… hüpft das verrückte und glückliche Löwenherz von Hasi. Die Aufmerksamen unter Ihnen wissen ja – ich bin keine Jungfrau mehr. Nach dem neuen Horoskop bin ich ein Löwe. Rrrr ;-) Leider schreibt der Hasi hier nicht mehr. Dafür aber manche Frauen ihm. Die einen überraschend, die anderen erwartet, wiederum auch welche ungefragt… Und so bekommt das Lager- und Kartenhaus des Glücks – trotz neuer, wunderschöner Bilder mit Marko und Nummer 5 – manchmal von den drei Gewittern aus den letzten Tagen hier in Köln etwas ab. Kleine Risse und feuchte Landschaften. Heute regnete es rein. Und aus mir heraus. Also tue ich das, was mir zuerst der Johann zugeflüstert hat. Eine letzte Geschichte schreiben. Damit ich mir den Wasserschaden vom Halse schaffe. Ich schreibe zurück. Noch zwei letzte Artikel. Auch ungefragt. Ungewollt. Aber gezwungenermaßen. Zeilen, die mich beschäftigen. Neues, das längst Vergangenheit hätte sein sollen. Wenn mich dieselbe Vergangenheit nicht ab und zu einholen würde. So wie vorgestern. So wie heute. Manchmal gewollt, manchmal auch als Maktub. Eine Gesichte in zwei Kapiteln. Das eine in Deutsch, das andere in Kroatisch.
Maja hat mich heute nach dem Warum gefragt. Und versprochen, dass sie diese Zeilen nicht kommentiert. Das gleiche Versprechen und die Bitte um Verzeihung, holte ich mir von Juli ein. Das zu erklären wäre ohnehin – sinnlos. Ich muss es tun. Aus einem einzigen Grund: aus Liebe. Ich muss zurückschreiben. Weil… Wenn diese guten Männer zu mir sprechen, schreibt mein Herz zurück. Es kann nicht anders. Zuerst aber muss Haslion ausnüchtern. Manchmal wird mir auch nur eine einzige Geschichte zu viel. Und bevor das Bilderbuchhäuschen ernsthaften Schaden nimmt… Zum Glück hatte ich Nachtdienst. Kann also jetzt ruhig schlafen gehen. Ruhe und ein noch immer – ruhiger Schlaf. Schlaf des Gerechten. Auch wenn ich mal die Kontrolle über mich selbst verliere, weiß ich immer noch, was ich tue. Ich bin ja nicht umsonst ein Razzo. Immer mit einem guten Gefühl und mit einem scharfen Blick. Auch dann, wenn diese Gefühle mir manchmal einen Strich durch die Rechnung machen. Meine Seele auseinandernehmen und den Blick kurzzeitig durch das Salzwasser trüben. Mein Herz – das irrt nie.
Als kleines Aufwärmen für morgen…
Du musst die Dinge mit dem Auge in deinem Herzen ansehen,
nicht mit dem Auge in deinem Kopf.
Lame Deer, Sioux Indianer
Das Herz hat Gründe, die der Verstand nicht kennt.
Blaire Pascal, französischer Philosoph
Der Verstand kann uns sagen, was wir unterlassen sollen.
Aber das Herz kann uns sagen, was wir tun müssen.
Joseph Joubert, französischer Essayist
Ich habe mir angewöhnt, bei meinen Handlungen meinem Herzen
zu folgen und weder an Missbilligungen noch an Folgen zu denken.
Johann Wolfgang von Goethe, deutscher Dichter und Naturwissenschaftler
(Wie passend… Januar 2010, betende Hände und Schnee im Juni 2011…)
Was die Augen sehen ist Wissen.
Was das Herz weiß, ist Gewissheit.
Dhun-Nun, ägyptischer Lehrer und Prophet
Wenn ich mich in einer sorgenvollen Zeit befinde,
Kommt Mutter Maria zu mir
Und spricht Worte der Weisheit: Lass es geschehen!
Und in meiner dunklen Stunde
Steht sie genau vor mir
Und spricht Worte der Weisheit: Lass es geschehen!
Lass es geschehen! Lass es geschehen!
Flüstere weise Worte: Lass es geschehen!
