maja am Alex, lächelnd und hüpfend, trotz Minusgraden. Stahlblaue Augen gegen das Blaue des Himmels über Berlin… Ihr Lachen auf dem Foto, als ich über eine Bank stolperte, die ich beim Knipsen glatt vor Leidenschaft übersehen hatte. Gespräch an diesem Tag, nur eine Stunde lang, das ich mit ihr noch führte – über Berlin, über meine Zukunft, über den Sinn der weiteren Schritte… Diese Stunde fühlte sich wie eine Ewigkeit an. Aber das Gespräch geriet dann ins Stocken. Obwohl die vielen Bilder am Alex schön waren, der ganze Vormittag ein einziger Fluß – hatte ich an dem Tag mit ihr wieder dieses mulmige Gefühl bekommen. Stolpere ich auch über meine Träume? Langt die angepeilte Länge des Weges? Die Zeit dafür? Die Vorstellungen beider? Reicht das Geben und Nehmen so ganz und das Gemeinsame, wie man es sich ursprünglich vorgestellt hatte? Erinnerungen, Gegenwart, Zukunft… Alles durch Glück, Fotos, Berlin und Liebe ausgeblendet gehabt. Es schien mir falsch, was Maja da sagte, darüber meinte. Gerade dann, als sie das Wort “Umzug” nannte. Von da an, fing ich wieder an, zu schweigen. Trocken nachzudenken. Überlegen. Für jemanden dein jetziges Leben aufzugeben, den du kaum kennst, kaum gesehen hast. Seine Geschichten, deine eigenen. Sein und Zusammensein. Träume. Pläne. Meins und Deins und Wir. Baustellen. Zeit dafür, um sie abzuarbeiten. Sachen, die dir wichtig sind, den Anderen aber auf die Palme bringen. Das Gespräch brach ab. Auch wegen der Bilder ;-) Heute – heute fließt alles wieder… Nur der Schnee um ihre Hütte noch nicht. Ich kann mir solche Dinge beim besten Willen nicht vorstellen: 150-200cm Neuschnee fast jeden 3.-4. Tag! Und wir beschweren uns hier über diesen Winter… Immerhin, bin ich dieses Jahr, trotz regelmässiger Verwehungen – noch nicht auf der Fresse gelandet. Und das soll schon was heißen, bei meiner alljährlichen Mit-Dem-Rädchen-Hinlegen-Tradition :-)

Ja, Rädchen… Wie oben erwähnt, zwischendurch fahre ich auch mal raus. Risikofreudig war ich schon immer ein bisschen. So auch gestern. Gerade alles frisch geräumt, das Grundstück hier glänzte wie der Lidschatten von der Liebsten… Eierlauf war nichts dagegen! Ich frage mich immer noch, obwohl ich mich schneeschippentechnisch gar nicht auskenne: Warum machen das die Leute überhaupt? Gut, Gesetze sind Gesetze, die kenne ich ;-) Aber nach jedem Schnefall kommt die Schaufel zum Einsatz und macht es nur noch schlimmer. Statt Schneemassen bilden sich schöne Eisbahnen und dann haste Glück oder haste Bruch. Ich war schon (fast) immer ein Glückskind ;-) So ging ich am Abend in die Tiefgarage, wollte meinen Silberpfeil etwas auf Vordermann bringen (fetten, Bremsen anziehen, säubern…) – da kommt mir mein Stellplatznachbar entgegen. Noch nie vorher gesehen, habe mich immer gefragt, ob er bei meinem Fuhrpark (mittlerweile sind es 4 Räder, für jedes Wetter – 2 teuere MTB´s und 2 billige City-Bikes) überhaupt noch aus seinem Auto aussteigen kann, weil er grundsätzlich auf meiner Seite parkt und aussteigt. Er kann es ;-) War eine super schöne Begegnung. Der gleiche Mann, der unser Grundstück jedes Mal mit seiner Zauberschippe in ein Eishockeyfeld verwandelt ;-) Arbeitet auch im Krankenhaus. Direkt neben meinem :-) Und so tauschten wir uns aus – Freud und Leid dieser Arbeit, Freizeit, Wochenenden, gute Bezahlung, hartes Brot… So lernt man auch seine Nachbarn kennen ;-)