Und wenn die Leute mit den gebrochenen Herzen,
Die in der Welt leben, zustimmen,
Wird es eine Antwort geben: Lass es geschehen…
Auszug aus dem Lied “Let it be” – The Beatles © Apple Records/Parlophone/EMI 1970
Was ist passiert? Ex ist passiert. Jemand, der mir noch im Januar 2010 eine wunderschöne Abschieds SMS geschickt hat. Eine SMS mit Wörtern wie “Du bist ein richtiges Arschloch”, “Wie gut, dass es solche Menschen wie dich und Maja gibt, die die Weisheit mit Löffeln gefressen haben” und “Mir tut es leid, dass ich meine Zeit mit dir verschwendet habe”. Ich habe sie immer noch. Als Warnung und Erinnerung. Gute vergeben. Liebende verzeihen. Und nur Dumme vergessen. Am Mittwochmorgen dann, nach dem Nachtdienst, finde ich eine Mail von ihr im Postfach.
Ich möchte Dir auch etwas sagen… Rücksichtslos. Respektlos und narzisstisch. Als würde mich das, was Du geschrieben hast, heute noch interessieren. Nicht darum gebeten, damals schon keinen Kontakt mehr gewollt… Und es ist sicherlich das letzte Mal gewesen, dass Du in mein Leben getreten bist. Oder hast Du etwa vergessen, was der Grund für den 4. Januar war, wer den letzten Brief geschrieben hat, wer zum 2. Mal mit wem nichts mehr zu tun haben wollte und was darin alles stand? Ich helfe Dir etwas auf die Sprünge: Es ging um Leidenschaft, Anziehungskraft und Lügen. Ähnlich wie in “La Bohème”. Du hattest leider keinen Schimmer, wer wir wirklich waren. Hast es immer noch nicht. Solche Freundschaften, Ansichten und Nachrichten brauche ich jetzt auch nicht mehr. Ich hätte sie vielleicht in der 2. Januarwoche 2010 gebraucht. Als ich meine Scherben auch aufsammeln musste. Von dem Wir, das Du zerbrochen hast. Leider war es die gleiche Selbstsucht wie vor Hamburg. Wie nach Berlin. Oder wie jetzt, in dieser Mail. Ich weiß nicht, warum Du sie geschrieben hast. Will ich auch nicht wissen. Es ist nur noch eine weitere Scherbe. Überraschend und tief auf mich eingestochen. Ein weiteres, ein letztes Mal. Einmal mehr fanden auch die, die Dich wirklich vermissen werden, die Du vermissen wirst - erst am Ende Deines Briefes ihren Platz. Manch Geschichten wiederholen sich. Zu meinem Glück.
Glück findet man nicht. Für dieses Glück, das ich habe, muss ich jeden Tag ackern. Heute auch mal betrinken. Und beten. Dass es gleich besser wird. Und besser als damals mit Dir. Gut… Alles. Wird. Gut. Trotzdem wünsche ich Dir auch: Alles Gute! Und wünsche mir, dass Du das gleiche Herzklopfen bekommst, wenn auch Du den Taj eines Tages besuchst. Dann wirst Du vielleicht verstehen, was ich meinte. Auch damals meinte, in den Wir-Zeiten von Berlin, die für mich unsterblich, kostbar und einmalig-wiederholt schön waren. Ähnlich wie die Zeiten des Uns, auf der Reise nach Bhārat in diesem Jahr ;-) Einmal mehr Kann-Uns-Keiner-Mehr-Nehmen. Einmal mehr spüren, was es heißt, auch mit verbogenem Rücken und ohne Zähne – für Zusammen, für Liebe, für seine Träume und zwei Herzen – alles zu geben. Manchmal sogar – sein ganzes bisheriges Leben. Auch am anderen Ende der Welt. Zugegeben, es war kein Tadschikistan, kein Bagdad, kein Lankwitz. Es war nur – Indien. Aber es war auch aus Liebe zu einem Menschen, ohne dabei sich selbst zu verlieren oder aufzugeben. Unendlich weite, beschwerliche, aber auch bunte, duftende, glückliche und gemeinsame Wege. Weil sie einen so magnetisch anziehen, wenn du sie mit deiner Liebe zusammen begehst. Weil sie dir Kraft geben, so manch Unmögliches doch noch zu schaffen. Weil du dann, am Ziel, auch vor dieser gewaltigen Schönheit in Agra, alles vergisst. All die Weiten, all die Mühen… Alles. Auch deine Schmerzen. Weil du spätestens dann erkennst, dass du selbst zwar kleine Brötchen backst, aber das alles aus dem gleichen Grund tust wie der liebe Shah Jahan es damals auch schon getan hat. Und dass sich das immer lohnt. Ich musste dabei oft an jemanden denken. Auch an die Zeilen, die ich noch vor dieser größten Reise meines Lebens abfotografiert habe und als Kamera-Bildschirmschoner einrichtete. Verse, die “Otvoreno pismo” auch zieren. “…Und glaube nicht, du kannst den Lauf der Liebe lenken, denn die Liebe, wenn sie dich für würdig hält, lenkt deinen Lauf…” Die gleichen Gründe, ähnliche Wege. Ziele, Folgen und Ursachen, die in einem Menschen die bis dato nie gekannte Leidenschaften erwecken. Auch die letzten Sinne kitzeln. Flügel verleihen. Dann, wenn du nicht mal mehr gerade gehen kannst. Trotz eigener Schwächen und Macken. Trotz Hürden und Fehlern, die man dabei meistern und begehen musste. Gerade dann, wenn einem nichts mehr übrig bleibt, außer – weiter zu gehen. Weiter, für das, was man liebt und begehrt. Weiter, immer weiter – zu lieben. Dafür zu kämpfen, seiner Liebe und seinem Herzen folgen. Bis zum Ziel. Lieben und Liebe schaffen. Laufen, um weiterhin einen Lauf zu haben. Gemeinsam. Auch dann, wenn es wehtut. Leiden schafft. Auch Glück. Oder 30 Artikel in einem Monat wie vor zwei Jahren. Auch diesen, heutigen, der etliche Monate als Entwurf im Hintergrund schlummerte. Klaren Blick, richtige Wege, eine tiefere Liebe und ein unbeschreiblichs Befreiungsgefühl ohnehin. Aus diesen Gründen schafften Schriftsteller, Morde wurden begangen, Könige gestürzt, Lieder gesungen, romantische Oper geschrieben… Ich kann sie nicht lenken. Aber ich weiß, was ich tue. Und warum. Auch jetzt. Und es beruhigt, dass ich – der Schweigsame – sie auch in Worte fassen kann und ihre ungefähre Richtung und Größe erahnen und erfühlen kann. Herzsache. Die großartigste Sache auf diesem Planeten. Zu wenig für Deine Auffassung von Chemie, Liebe und Anziehung. Sei es drum! Ich bin auch – nur ein Mensch. Nichts von alledem, kein Komponist, kein Sänger. Nur ein kleines Licht, ein Sterblicher und ein Mann. Nicht mal ein schöner, ein kluger, ein normaler. Einer, den Du irgendwann, nach Deinem Verständnis von Liebe, nicht mal mehr körperlich lieben wolltest, konntest. Ich konnte nichts dafür. Dein Lenken und Denken. Meine Sichtweisen waren schon immer anders. Auch Einer, der von dem, was er tut, überzeugt ist. Auch dann, wenn er falsch liegt. Weil er weiß, auch dann, wenn er gerade selbst unwissend und ahnungslos ist, wenn er das Ende von etwas kommen sieht und es nicht begreifen und nichts mehr dagegen tun kann – wird ihn jemand (oder etwas) trotzdem niemals im Stich lassen. Bis er stirbt. You never walk alone…
Du hattest Recht. Es und jemand auch. Gibran sowieso. Nicht würdig. Am Ende waren es zu viele Unterschiede. Die, die mein Leben, das Leben meiner Halbschwester und Dein eigenes – im wesentlichen voneinander – unterscheiden ;-) Nicht, weil wir klug sind. Nicht, weil wir fehlerfrei sind. Weil wir so lieben können! Weil wir dafür umziehen. Alles dafür niederbrennen, um selbst brennen zu können. Weil wir wissen, welches Geschenk Lady in Red ist. Weil sie uns vor lauter Glück manchmal sogar leiden und unglücklich lässt. Weil wir nicht überlegen und warten wollen, ob sie überhaupt bis ins hohe Alter reicht. Wir tun es einfach! Jetzt und heute! Wir laufen ihr hechelnd hinterher. Und wenn wir sie erwischen (oder sie uns), lassen wir so leicht nicht mehr los. Verbeißen uns. Brennen ganze Feuerwerke ab. Und leben sie aus, so lange es geht. Die ganze Palette. Wir werden so oder so alt. Aber auch verrückter, noch verliebter, noch glücklicher. Und ich scheiße darauf, ob ich es auch alt und klapprig immer noch können werde. Ich tue es jetzt! Irgendwie wird es schon reichen, auch für dann, wenn wir tatsächlich alt, gebrechlich und leidend werden. Weil die Liebe uns jetzt schon - wenn wir wirklich hinter ihr herlaufen und unter ihr leiden – jung und am Leben hält. Verändert. Besser macht. Hungrig. Reden lässt. Bewegt. Zueinander. Aufeinander. Und wieder – ineinander.