Über Engel schreibe ich auch noch… Mein Antivirus-Programm läuft gerade auf Hochtouren. Noch ein Andenken aus Berlin… Aber ein tolles! Das Ding mit K… und russisch klingend. Gar nicht mal so schlecht! Ich lerne immer noch dazu. Ich benutze viel Bilderbearbeitungssoftware, arbeite auch mit dem Tablett und Photoshop… Leider habe ich in letzter Zeit mit dem Notebook viel zu oft an fremden Telefonsteckdosen gehangen und mir die ganzen installierten Sachen versaut. Gerade die Schriften und Einstellungen wie Stile oder Malwerkzeuge für diese Programme. Aus irgend einem unerklärlichen Grund waren hunderte von Sachen verseucht. Also: An die Arbeit! Ein Teil davon ist schon erledigt, der Rest wird noch einige Stunden dauern. Das Schöne an dem K ist, dass die Sachen nicht gelöscht, sondern desinfiziert werden! Und können somit wieder normal benutzt werden :-))) Und das Beste ist – es macht alles automatisch. Viren, die sonst an der ausführenden Datei anhaften bleiben, werden einfach so von ihr getrennt und entsorgt. Ich habe so etwas bis dato nicht gekannt! Und ich habe keinen Schimmer, wie oft ich seit Anfang Januar versucht habe, Photoshop zu benutzen und wie oft ich aufgeben musste, weil irgend ein Texteffekt oder Pinselart nicht geladen werden konnten. Jedes Mal danach die PC-Neuinstallation, rotes Regenschirmchen ankurbeln, alles sauber, entseucht… Habe ich gedacht! Dieses Ding ist definitiv und viel besser! Arbeitet still im Hintergrund, man kann immer noch schnell surfen und gleichzeitig am Notebook arbeiten… Aber ich will ja keine Werbung machen ;-) Trotzdem bin ich (auch damit) wieder glücklich. Jetzt kann ich endlich meinen Header in Angriff nehmen. Den für die Foto-Seite ;-)

Und zum Schluss ein Schmankerl… Aus dem Film. An der Stelle weinten wir beide. Gleichzeitig gekommen…

- Mein Sohn, sie ist ein gebrochener Vogel! Weißt du, was dein Großvater immer gesagt hat? “Ein Vogel, der in dein Haus fliegt, ist ein Engel. Man muss seine Anwesenheit als Segen verstehen.” – Kein Wunder, dass ich gestern Abend, als ich weinte, wieder an Berlin denken musste. An jemanden, der für diesen Engel, wenn auch in Schwarz, am gestrigen Sonntag, so wie ich für meine Engel auch, durch die halbe Stadt fuhr. Und heute Morgen, als ich meinen ersten Kaffee trank – hüpfte hier (auch: mal wieder :-) ein schwarz-weißer auf dem Balkon herum. Und redete und redete… Und ich hätte beinahe – wieder geheult. Das haben Krähen und Elster gemeinsam. Oder Menschen, die diese als Engel betrachten. Sehen. Fühlen. Und für sie – etwas tun, selbst an sie zurückgeben, wenn auch sie mal in Not geraten sind. Um uns und ihnen dieses eine, schöne Leben – noch schöner zu machen. Gerade dann, wenn wir um sie und mit ihnen weinen müssen und wenn manches Tun, Glaube, Rettungsversuch, Hoffnung und Gebet doch vergebens waren. Aber wenigstens haben wir es versucht. Wissende und Herzseher wissen, warum. Danke für diese MMS :-)

Und heute, genau eine Woche nach dem Schreiben dieser Zeilen fällt mir ein – der alte Mann auf dem Ohlsdorfer Friedhof hatte weiße, lange Haare. Und ein weißes Bärtchen. Fast wie ein Nikolaus :-) Das Merkwürdige (wirklich??) daran war, DER Engel, der stand auf einem schwarzen Sockel. Träume, die man nie vergisst… Irgendwann wirst du an sie wieder erinnert. An das Schöne. Manchmal auch an das Hässliche. Keine Löffel der Weisheit. Aber Quäntchen der Erkenntnis. An diesem strahlenden Sommertag in Hamburg bildete ich ein Wasserfall ab, den es nicht gab. Hatte den 2. Tag hinter mir, mit dem Eindruck – mein Leben verändert sich komplett, das ist sie – mein Traum, mein Engel… Am Abend saß ich überglücklich im Hotel, wollte noch raus, den Hafen fotografieren… Kam aber nicht mehr dazu. Jemand wollte, dass ich fühle und nachdenke und nicht mehr laufe. Es fielen Wasserfälle aus dem Hamburger Himmel und machten aus diesem, meinen Abend genau das, was er gesagt hat. Genießen. Auch die Regentropfen-Wasserfälle. Ein August-Sturzbach nach einem wunderschönen, sonnigen Tag. Aus dem Nichts. Parallelen zum Elektroschocker-Abend in Köln vor der Reise nach Hamburg. Mit dem Unterschied, dass ich diesmal viel glücklicher war als in Köln. Aber für wie lange noch? Der alte Mann kam am Abend im Traum wieder. …noch zusammen übrig bleibt… Der Engel, er saß schon in seinem Bus und flog wieder davon. In Hosen, schneeweiß wie der Lankwitzer Dezember. Mit schwarzem Top drüber. Stoff an ihr im Sommer, der Winterhimmel über der Hauptstadt, über uns und über diesen meinen letzten Tag in Berlin für lange, lange Zeit. Die Welt jedoch – sie ist viel bunter als das Grau aus Schwarz und Weiß. Bunter als diese eine Frau und eine einzige Stadt. Reisende sollte man nicht aufhalten… Heute tätige ich die nächste Buchung. Tweet, Hasenstadt-Hansestadt ;-O