Das alles mit Dir – das tut mir heute nicht mehr leid. Und denke bitte ja nicht, dass ich mich jetzt dafür rächen wollte. Im Gegenteil! Es hat mich glücklich und im Nachinein dankbar gemacht. Durch Dich jemanden wiederzufinden, für den Liebe viel mehr ist als das, was es Dir bedeutete. Auch sie habe ich so genommen, wie sie war. Mit ihrer hässlichen Vergangenheit. Mit ihren Ängsten und Enttäuschungen mit uns Männern. Mit ihren tiefen Wunden und manch anderen Ansichten, Fehlern und Nachteilen. Aber auch jemanden, der gerade durch die Verletzungen eine noch tiefere, sensiblere, wundervollere und vielfältigere Seele bekam. Eine jung gebliebene. Von ihrem Körper und ihrer Schönheit ganz zu schweigen. Und auch mich nehme ich dabei so, wie ich bin. Und es, wie es kommt. Oder geht. Und wenn es nicht geht, verändern wir es, damit es wieder kommt. Wir lenken uns, damit sie uns lenken kann. So wie ich 2010. So wie sie es auch tat. Nach etlichen Lügen, leeren Versprechungen und schmerzhaften Spuren ihrer eigenen Ehe. Ähnlich wie Katrin und noch einige, wunderbare Frauen, die ich nach Dir kennenlernen durfte. Wie bei mir selbst vor einem Jahrzehnt. Verbundenheit, Zeit und das gemeinsam Durchgemachte. Kampf, Tapferkeit und Nie-Aufgeben. Begegnungen, aus denen zuerst Freundschaften, dann auch ihre Vorzüge und letztendlich auch Anziehung und Leidenschaft entstehen konnten. Entstanden sind. Vor allem aber – geblieben sind. Die eine besondere Freundschaft in Österreich entwickelte sich auch so. Noch weiter sogar. Zu etwas, das auch Freundschaft in sich beinhalten sollte. Für mich – in richtiger Reihenfolge. Freundschaft, dann Liebe und dann auch beides und bleibend. “Wenn Liebe in Freundschaft übergeht, kann sie nicht sehr groß gewesen sein.” Ein Zitat von der Lieblingsschauspielerin meiner Mutter. Auch eine Schönheit. Eine Kluge. Eine, wie Julia. Eine, wie meine Mutter es auch war. Eine Frau mit Durchblick. Färbt ab. Auch wenn Katharine in schwarz-weiß Zeiten gelebt hat. Deswegen wollte ich noch nie in meinem Leben bewusst eine Liebe für eine Freundschaft eintauschen. Auch mit Dir nicht.
Was Dir zu einfach, zu wenig oder nichts war, ist für mich heute zu billig, viel zu fremd, zu alt und zu lange her. Heute auch für mich: Wertlos. Auch für eine Mail auf die Schnelle. Same old Stories. Auch die früheren meinen und die meiner Ehe. Viel zu wenig, für all das, was ich von Liebe verstehe, was ich schon immer in mir hatte und heute von einem Menschen gleichermaßen habe und weiterhin bekomme. Viel wichtiger ist mir, dass es genügend Menschen gibt, die mich auch so nehmen, wie ich sie. Mich und meine Wünsche respektieren. Selbst in Krisen um unsere Freundschaften und gemeinsame Zeiten kämpfen. Weil sie diese genießen. Weil sie ihnen wichtig sind. Ich ihnen wichtig bin. Als Mensch. Als einer, der als Mann zuhören kann und das Auge für Detail, für das Schöne hat. Einer, der so wie sie auch, viel mehr in dem Ganzen sieht, als nur die reine Äußerlichkeit, Vergänglichkeit und Schnelllebigkeit. Die das nehmen, was ich ihnen aus den Tiefen meines Herzens zu geben versuche. Mich. Das Ganze. Mein Leben, meine Ansichten, meine Freundschaft und – meine Liebe. Das, wofür mein armes, kleines, vor Glück hüpfendes Herz, auch heute noch, nach 28 Jahren Versuchen, Lernen und gescheiterter Lieben und Familien, immer noch brennt. Mich so mögen und so lieben wie ich sie. Einen Menschen und das, was ihn ausmacht. Die Seele und die Hülle. Alles. Das macht es leichter, viel leichter. Macht es vielfältiger, interessanter, noch inniger, liebevoller. Macht das Ganze besser. Mich, sie, uns. Auch das, was wir tun und wie wir es tun. Das festigt. Geht noch mehr in die Tiefe. Macht ruhiger. Glücklicher. Respektvoller. Gegenseitig und gleichwertig.
Und trotzdem hat mich all das nicht verändert. Mein Leben schon, ein bisschen. Meine Arbeit ohnehin. Und mein Hobby macht es heute aus. Aber es hat mich nicht verbogen. Manchmal muss einem erst viel Schlechtes widerfahren, um erkennen zu können, wie viel Gutes man in sich trägt. Was für großartige Sachen einem passieren. Was für Geschenke man bekommt. Und wie viel man selbst dafür auch tun muss, damit es weiterhin so bleibt. Sehen, reden, erkennen, fühlen… Steuern. Und immer schön aufpassen ;-) Augen auf halten… Ich drücke auch heute – immer noch lieber auf die Knöpfe und bin immer scharf. Steh’ auf Optik und brenne für Weiten. Oder blende. Freue mich auf Blicke durch die dichten und die ohne Halt. Manchmal auch auf Stahl, Leder und dicke Seilen. Auch auf Familie und Hochzeiten. Auf Brettsport. Auf Weihnachten mit Kind und Brettern. Ich knie mich rein. Oder haue auf die Tasten. Manchmal auch auf die Kacke. Auf Arbeit mit der Faust auf den Tisch. Südländer und ihr Temperament. Manche nennen es auch – Leidenschaft. Bunt, fröhlich, abwechslungsreich und glücklich leben. Unsterblich lieben. Von der Schönheit des Ganzen angezogen fühlen. Gute Arbeit tun. Gutes tun. Ein bisschen verändern, wenn man darunter leidet… Und wenn ich nicht leide, dann bin ich mit dem zufrieden, was ich habe. Lebe weiter, liebe und leidenschafftle ich. Stur, gradlinig und dem hörig, was mein Herz mir sagt.
Es ist gut zu wissen, wer man ist. Und wie man jung bleibt. Worauf es im Leben wirklich ankommt. Dann erinnert man sich auch nicht mehr mit Wehmut an vergangene Zeiten, Malereien, Bands und schlechte Ficks. Man malt selbst. Oft, wieder und immer noch. Singt sich die Stimme in falschen Tönen heiser. Überall. Auf dem Rad, auf Arbeit, beim Kochen. Fickt sich gemeinsam durch Hotels der Städte, die man besucht und quer druch das eigene Zuhause. Und schreibt selbst – Geschichte. Hey there, Delilah… Im Heute und Jetzt und verändert für die Zukunft. Lehrnt aus Fehlern und macht es gut. Besser. Alles gut. Und Du wolltest mir etwas über Funken, Anziehung und Leidenschaft erzählen, Happy Feets…?! Manch anderen Füße frieren nicht einmal im Schnee. Ich ahne auch, warum. Aber das interessiert Dich ja heute bestimmt auch nicht mehr. War ja auch besser so. Was vorbei ist, ist vorbei. Schick’ lieber Mails an jene, die Dich immer noch um die Weihnachtszeit herum betrunken anrufen. Sie verstehen sicher viel mehr von Ärschen, Freundschaften, Zeitverschwendung, Leidenschaft, Liebe, Anziehung und Fu.ken. Und interessieren sich bestimmt weiterhin brennend für Dich, Deine Kinder und Dein Leben. Dafür, wo Du bist, wann Du aus Indien wieder zurückkommst, wie es Dir wirklich geht und wem Du nachts im Bett nachweinst. Ich - ich liebe lieber. Dank auch – Dir. Auch wenn ich dumm bin und von alledem absolut nichts verstehe. Ich tue es einfach. Nichts anderes, als das, was ich bei Dir auch schon versucht habe. Damals, als ich Dich immer und immer wieder gefragt habe: “Was mach’ ich bloß mit dir, meine Ehefrau?”