Bis bald… ;-)

P.S.: Meine lieben Kollegen genehmigen mir dafür 5 Tage Zeit. Klasse seid Ihr! Danke dafür! Und dafür, dass ich wieder meine Engel besuchen darf. Um in einem Park aufs Holz klopfen zu dürfen. Für mein Glück. Für meine Glückstaler über die Sternwarte im Sommer. Dankbar dafür, was ich habe. Hatte. Bekam. Gab. Auch über das jetztige Glück, einmal im Leben den Pharao sehen zu können. Unvergängliche Schönheit. Ankh aus Celle und Ägypten in Hamburg. Zum zweiten Mal schon diese wunderschöne Stadt sehen zu dürfen. Ohne Häschen, ohne ihre Freundin, die so nett zu mir war. Dafür diesmal nicht alleine. Ein neuer Monat, in dem ich wieder ICE fahre. Und Glück wieder in meine kleine handliche Sporttasche einpacke. Meine ganze Welt in ihr herumzutragen. Und teilen, sogar schon auf der Hinfahrt, mit jemandem mit. Lebe (aus) meine(r) Tasche. Meine Welt und die Menschen, die es auf dem Weg dorthin ausmachen. Auch Welten und Menschen, die es mir bei meinem letzten Mal in Hamburg so angetan haben. Doch diesmal sehe ich völlig neue Welten. Blühende Landschaften eines neuen Frühlings und einer wachsenden Liebe. Obwohl ich hoffe, dass ich wenigstens eins-zwei von den alten Bekannten wieder sehe. Den alten, weißen Mann mit seinen bunten Bildern aus seinem Leben. Seinen faltigen Wörtern seiner Wege zuhören. Mit ihm reden und lachen… Oder die bunte fröhliche Frau, die sich so über die Düfte in ihrem Garten am Ohlsdorf mit mir freute. Ihr Glück und ihr Leben mit meinem teilte. In Zeiten des Wartens. Geduldspiele und Busse, die manchmal lieber langsamer fahren sollten. Busse, in denen man gemeinsam, redend und lachend miteinander fährt. Gleichwohl ob die Passagiere Kroaten, Ärsche, Knallbunte oder Alte und Grauhaarige sind. Passagiere und Menschen und ein durchgeknallter Fotograf in ihm bekannten Stadt, mit der sein Herz verbunden ist und für immer verbunden bleiben wird. Dort, wo damals die Liebe begann. In der Stadt der Engel. Dort, wo diese Liebe jetzt weiter geht. Weiter und neu lebt. Ich bin über die Jahre hinweg auch vergesslicher geworden. Vergesse auch manche Menschen. Jene, die diese vergangene Liebe ausgemacht haben. Schönes aber nicht. Das eine Wort bleibt eingebrannt. Für immer und ewig: Liebe. Vergesse auch dann, wenn sie erloschen ist, nie die schönen Plätze, die sie ausgemacht haben. Sie sind, genauso wie die Liebe selbst – unvergänglich. Aber vor allem vergesse ich nicht die Gründe, warum gerade dort und warum SIE geschah. Die schöne Diebin ohne Augenlicht. Zwei glühende Kohlen mit Augenbinde ;-) Liebe macht blind. Liebe ist blind. Liebe ist ein ewiger Kreislauf. Und in so manchen Städten schließen sich unsere Kreise. Wie unsere Augen. So lange ich mit der roten Pumpe aber sehen kann… Kann nix mehr schiefgehen. Die Augen sehen wieder das Schöne. So wie damals, als mich das Schöne nach Hamburg rief. Mein Weg musste mich einfach wieder nach Hamburg führen. Zu den Schönheiten. Zu meiner Liebe. Aus Liebe. Für die Liebe und aus Leidenschaft zu ihr. Für die Ewigkeit. Digital und erinnerungstechnisch eingebrannt. Alpha und Omega. Schliesst die Öse auf dem Ankh. Flügel, die einem selbst Flügel verleihen. Und Geliehenes, das ist bekannt, musst du irgendwann auch zurückgeben, respektieren und dafür dankbar sein. Auch wenn ich dabei wieder nicht fehlerfrei bleiben werde. Wenigstens weiß ich, wofür ich sie mache und wo ich meine Flügel zu suchen habe. Zielstrebig durch Herzgehör und Glücklichschaft. Auch das  geschieht nicht ohne Grund… Sie alle zusammen – machen sich und auch dich – damit unsterblich. Liebe an sich, du dich, während du liebst, der geliebte Mensch, deine Leidenschaft für ihn, dein Tun, deine Seele, deine Träume, das Gute in dir, das was aus alledem geworden ist und daraus hinterher kannst und weißt… Und wenn du dabei noch ein paar Engel findest, die über das Ganze wachen… Ein Segen! Auch wenn du bereits einen Vogel hast…

Macht’s Gut, Ihr Lieben!

Andrej

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