. Ja, dich lieben. Heute wunder’ ich mich nicht, warum ich selbst so geliebt werde, womit ich das alles, ich Arschloch, verdient habe. Warum ich jeden Tag lache und das alles mit Liebe, Familie, Ruhe und Glück immer noch so gut klappt. Fast alles bekomme, was ich mir wünsche. Auch die verborgensten. Dagegen war Berlin ein Kindergeburtstag. Obwohl ich immer noch derselbe bin: Immer noch schweigsam, kindisch, verrückt… Vielleicht ist es genau das, was den Unterschied ausmacht. Ich mache es selbst und genieße das für mich Gemachte. Selbstlos statt selbstsüchtig. Die tiefen des Ozeans zweier Herzen. Ihre Sprache, wenn sie auf Touren kommen. Da ist es viel besser, die Klappe zu halten und sie reden zu lassen. Zuhören und machen. Das, was du am bestenn kannst. Schenken. Das Ganze. Um irgendwann selbst wieder – beschenkt zu werden. Lass’ es geschehen… Dann verstehst du, auch dumm, irgendwann – alles. Wortlos. Ohne Briefe. Ohne zu schreiben, ohne darüber reden zu müssen. Und bekommst – alles zurück. Liebe für Liebe. Nicht mehr und nicht weniger. Erbarmungslos, unlenkbar, unfassbar und ungeschminkt. Der wahre Mensch hinter einem Menschen. Tiefe, die unter die Haut geht. Seine geheimsten Träume, Wünsche, Fantasien, dein erwidertes Vertrauen und seine uneingeschränkte Liebe. Das, was auch die Fotografen so lieben: Die Wahrheit. Simpel und großartig zugleich. Das wahre Ich eines Menschen. Die pure Schönheit solcher Augenblicke, wenn eine Seele (eine Seele!) nackt vor dir steht. Wie ein zerbrechlicher Wassertropfen in deiner warmen Hand. Abbilder und Spiegel eines Menschen und seiner Seele. Momente, in denen ich unweigerlich an Weihnachten in Berlin, an Depeche Mode und auch wieder an Hai denken muss. All I ever wanted, all I ever needed… Vor zwei-drei Monaten hätte ich noch gesagt: Geben und Nehmen. Heute schreie ich lieber “Hallelujah” und genieße jede einzelne Sekunde dieser Perlenspiele, Seelen-Polaroids und ruhiger Spiegelbilder. Gemeinsamkeiten, Wahrheiten, Unterschiede und Gleichungen. Liebe, Arbeit und Bestimmung. Wie gesagt, manch Geschichten wiederholen sich. Aber die hier - das ist eine andere. Die meine. Hard work. Heart Core. Und eine – mit Happyend. Et läuft. Kao rijeka.
“Wir alle betreten Welten, die uns durch die Menschen, die wir treffen, für immer verändern. Diese Menschen sind nicht immer Teil unseres Lebens. Sie kommen und verändern uns. Für immer. Sie sind für immer in unseren Herzen, aber dann ist es Zeit, weiter zu gehen.” Girl, Interrupted © Columbia Pictures, 1999
Zu guter Letzt… Wenn Du Dich jetzt verletzt fühlst… Es tut mir nicht leid. Jetzt war es auch Zeit. Um etwas länger ein paar Gedanken darauf zu verschwenden. Mich ein letztes Mal von Dir, Deinen Gedanken und Deinen Zeilen angezogen zu fühlen. Leidenschaftlich antworten. Aktion und Reaktion, Ursache und Wirkung. Dahinter stehen. Durchziehen. Herz hören und dabei nicht an Folgen denken. Passt. Es ist wieder Januar. Und auch heute ist ss mir egal, wer es liest, was er darüber denkt. Bereits vor 4 Jahren war es mir schon egal. Einige Besucher und ein Buch später weiß ich, dass auch Du ein wundervoller Teil meines Lebens warst. Das ist nicht egal. Sie alle lasen und kannten Dich nicht. Nicht so wie ich. Ich hatte das Glück und die Ehre, es ein paar schöne Monate zu durfen. Auch – Dich zu lieben. Später auch zu verlieren und zu hassen. Und dennoch habe ich Dich auch nach dem Januar, noch lange, lange Zeit – geliebt. Wenn das keine Leidenschaft ist ;-) Diese, meine Oper, geht an Dich. Vielleicht nicht das, was Du erwartet hast, aber sie kam von Herzen. Mit vollem Körpereinsatz. Und ich denke, Du wirst Dich auch fragen, warum. Ich weiß es schon. Überzeugung ;-) Blaire Pascal wusste es auch. Aber ich will es nicht mehr wissen. Schreiben ist ein Teufelswerk ;-) Das hier war nur noch ein letzter Versuch, das alles zu verstehen. Nur ein weiterer, heute bedeutungsloser Brief. Für einen Menschen, der mir das Wichtigste auf der Welt war. Zumindest eine Zeit lang. Ein weiterer Schritt und Kapitel, um Zerbrochenes aufzuräumen. Und das, was davon noch übriggeblieben ist, festzuhalten. Mit dem, was ich kann. Weil nicht alles so wertlos, falsch und zeitverschwendend war. Ich tat auch jetzt nur das, was ich vielleicht am besten kann: Lieben. Festhalten. Schnappschüsse und Zeilen. Bücher schreiben. Aus Gedanken Geschichten komponieren. Schöne Zeiten in Bildern festhalten. Beleuchten. Reinzoomen. Aus Leidenschaft und aus dem Herzen. Für Neugierige und die, die es lesen und darüber nachdenken wollen. Aus Liebe. Wie für Dich damals auch. Geschichte für Geschichte. Liebe für Liebe. Schreiben für Schreiben. Scherbe für Scherbe. Loslassen für Loslassen. Let it… Be.
In Liebe,
Dein Ehemann. Ex-Ehemann.
P.S. Lang lebe der RSS-Feed ;-) Nichts ist so, wie es scheint. Nur die Wahrheit. Du und das, was ich auch jetzt tue, was ich bereits getan habe und noch in deutsch weiter tun werde war etwas Großartiges: Vorsehung. Für die Zukunft war und ist es – nur eins: Meine Bestimmung. Vergib’ mir, denn ich weiß immer noch, was ich tue ;-) Die Kroaten lesen es schon. Und kaufen es wie verrückt ;-)))
Gestern dann, geschah der wahre Grund meines Schreibens. Eine ehemalige Schulkollegin aus meinen Zeiten in Split hat sich bei mir gemeldet. Jetzt feiern die Jungs und Mädels doch alle 5 statt alle 10 Jahre. Der erste Kontakt mit ihnen, seit dem Tod meiner Mutter. Und wieder ein ähnlich so wunderschöner Tag, Sonne, Nachtdienst, viel Musikhören… Als ob es Maktub gewesen wäre. Und wieder kann ich nicht dabei sein. Daher die angesammelte Trauer. Sie musste raus. Das Herz will glücklich bleiben. Schreiben, Alkohol und Musik haben geholfen. Wie immer. Nur Alkohol war eine Ausnahme, ging aber diesmal wohl nicht anders. Bevor ich selbst ertrunken bin, ertrinke ich lieber die Trauer. Wenigstens war es der gute Berliner Weisse mit Erdbeersirup ;-) Und jetzt noch zwei betende Hände von Hasi dazu. Damit es in 5 Jahren besser klappt. Damit ich diese liebe Menschen wiedersehen kann. Damit die abgeschlossene Vergangenheit die heutige Liebe nicht mehr trüben kann. Dieser Kontakt wird nicht verlorengehen. Das spürt das kroatische Herz. Schicksal und weise, warme Worte. Die dir eine Antwort geben. Lass es geschehen… Weine. Sei traurig. Schrei(b)e es heraus. Sei wieder glücklich. Und bleibe immer – du selbst. Mein letzter Artikel geht an sie. An mein liebes IV G. Es hat was von Marko ;-) Und sogar noch ein “G”. Für Glück. Snow in June… Bewahre das Beste bis zum Schluss. Und… Ich glaube es einfach nicht! Es ist 23:50. Wie bestellt. Draußen braut sich gerade das nächste Gewitter zusammen. Schnell! Player an! What you don’t know… Tick, tack… Sternschnuppen. Entfesselte Kölner Lichter. Juli im Juni.
Manchmal ist gerade das, wonach du suchst,
das, was du nicht siehst… Wenn es zwei sehende Herzen nicht gäbe ;-)

